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Krall.
Gleichsetzung der beiden Könige mit den feindlichen Brüdern
der griechischen Sage zeigt, dass dieses Bruchstück synchronistischen
Zwecken ursprünglich diente. Grössere oder kleinere
Stücke ähnlicher Art finden wir auch in den Tomoi.
Einen wesentlich anderen Charakter tragen die Stücke in
I, 26. Sie bestehen aus der Königsliste B, welche durch einschneidende
Abweichungen von der Liste A ihren verschiedenen Ursprung
verräth. Ihr schliesst sich der Exodusbericht an. Mit den
Fragmenten in I, 15 sind die Stücke in I, 26 erst durch Josephus
in Zusammenhang gebracht worden. Der falsche Anschluss
ist sein Werk. Die gemeinsame Urquelle der Stücke
in I, 15 und I, 26 ist nach der bestimmten Angabe des Josephus,
die anzuzweifeln nicht der geringste Grund vorliegt, Manetho.
Die Verschiedenheit in den Transscriptionen der Königsnamen,
von denen die einen correct ägyptische, die andere mehr griechische
Formen geben, lässt sich nach unserer Ansicht nur
dadurch erklären, dass das zweite Stück durch eine Zwischenstufe
hindurchgegangen ist. Es sei hier eine Vermuthung
zu äussern gestattet. Die manethonischen Fragmente in I, 26
bilden einen wesentlichen Bestandtheil einer Reihe von Berichten
über die Exodus, welche durchgehende für die Juden
sehr ungünstig gehalten sind. Wir vermissen in derselben die
Anführung von Stücken, welche in einem für die Juden günstigen
Tone gehalten sind. Wir glauben, diesen immerhin auffallenden
Umstand dadurch erklären zu können, dass Josephus
die auf die Exodus bezüglichen Fragmente von Manetho, Lysimachos
und Chairemon nicht selbst zusammengetragen, sondern
einfach aus Apion’s Schriften entnommen hat. Dass Josephus
über so ■ reiche literarische Hilfsmittel und über eine so ausgebreitete
Gelehrsamkeit verfügt haben sollte, erscheint uns an
sich nicht gerade wahrscheinlich. Vollends, wenn es sich um
eine so seltene Schrift, wie die manethonischen Abfuiniaxd handelt,
welche ausserhalb Aegyptens keinerlei Beachtung gefunden
haben. 1 Dagegen hat Manetho’s tepä ßEßXo; bei den auf orientalische
Culte gerichteten Neigungen der römischen Kaiserzeit
grössere Verbreitung gefunden. 2 Und wenn Josephus wirklich
' Unger, Manetho, S. 3.
2 Plutarch, De Iside ac Osir., c. 28, de sol. anim. e. 36 und Tacitus,
Hist., IV, 83, 84 bringen aus ihr entlehnte Stücke. Nach wie vor sind