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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

sagt:  ,Die  Lage  von  Punt  würde  ohne  Discussion  in  der  unwiderleglichsten
  Art  geographisch  bestimmt  sein,  wenn  wir  zu
folgender  Stelle  eines  altägyptischen  Textes  einen  classischen
Commentar  auffinden  könnten*,  und  giebt  hierauf  aus  der  von
Dümichen 1  publicierten  Inschrift  von  Edfu  den  auf  Ptolemaios
Alexander  sich  beziehenden  Satz:  ,Er  floh  nach  dem  Lande
Punt  und  sein  älterer  Bruder  übernahm  Aegypten.  Er  trat
zum  zweiten  Male  als  König  auf/  Wir  wissen,  dass  von  den
Söhnen  des  Ptolemaios  Euergetes  II.  der  ältere,  Ptolemaios
Soter,  nach  kurzer  Regierung  durch  seine  Mutter  Kleopatra
genöthigt  wurde,  Aegypten  zu  verlassen  und  nach  Ivypros  zu
flüchten.  An  seiner  Stelle  übernahm  der  jüngere  Bruder  Ptolemaios ­
  Alexander  die  Herrschaft.  Nach  einer  längeren  Regierung ­
  brach  gegen  den  letzteren  ein  Militäraufstand  aus,  der
ihn  zwang  aus  Aegypten  zu  fliehen.  Er  gelangte,  nach  Porphyrios’
  Angabe,  zuerst  glücklich  nach  Myra  in  Lykien  und
erst  nachher,  als  er  nach  Kypros  flüchtete,  wurde  er  von  dem
ägyptischen  Admiral  Chaereas  in  einem  Seetreffen  getödtet.
Soter  II.  hatte  inzwischen  den  Thron  wieder  in  Besitz  genommen. ­
  Man  sieht,  für  eine  Flucht  nach  Arabien  oder  an
die  Somaliküste,  wo  wir  auf  jeden  Fall  Punt  suchen  müssen,
ist  im  Berichte  des  Porphyrios  absolut  kein  Platz.  Denn  geradezu ­
  ungeheuerlich  wäre  der  Versuch,  Punt  in  Lykien  oder
Kypros  zu  suchen.
Zu  den  Erwägungen,  welche  dazu  führen,  Punt  an  die  Somaliküste
  zu  setzen,  füge  ich  noch  hinzu,  dass  nach  Strabo’s  Angabe  im
Weihrauchlande,  welches  jenseits  von  Dire  lag,  ein  Flussthal,  welches
nach  der  Isis  und  ein  anderes,  welches  nach  dem  Nile  benannt  war,
sich  fanden  (774,  7ioT<x|JÜa  tis  ”Icn8o?  XEfopivr]  xai  aXXr)  NeiXos).  Dies
deutet  auf  alte  Beziehungen  dieser  Küste  zu  Aegypten.  Das  mit  Punt
so  oft  zusammen  genannte  Land  To-neter  ,das  Gottesland'  haben  wir
an  der  gegenüberliegenden  Küste  Arabiens,  in  dem  Lande  der  Sabäer
uralter  Cultur  zu  suchen.  Diese  Gleichsetzung  des  Gotteslandes  mit
dem  Lande  der  Sabäer  wird  durch  eine  Inschrift,  welche  geeignet
schien  sie  zu  erschüttern,  vielmehr  in  erwünschtester  Weise  bestätigt.
In  zwei  Gemächern  des  Amontempels  in  Theben  hat  Tliutmes  Kleine ­
  Reihe  fremder  Pflanzen  und  Thiere  darstellen  lassen,  die  er  auf
seinen  weiten  Heereszügen  kennen  gelernt  hatte.  Die  daneben  befindliche ­
  Hauptinschrift  lautete  mit  einer  für  unsere  Zwecke  übrigens  unwesentlichen ­
  Ergänzung  von  Brugseh  also:  ,Da  ist  allerlei  Gewächs  und

Aeg.  Z.  1870,  Tafel  II.  S.  43.
            
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