Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

373

am  11.  Payni,  man  den  Grund  legte  zu  der  Umfassungsmauer
und  dem  Pylonenvorhof  und  dass  sein  ältester  Sohn  ihm  auf
dem  Throne  folgte,  als  man  an  ihnen  baute.  Definitiv  wird
die  Frage  durch  eine  Stele  unserer  ägyptischen  Sammlung  erledigt. ­
  Diese  demotische  Stele  ist  für  uns  auch  darum  interessant,
weil  aus  dem  einzigen,  auf  dem  hiesigen  Münz-  und  Antikenkabinete
  aufbewahrten  Briefe  Champollion’s  an  den  damaligen
Director  Herrn  v.  Steinbüchel,  dessen  gütige  Mittheilung  ich
Herrn  Dr.  v.  Bergmann  verdanke,  hervorgeht,  dass  der  Begründer ­
  unserer  Wissenschaft  sich  auf  Grund  eingesandter
,calques‘  mit  ihr  und  ausserdem  noch  mit  einer  anderen  Ptolemäerstele ­
  1  unserer  Sammlung  beschäftigt  hat.  Bedenkt  man  das
Datum  des  Briefes  —  28.  Februar  1825,  aus  Turin  —  so  wird
man  es  begreiflich  finden,  dass  das  von  Champollion  gegebene
Resume 2  unserer  Stele  nur  höchst  unvollkommen  sein  konnte.
Die  Stele  ist  nach  verschiedenen  Seiten  merkwürdig.
Der  lange  Stammbaum,  der  die  mittleren  Zeilen  füllt,  setzt  uns
in  den  Stand,  die  Verbindung  zweier  Tkeile  einer  Familie
memphitischer  Priester  herzustellen,  welche  wir  nun  durch  volle
drei  Jahrhunderte  verfolgen  können.
Leider  ist  der  grössere  Theil  der  26  Zeilen,  welche  die
mit  schwarzer  Tinte  geschriebene  Stele  enthielt,  arg  verwischt.

1  Saal  IV,  Nr.  52.  Den  Namen  des  memphitischen  Priesters,  für  den  die
Stele  bestimmt  war,  V\  Vp,  Harmachis,  las  Champollion  damals
Aremsaou.  - ai  —
2  Ich  gebe  die  unsere  Stele  (Saal  IV,  Nr.  1)  betreffenden  Stellen  des  in
grosser  Eile  niedergeschriebenen  Briefes:  (L’autre  Stele  est  egalement
funeraire  d’apres  la  courte  etude  que  j’en  ai  pu  faire,  j’y  trouve  en
hieroglyph.es  le  nom  du  defunt  qui  s’appelait  Petouasti  ou  ä  la  grecque
Pet-bu-bastis  et  je  distingue  tres  clairement  dans  le  texte  dÄmotique  1°
une  date  de  l’an  XIV  le  18  du  Mechir  du  Roi  Ptolemie  et  de  la  Reine
Cleopatre  Rieux  Everghtes,  2°  plus  bas  une  date  relative  de  Van
V‘  d'Athyr  le  19  du  Roi  Ptolemie  et  de  la  Reine  Cliopatre  Rieux  Philopators,
  3°  enfin  ä  PantepÄnultieme  ligne  une  troisieme  date  ainsi
conque:  dans  l’annee  V e  le  20  de  Choiak.  II  est  probable  que  c’etait  ici
une  reproduction  de  la  date  initiale  de  la  Stele,  tellement  indecise  ou
effacee  sur  l’original  qu’il  m’a  dte  impossible  de  fixer  auquel  des  Rois
Lagides  se  rapporte  ce  monument.  Aussitot  que  le  temps  me  permettra
de  m’occuper  plus  ä  fond  de  cette  curieuse  inscription  demotique  j’espere
en  tirer  un  meilleur  parti  que  ne  l’a  permis  l’examen  rapide  dont  je
suis  force  de  me  contenter  pour  le  moment 1 .
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.