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Krall.
Bildung theilhaftig war, die Gesammtheit der Ueberlieferungen
seines Volkes sieb darstellte, wie er das so verschiedene Quellenmaterial
bewältigt und zu der ersten Geschichte Aegyptens, die
überhaupt geschrieben worden, gestaltet hatte.
Neben den ägyptischen Quellen musste Manetho auch
dasjenige berücksichtigen, was in griechischer Sprache über
Aegypten vorlag. Alle die heiteren Geschichten, mit denen
die Fremdenführer Herodot auf seiner ägyptischen Reise unterhalten
hatten, 1 waren durch ihre Aufzeichnung in den Alybmm
Xiyoi zu historischen Berichten geworden, mit denen jeder Autor
irgendwie sich abfinden musste. Er mochte, wie dies Manetho
und Ktesias erweislich gethan haben, Herodot Unwissenheit
und Lügenhaftigkeit vorwerfen, aber er operierte stets mit den
Berichten Herodots. Auf Schritt und Tritt mussten dem Kenner
des ägyptischen Alterthums in den Mittheilungen Herodot’s
über die Geschichte Aegyptens Verstösse gegen ägyptische
Gebräuche und der Mangel eines specifisch ägyptischen
Colorits der Berichte auffallen. Wir werfen dieselben mit geringen
Ausnahmen einfach über Bord und verwerthen sie
höchstens zur Erklärung gewisser Gebräuche, die zur Zeit
Herodot’s in Aegypten in Uebung waren. Manetho konnte
dies nicht thun, wollte er nicht in den Augen der Griechen,
für die sein Werk geschrieben war, allen Glauben verlieren.
Er bemüht sich daher, den herodoteischen Berichten ein ägyptisches
Gepräge zu geben, sie gleichsam ins Aegyptische zu
übersetzen. 2 Die Prüfung der Fragmente, zu der wir uns nun
wenden, wird für die voranstehenden Beobachtungen die Belege
bringen.
Im Gegensätze zu der üblichen auch von uns früher getheilten
3 Ansicht halten wir jetzt die zweite der von Josephus
nach zwei verschiedenen mziypatpa gegebenen Deutungen des
Hykschosnamens für die richtige. Beide Deutungen werden
1 Vgl. unseren Aufsatz ,Zum zweiten Buche Herodots 1 , Wiener Studien
für classische Philologie, 1882, IV, S. 33 f.
2 Auch die historischen Darstellungen des ersten Buches Diodor’s, welche
zum grossen Theile in letzter Instanz auf Herodot zurückgehen, zeigen
deutliche Spuren dieses Bestrebens. Vgl. unser Manetho und Diodor,
S. 8, 9 [242, 243].
3 Manethonisches Geschichtswerk, S. 33 [153],