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Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II. 381
Blumenzier von Lande Toneter [welches entdeckt hat] 1 der König damals,
als er zog nach dem Lande Ruthen, um zu überwinden dieses
Land, gleichwie es ihm befohlen hatte sein Vater Amon 1 . Die Bemerkungen,
die Brugsch an diese Inschrift geknüpft hat, fassen die Schwierigkeiten,
welche sie bietet, übersichtlich zusammen: ,Die erste, längere
Inschrift scheint eine offenbare, fast möchte man glauben absichtliche
Verdrehung wirklicher Thatsachen zu enthalten. Die geschichtlichen
Ueberlieferungen der Denkmäler erzählen mit keiner Silbe von einem
Zuge des Königs nach dem weit im Süden gelegenen ,heiligen Lande“
wenigstens nicht vor dem 25. Regierungsjahre Thutmes III. Andererseits
führte der Weg nach Ruthen oder Kanaan nicht über das ,heilige
Land 1 . Die den Ländern des Südens aufgelegten Schätzungen wurden
von den Bewohnern alljährlich nach Aegypten geführt, ohne dass besondere
Kriegszüge sie dazu gezwungen hätten. Es bleibt zum Schlüsse
nur die' eine Vermuthung übrig, dass der Name des ,heiligen Landes 1 ,
oder wörtlicher ,des Gottes-Landes 1 sich auch auf ganz Arabien erstreckt
habe, so dass der König auf seinem Durchzuge durch arabisches Gebiet
nach Kanaan davon Kenntniss genommen habe. Möglich, dass der König
gelegentlich die Sinai-Halbinsel bei einem seiner Kriegszüge berührt
hatte. Aber auch diese Vermuthung hat keine besondere Wahrscheinlichkeit
für sich, da gerade diese Gegenden zu den traurigsten und
ödesten Stellen Arabiens gehören 1 . (Geschichte Aegyptens, S. 351, 352.)
Die Zweifel, welche durch die Thutmesinschrift angeregt werden, erhalten
ihre Lösung durch eine Inschrift Sargons. In den Fasten (Botta,
145, 2) berichtet dieser assyrische Grossfürst, dass nach dem Siege über
Seveli von Aegypten und Hanno von Gaza bei Rapliia, neben anderen
Fürsten auch Samsi, die Königin von Aribi, welche bereits auf einer
Inschrift Tiglatlipilesars II. (II R., 67. Z. 62) erwähnt wird, und It’amar
von Sabai, ihm huldigten und Geschenke darbrachten (Schräder, Keilinschriften
und altes Testament 2 , S. 397). Mit Recht hat Herr Professor
D. H. Müller (Burgen und Schlösser Südarabiens, II. 36. Vgl.
auch Mordtmann und Müller, Sabäische Denkmäler, S. 109) in den Sabai
der Sargoninschrift die südarabischen Sabäer erkannt und auf den Namen
It’amar besonderes Gewicht gelegt. Er machte ferner darauf aufmerksam,
dass in dem Momente, in dem der Endpunkt der wichtigen Karawanenstrasse
nach Gaza und von da nach Aegypten in die Hände der
Assyrer fiel, selbst die ,fernen 1 Sabäer sich veranlasst sehen mussten,
Sargon, der ihren Handel in empfindlichster Weise schädigen konnte,
zu huldigen. Erwägt man, dass die von den Karawanen eingeschlagenen
Wege durch die unwandelbaren geographischen und klimatischen
Verhältnisse bestimmt sind, so wird man uns darin beistimmen müssen,
dass in der Huldigung der Sabäer an Sargon bei einem syrischen Feldzuge,
und in dem .Umstande, dass Thutmes III. auf seinen Zügen nach
Syrien Gegenstände aus dem südwestlichen Arabien heimbrachte, analoge
Vorgänge vorliegen.
1 Besser ,welches erbeutet oder als Tribut erhalten hatte 1 .