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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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keiner  der  Neueren  hat  sich  gescheut,  denselben  in  die  Folge
ägyptischer  Könige  einzuordnen  und  zeitlich  zu  fixieren.  Trotzdem ­
  haben  die  Neueren  keinen  nennenswerthen  Versuch  gemacht, ­
  diese  Aeusserungen  des  Josephus  zu  erklären;  den
Hinweis  auf  den  ,confusen‘  Autor  wird  man  als  solchen  nicht
gelten  lassen  wollen.  In  einer  Schrift,  welche  nicht  blos  für
Josephus,  sondern  auch  für  die  ganze  Judenschaft  von  so
grosser  Wichtigkeit  war,  von  der  zu  erwarten  stand,  dass  sie
lebhaften  Widerspruch  und  Entgegnung  finden  würde,  konnte
er  unmöglich  Unsinniges  behaupten.  Auf  Grund  der  bisher
gemachten  Beobachtungen  bietet  sich  uns  eine  ganz  einfache
Erklärung  dieser  Ausfälle  des  Josephus  dar.  Wir  wissen,  dass
derselbe  eine  Liste  vor  sich  hatte,  von  der  die  Liste  A  ein
Stück  bildet.  In  dem  Exodusfragmente  kommt  ein  König
Amenophis  vor,  es  ist  nichts  natürlicher,  als  dass  Josephus  in
seiner  Liste  nachsah,  um  ypovov  auxoü  vqc,  ßaatAeia;  öpiaat,  oder
wie  er  sich  sonst  einmal  ausdrückt  izpoc,  xrjv  tgW  ypövwv  xscijiv.
Nun  wissen  wir,  dass  bei  Josephus  als  achtzehnter  König  der
Liste  A  König  Sethosis  -  Aigyptos,  der  Bruder  des  Armais-Danaos,
  irrigerweise  statt,  wie  es  richtig  ist,  als  fünfzehnter
erschien,  gleichviel,  ob  der  Irrthum  auf  Josephus  oder  auf
einen  Vorgänger  zurückgeht.  Josephus  musste  den  König  Amenophis ­
  daher  unter  den  Nachfolgern  des  achtzehnten  Königs
suchen  1  und  es  ist  ganz  natürlich,  dass  er  ihn  dort  nicht  fand,
da  er  ja  als  siebzehnter  König  in  der  Liste  erscheint.  Heutzutage ­
  würden  wir  streng  methodisch  ebenso  verfahren.  Josephus
konnte  sich  nicht  helfen  und  hatte  so  gar  Unrecht  nicht,  als
er  von  einem  ep.ß6Aip,o;  ßacnXsüq  und  (tsuBei;  ovop.a  sprach.
Suchen  wir  nun  die  bisherigen  Ausführungen  zu  allgemeinen ­
  Sätzen  zu  entwickeln,  so  ergiebt  sich  uns  Folgendes:
Josephus  hatte  kein  vollständiges  Exemplar  der  Alfuiraer/.d  vor
sich,  er  hätte  sonst  die  verschiedenen  Verstösse  nicht  begangen,
die  wir  festgestellt  haben,  sich  vielmehr  in  ihnen  Raths  erholen
können.  Das  Bruchstück  über  den  König  Sethosis  und  seinen
Bruder  Armais  ist  an  einer  falschen  Stelle  eingeschoben,  was
mannigfache  Verwirrung  bei  Josephus  hervorgerufen  hat.  Die
1  Ein  ähnliches  Versehen  werden  wir  unten  S.  403  A.  1  kennen  zu  lernen
Gelegenheit  haben.
            
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