Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

382

Krall.

Die  Thatsaohe  aus  der  assyrischen  und  die  aus  der  ägyptischen
Geschichte  stützen  sich  gegenseitig.  Die  Bedenken,  welche,  gegen  die
Angaben  der  Thutmesinschrift  Brugsch,  gegen  die  von  D.  H.  Müller
angenommene  Gleichsetzung  der  Sabai  mit  den  ,fernen 1  Sabäern  Delitzsch ­
  (Wo  lag  das  Paradies,  S.  303)  und  Kiepert  (Lehrbuch  der  alten
Geographie,  S.  187)  vorgebracht  haben,  entfallen  und  wir  gewinnen
die  sichere  Gleichung  Toneter,  das  Gottesland,  gleich  südwestliches
Arabien,  wobei  wir  es  natürlich  dahingestellt  sein  lassen,  ob  die  Sabäer
schon  zu  Thutmes  III.  Zeit  in  ihre  späteren  Sitze  eingerückt  waren.
Die  Schwierigkeit,  welche  sich  herausstellt,  wenn  wir  die
Angabe  der  Inschrift  von  Edfu  Zusammenhalten  mit  der  angeführten ­
  Stelle  des  Porphyrios, 1  glauben  wir  durch  folgende
Erwägung  heben  zu  können.  An  einen  einfachen  Fehler  der
Priester  —  darin  dürfte  man  wohl  einig  sein  —  lässt  sich  nicht
denken.  Dagegen  ist  es  bekannt,  dass  die  ägyptischen  Priester
Begebenheiten,  von  denen  die  Mythen  ihrer  Götter  erzählten,
gerne  auf  ihre  Könige  übertrugen,  die  Darstellung  der  Lebensgeschichte ­
  manches  Pharaonen  nach  den  Schicksalen  der  Götter
zustutzten.  Historie  und  Mythe  sind  in  den  ägyptischen  Texten
oft  in  ganz  unentwirrbarer  Weise  miteinander  verquickt.  Nun
erinnere  man  sich,  dass  Rä  nach  dem  Mythos  aus  dem  Lande
Punt  kam  (j  (|  ^  um  im  Lande  der
Mat’au  in  Libyen  sich  zur  Ruhe  zu  legen.  Wie  Rä  aus  Punt,
so  war  der  nunmehr  regierende  König  Ptolemaios  Soter  II.  aus
Kypros  gekommen.  So  konnten  die  Priester  dazu  kommen,
Punt  Kypros  gleichzusetzen,  so  war  es  für  sie  möglich,  von
einer  Flucht  nach  Punt  zu  sprechen,  während  sie  eine  solche
nach  Kypros  im  Auge  hatten.

Als  Anhang  gebe  ich  die  Transscription  der  demotischen
Zeile  der  in  die  erste  Ptolemäerzeit  fallenden  Stele  von
Miramare,  welche  von  Reinisch  in  den  Denkmälern  von  Miramare,
  letzte  Tafel,  mitgetheilt,  von  Lauth 2  und  von  Berg-1
  Auf  diese  Schwierigkeit  hat  inzwischen  auch  Maspero,  Aeg.  Z.  1883,
S.  67,  wie  wir  von  der  Stelle  in  dem  Aufsatze  von  Brugsch  ausgehend,
aufmerksam  gemacht.
2  Lauth  übersetzt  in  der  oben  S.  340  A.  1  angeführten  Abhandlung  S.  105,
109  die  demotische  Zeile  also:  ,Tsenpaoneh,  die  Frau  des  Basilikogram-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.