Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

5

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.  381
Blumenzier  von  Lande  Toneter  [welches  entdeckt  hat] 1  der  König  damals, ­
  als  er  zog  nach  dem  Lande  Ruthen,  um  zu  überwinden  dieses
Land,  gleichwie  es  ihm  befohlen  hatte  sein  Vater  Amon 1 .  Die  Bemerkungen, ­
  die  Brugsch  an  diese  Inschrift  geknüpft  hat,  fassen  die  Schwierigkeiten, ­
  welche  sie  bietet,  übersichtlich  zusammen:  ,Die  erste,  längere
Inschrift  scheint  eine  offenbare,  fast  möchte  man  glauben  absichtliche
Verdrehung  wirklicher  Thatsachen  zu  enthalten.  Die  geschichtlichen
Ueberlieferungen  der  Denkmäler  erzählen  mit  keiner  Silbe  von  einem
Zuge  des  Königs  nach  dem  weit  im  Süden  gelegenen  ,heiligen  Lande“
wenigstens  nicht  vor  dem  25.  Regierungsjahre  Thutmes  III.  Andererseits ­
  führte  der  Weg  nach  Ruthen  oder  Kanaan  nicht  über  das  ,heilige
Land 1 .  Die  den  Ländern  des  Südens  aufgelegten  Schätzungen  wurden
von  den  Bewohnern  alljährlich  nach  Aegypten  geführt,  ohne  dass  besondere ­
  Kriegszüge  sie  dazu  gezwungen  hätten.  Es  bleibt  zum  Schlüsse
nur  die'  eine  Vermuthung  übrig,  dass  der  Name  des  ,heiligen  Landes 1 ,
oder  wörtlicher  ,des  Gottes-Landes 1  sich  auch  auf  ganz  Arabien  erstreckt
habe,  so  dass  der  König  auf  seinem  Durchzuge  durch  arabisches  Gebiet
nach  Kanaan  davon  Kenntniss  genommen  habe.  Möglich,  dass  der  König
gelegentlich  die  Sinai-Halbinsel  bei  einem  seiner  Kriegszüge  berührt
hatte.  Aber  auch  diese  Vermuthung  hat  keine  besondere  Wahrscheinlichkeit ­
  für  sich,  da  gerade  diese  Gegenden  zu  den  traurigsten  und
ödesten  Stellen  Arabiens  gehören 1 .  (Geschichte  Aegyptens,  S.  351,  352.)
Die  Zweifel,  welche  durch  die  Thutmesinschrift  angeregt  werden,  erhalten ­
  ihre  Lösung  durch  eine  Inschrift  Sargons.  In  den  Fasten  (Botta,
145,  2)  berichtet  dieser  assyrische  Grossfürst,  dass  nach  dem  Siege  über
Seveli  von  Aegypten  und  Hanno  von  Gaza  bei  Rapliia,  neben  anderen
Fürsten  auch  Samsi,  die  Königin  von  Aribi,  welche  bereits  auf  einer
Inschrift  Tiglatlipilesars  II.  (II  R.,  67.  Z.  62)  erwähnt  wird,  und  It’amar
von  Sabai,  ihm  huldigten  und  Geschenke  darbrachten  (Schräder,  Keilinschriften ­
  und  altes  Testament 2 ,  S.  397).  Mit  Recht  hat  Herr  Professor ­
  D.  H.  Müller  (Burgen  und  Schlösser  Südarabiens,  II.  36.  Vgl.
auch  Mordtmann  und  Müller,  Sabäische  Denkmäler,  S.  109)  in  den  Sabai
der  Sargoninschrift  die  südarabischen  Sabäer  erkannt  und  auf  den  Namen
It’amar  besonderes  Gewicht  gelegt.  Er  machte  ferner  darauf  aufmerksam, ­
  dass  in  dem  Momente,  in  dem  der  Endpunkt  der  wichtigen  Karawanenstrasse ­
  nach  Gaza  und  von  da  nach  Aegypten  in  die  Hände  der
Assyrer  fiel,  selbst  die  ,fernen 1  Sabäer  sich  veranlasst  sehen  mussten,
Sargon,  der  ihren  Handel  in  empfindlichster  Weise  schädigen  konnte,
zu  huldigen.  Erwägt  man,  dass  die  von  den  Karawanen  eingeschlagenen ­
  Wege  durch  die  unwandelbaren  geographischen  und  klimatischen
Verhältnisse  bestimmt  sind,  so  wird  man  uns  darin  beistimmen  müssen,
dass  in  der  Huldigung  der  Sabäer  an  Sargon  bei  einem  syrischen  Feldzuge, ­
  und  in  dem  .Umstande,  dass  Thutmes  III.  auf  seinen  Zügen  nach
Syrien  Gegenstände  aus  dem  südwestlichen  Arabien  heimbrachte,  analoge
Vorgänge  vorliegen.
1  Besser  ,welches  erbeutet  oder  als  Tribut  erhalten  hatte 1 .
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.