Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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solche Hilfsmittel und solche Gelehrsamkeit besass, warum setzt
er den Anführungen aus Manetho, Lysimacbos und Chairemon
nicht wenigstens einen den Juden günstigen Bericht von griechischer
Seite entgegen? Warum vor Allem nicht den bekannten
Bericht des Hekataios? 1 Bei Apion freilich konnte
er den nicht finden. Nach dem Gesagten wird man die Möglichkeit
nicht abstreiten können, der Exodusbericht Manetho’s
sei Josephus durch Vermittlung Apion’s zugekommen. Bei einem
Alexandriner ist die Kenntniss der citierten Autoren imd die Gräcisierung
der ägyptischen Königsnamen gewiss nicht auffallend.
Auf welchem Wege Josephus zu den manethonischen Bruchstücken
in I, 14 und 15 gekommen ist, lässt sich mit Bestimmtheit
nicht sagen. Doch wird man daran zu erinnern haben, dass
sie von der Gleichsetzung der Juden mit den Hykschos und dem
entsprechend dem Ansprüche eines höheren Alters des jüdischen
Volkes gegenüber dem griechischen — darum der Synchronismus
mit Danaos — getragen sind. Die Gleichsetzung mit den
Hykschos zuerst aufgestellt zu haben, behauptet Josephus selbst
nicht. Sie gilt ihm als ausgemachte Thatsache. Alexandrinischen
Juden lag sie nahe genug. Aus der Schrift eines solchen
wird sie Josephus mit den manethonischen Fragmenten, die
ihm als Beweismaterial dienten, herübergenommen haben.
wir davon überzeugt, dass manethonische Angaben den Grundstock der
Mittheilungen des ersten Buches Diodors bilden, deren Genauigkeit jede
neuere Forschung bestätigt. So sagt Revillout, in dem soeben erschienenen
Hefte der Revue egypt. (III, 12): ,Diodore de Sicile est . . . d’une
grande exactitude ... dans tout ce qui concerne les lois Ägyptiennes, dont
il avait fait une etude approfondie, nos contrats demotiques nous ont
souvent demontrd ce fait avec une dvidence incontestable 1 . Die letztere
Bemerkung Revillouts ist dagegen nicht richtig. Diodor’s Genauigkeit
erklärt sich aus seinen vorzüglichen Vorlagen, denn von selbstständigen
Studien kann bei ihm nicht die Rede sein. Dass Diodor diese Mittheilungen
direct Manetho’s Schriften entnahm, glauben wir dagegen
nicht vertreten zu können. An Compilatoren, welche die für die Griechen
interessanten Stücke der manethonischen Schriften zusammen
zu stellen sich beeilten, wird es wahrlich in Aegypten nicht gefehlt
haben. Wie gewöhnlich haben die Compilationen die Originalschriften
verdrängt und in Vergessenheit gerathen lassen. So haben auch die
Tomoi die Klyviztw/.x Manetho’s und ähnliche Arbeiten anderer Gelehrten
verdrängt.
1 Bei Diodor XL, 3.