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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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erobern  und  durch  umfassende  Begünstigungen  die  Unzufriedenheit ­
  zu  mindern.
Den  Schlussstein  zu  diesen  Ausführungen  bildet  eine  in
diesem  Zusammenhänge  noch  nicht  verwerthete  Stelle  der
Excerpte  aus  dem  ersten  Buche  des  Agatharchides  ,xepi  spuSp«?
0«XctsoY);', 1  welche  sowohl  auf  diese  Dinge  neues  Licht  wirft,
als  auch  von  ihnen  empfängt.  Zwischen  einer  kurzen  Bemerkung ­
  über  die  Begrenzung  Aegyptens  (§.  10)  und  einer
Beschreibung  der  äthiopischen  Waffen  (§.  19)  erscheint  ein
längeres  Stück,  welches  die  Aufforderung  an  einen  jungen
Ptolemaios  enthält,  einen  Krieg  gegen  die  Aethiopen  zu  unternehmen. ­
  Die  Gefahr  wird  von  Seiten  eines  früheren  Vormundes ­
  und  Reichsverwesers  (exfopoxov  tou  cwp.ato?  tou  oou,  vsou
xavxeAüg  ’i'i-oq  y.a't  tvjg  oXrjq  ßaciXsiaq  §.  17)  als  evident  (tüW  xpo-SvjXtov
  y.ivSüvwv)  dargestellt.  Der  König,  der  als  kleines  Kind
den  Thron  bestiegen  hatte  und  hier  angeredet  wird,  kann  nach
den  im  Anschlüsse  an  Droysen 2  vorgebrachten  Argumenten
Hiller’s 3  kein  anderer  sein  als  Epiphanes,  der  bei  seinem  Regierungsantritte ­
  vier  oder  fünf  Jahre  alt  war.  Was  gegen  Ptolemaios ­
  Philometor  und  vollends  gegen  Ptolemaios  Alexander  I.
spricht,  hat  Hiller  zusammengestellt  und  umsichtig  erwogen.
Auch  damit  kann  man  sich  einverstanden  erklären,  dass  das
fragliche  Stück  nicht  eine  von  Agatharchides  selbst  verfasste
Ansprache  darstellt,  sondern  ein  Anderer  an  dieser  Stelle
sprechend  eingeführt  wird.  Schon  Niebuhr 4  hat  das  Letztere
behauptet  und  Droysen  in  dem  Redenden  den  Vormund  des
Epiphanes,  den  Akarnanen  Aristomenes  erkannt.
Die  Wiedereroberung  Thebens  hat  mannigfache  Veränderungen ­
  in  der  Verwaltung  Oberägyptens  hervorgerufen,  welche
auch  äusserlich  in  der  Fassung  der  Urkunden  uns  entgegen-Ort
  südlich  von  Philae  in  Nubien  liegt,  wurde  nach  Champollion’s  Angaben, ­
  von  Ergamenes  begonnen,  von  Euergetes  I.,  Philopator  und
Euergetes  II.  fortgesetzt,  von  Augustus  vollendet.  Den  Tempel  von  Parembole
  begann  ein  Aethiopenkönig  Atharamon  zu  bauen,  fortgesetzt
und  vollendet  wurde  derselbe  von  Philopator,  Augustus  und  Tiberius.
1  Bei  Photios  und  C.  Müller,  Geogr.  min.  I,  S.  Ulf.
2  De  Lagidarum  regno,  S.  5  f.
3  Neue  Jahrbücher  für  Philologie  und  Pädagogik  von  Fleckeisen,  1867,
Band  95,  S.  597  f.
4  Kleine  Schriften;  I,  S.  411.
            
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