■
lieber eine Handschrift des Passionais und Buches der Märtyrer. 33
derartige Abweichungen nur in beschränktem Masse auf: volendet
für volonte 20, 22; merche (1. merchte) für viarcte 103, 66; gesetzet
für gesetzt. 337, 82; anderseits rakte : stakte für reckte : st. 119,25.
Von beginnen begegnet die schwache Bildung begund für
began 179, 44, 94; — part. begonnen für begonst 5, 77.
mugen variirt in seinen Formen nur durch das einmalige
Vorkommen der 2. pers. sing, magst für macht 170, 87. soln
bietet nur mehr im Reime sal 6, 58. 110, 64. 117, 97; salt
16, 62. 151, 47; sonst sol, solt (sulta 26, 24 wie sull [folgt uns\
103, 34 dürfte ein Schreibfehler sein), plur. sullen (suln), bei
nachgesetztem Pronomen sull (sul) wir; sult (sidlent 13, 84),
doch solt 149, 34. 161, 16; perf. solde (sold, solt), solden (solten),
daneben sulde 60, 8. 103, 83. 113, 44. 174, 30, sulden (sulten)
4, 52 (fehlerh.). 8, 7. 12, 26. 13, 70. 14, 73. 33, 67, 35, 3.
107, 86. 163, 28. 198, 2.
Von wizzen kommt im Passional sowohl weste als leiste vor.
Dass unserm Schreiber erstere Bildung geläufiger war, ergibt
die Lesart loeste für ivisete 19, 12. 198, 76, wofür in der Vorlage
leiste gestanden haben muss.
wellen unterscheidet sich in seinen Formen nur dadurch,
dass im praes. plur. nie o auftritt. Anmerken will ich auch
2. pers. sing, wil (KS unlt) 154, 5 für gewöhnliches will, mit
Anlehnung des Pronomens iviltu (wild.u 157, 96).
Hinsichtlich der Verbalendungen ist zu erwähnen:
Eintritt von (e)st für (e)s in 2. pers. sing.: 2, 84. 28, 12.
108, 16. 108, 53. 131, 87 f. 132, 32. 133, 96/ 134, 2, 19. 137,
5. 179, 5. 185, 37. 203, 16. 338, 35.
Abfall des (e)n in 1. pers. plur. bei nachfolgendem Pronomen
erregte keinen Anstoss: gegen KS hielte wir 44, 93.
2. pers. plur. in -ent belegt noch mugent (= KS) 17, 65.
3. pers. plur. endigt vielfach in (e)nt, wo die anderen
Hss. (e)n bieten.
Zur Declination der Substantive notire ich blos das spärliche
Eindringen des Pluralsuffixes er: kinder: hinder für kinden:
hinden 102, 83 (dafür chindlein 46, 81); chlaider 5, 47. 61, 8.
111, 59 (der sing, für plur. steht 116, 73. 160, 14); gottern 27, 77.
Manche der vorhin besprochenen Erscheinungen lassen
erkennen, dass die Vorlage von B noch ziemlich stark mitteldeutsch
gefäx-bt war und also wohl in einem an Mitteldeutsch-Sitzungsber.
d. phil.-hist. CI. CV. Bd. I. Hft. 3