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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

Bildung  theilhaftig  war,  die  Gesammtheit  der  Ueberlieferungen
seines  Volkes  sieb  darstellte,  wie  er  das  so  verschiedene  Quellenmaterial ­
  bewältigt  und  zu  der  ersten  Geschichte  Aegyptens,  die
überhaupt  geschrieben  worden,  gestaltet  hatte.
Neben  den  ägyptischen  Quellen  musste  Manetho  auch
dasjenige  berücksichtigen,  was  in  griechischer  Sprache  über
Aegypten  vorlag.  Alle  die  heiteren  Geschichten,  mit  denen
die  Fremdenführer  Herodot  auf  seiner  ägyptischen  Reise  unterhalten ­
  hatten, 1  waren  durch  ihre  Aufzeichnung  in  den  Alybmm
Xiyoi  zu  historischen  Berichten  geworden,  mit  denen  jeder  Autor
irgendwie  sich  abfinden  musste.  Er  mochte,  wie  dies  Manetho
und  Ktesias  erweislich  gethan  haben,  Herodot  Unwissenheit
und  Lügenhaftigkeit  vorwerfen,  aber  er  operierte  stets  mit  den
Berichten  Herodots.  Auf  Schritt  und  Tritt  mussten  dem  Kenner
des  ägyptischen  Alterthums  in  den  Mittheilungen  Herodot’s
über  die  Geschichte  Aegyptens  Verstösse  gegen  ägyptische
Gebräuche  und  der  Mangel  eines  specifisch  ägyptischen
Colorits  der  Berichte  auffallen.  Wir  werfen  dieselben  mit  geringen ­
  Ausnahmen  einfach  über  Bord  und  verwerthen  sie
höchstens  zur  Erklärung  gewisser  Gebräuche,  die  zur  Zeit
Herodot’s  in  Aegypten  in  Uebung  waren.  Manetho  konnte
dies  nicht  thun,  wollte  er  nicht  in  den  Augen  der  Griechen,
für  die  sein  Werk  geschrieben  war,  allen  Glauben  verlieren.
Er  bemüht  sich  daher,  den  herodoteischen  Berichten  ein  ägyptisches ­
  Gepräge  zu  geben,  sie  gleichsam  ins  Aegyptische  zu
übersetzen. 2  Die  Prüfung  der  Fragmente,  zu  der  wir  uns  nun
wenden,  wird  für  die  voranstehenden  Beobachtungen  die  Belege ­
  bringen.
Im  Gegensätze  zu  der  üblichen  auch  von  uns  früher  getheilten
 3  Ansicht  halten  wir  jetzt  die  zweite  der  von  Josephus
nach  zwei  verschiedenen  mziypatpa  gegebenen  Deutungen  des
Hykschosnamens  für  die  richtige.  Beide  Deutungen  werden

1  Vgl.  unseren  Aufsatz  ,Zum  zweiten  Buche  Herodots 1 ,  Wiener  Studien
für  classische  Philologie,  1882,  IV,  S.  33  f.
2  Auch  die  historischen  Darstellungen  des  ersten  Buches  Diodor’s,  welche
zum  grossen  Theile  in  letzter  Instanz  auf  Herodot  zurückgehen,  zeigen
deutliche  Spuren  dieses  Bestrebens.  Vgl.  unser  Manetho  und  Diodor,
S.  8,  9  [242,  243].
3  Manethonisches  Geschichtswerk,  S.  33  [153],
            
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