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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

Gleichsetzung  der  beiden  Könige  mit  den  feindlichen  Brüdern
der  griechischen  Sage  zeigt,  dass  dieses  Bruchstück  synchronistischen ­
  Zwecken  ursprünglich  diente.  Grössere  oder  kleinere
Stücke  ähnlicher  Art  finden  wir  auch  in  den  Tomoi.
Einen  wesentlich  anderen  Charakter  tragen  die  Stücke  in
I,  26.  Sie  bestehen  aus  der  Königsliste  B,  welche  durch  einschneidende ­
  Abweichungen  von  der  Liste  A  ihren  verschiedenen  Ursprung ­
  verräth.  Ihr  schliesst  sich  der  Exodusbericht  an.  Mit  den
Fragmenten  in  I,  15  sind  die  Stücke  in  I,  26  erst  durch  Josephus
  in  Zusammenhang  gebracht  worden.  Der  falsche  Anschluss ­
  ist  sein  Werk.  Die  gemeinsame  Urquelle  der  Stücke
in  I,  15  und  I,  26  ist  nach  der  bestimmten  Angabe  des  Josephus,
die  anzuzweifeln  nicht  der  geringste  Grund  vorliegt,  Manetho.
Die  Verschiedenheit  in  den  Transscriptionen  der  Königsnamen,
von  denen  die  einen  correct  ägyptische,  die  andere  mehr  griechische ­
  Formen  geben,  lässt  sich  nach  unserer  Ansicht  nur
dadurch  erklären,  dass  das  zweite  Stück  durch  eine  Zwischenstufe ­
  hindurchgegangen  ist.  Es  sei  hier  eine  Vermuthung
zu  äussern  gestattet.  Die  manethonischen  Fragmente  in  I,  26
bilden  einen  wesentlichen  Bestandtheil  einer  Reihe  von  Berichten ­
  über  die  Exodus,  welche  durchgehende  für  die  Juden
sehr  ungünstig  gehalten  sind.  Wir  vermissen  in  derselben  die
Anführung  von  Stücken,  welche  in  einem  für  die  Juden  günstigen ­
  Tone  gehalten  sind.  Wir  glauben,  diesen  immerhin  auffallenden ­
  Umstand  dadurch  erklären  zu  können,  dass  Josephus
die  auf  die  Exodus  bezüglichen  Fragmente  von  Manetho,  Lysimachos
  und  Chairemon  nicht  selbst  zusammengetragen,  sondern
einfach  aus  Apion’s  Schriften  entnommen  hat.  Dass  Josephus
über  so  ■  reiche  literarische  Hilfsmittel  und  über  eine  so  ausgebreitete ­
  Gelehrsamkeit  verfügt  haben  sollte,  erscheint  uns  an
sich  nicht  gerade  wahrscheinlich.  Vollends,  wenn  es  sich  um
eine  so  seltene  Schrift,  wie  die  manethonischen  Abfuiniaxd  handelt, ­
  welche  ausserhalb  Aegyptens  keinerlei  Beachtung  gefunden
haben. 1  Dagegen  hat  Manetho’s  tepä  ßEßXo;  bei  den  auf  orientalische ­
  Culte  gerichteten  Neigungen  der  römischen  Kaiserzeit
grössere  Verbreitung  gefunden. 2  Und  wenn  Josephus  wirklich
'  Unger,  Manetho,  S.  3.
2  Plutarch,  De  Iside  ac  Osir.,  c.  28,  de  sol.  anim.  e.  36  und  Tacitus,
Hist.,  IV,  83,  84  bringen  aus  ihr  entlehnte  Stücke.  Nach  wie  vor  sind
            
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