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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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drückt  werden  konnten,  Kunde  erkalten. 1  Aus  einer  Reihe
demotisclier  Texte  haben  wir  die  Namen  von  zwei  Königen 2
kennen  gelernt,  welche  Oberägypten  während  eines  grossen
Theiles  der  Regierung  des  Epiphanes  beherrschten.  Damit  ist
die  Tkatsache  zusammenzuhalten,  dass  in  den  ersten  neunzehn ­
  Jahren  der  Regierung  des  Epiphanes  abgefasste  Contracte
nicht  erhalten  sind. 3  Ueber  die  wahre  Bedeutung  dieser  Bewegungen ­
  in  Oberägypten  geben  uns  nicht  richtig  gedeutete
oder  übersehene  Stellen  griechischer  Texte  Aufschluss.
Auszugehen  hat  man  von  der  Erklärung  des  Advocaten
der  Choachyten  im  Hermiasprocesse,  Deinon.  Dieser  sagt: 4  ,Der
Gegner  giebt  zu,  dass  sein  Vater  mit  anderen  Soldaten  aus
Diospolis  in  die  oberen  Gegenden  gezogen  sei,  als  die  Unruhen ­
  unter  dem  Vater  der  (nun)  regierenden  Könige  (Euergetes
  II.  und  Kleopatra),  dem  Gotte  Epiphanes,  ausbrachenh
Man  hat  bei  den  avco  totcoc  an  Gebiete  zu  denken,  welche  südlich ­
  von  Theben  lagen,  wie  denn  auch  Aegypten  selbst  von
demselben  Gesichtspunkte  aus  in  eine  a'vco  und  eine  zotTW  -/wpa
zerfiel.  Der  Ausdruck,  der  von  Deinon  gebraucht  wird,  ,p.sv^X-9ai‘,
  ist  so  harmlos  als  nur  möglich;  keineswegs  ist  es  daher
zulässig, 5  diese  Stelle  dahin  zu  deuten,  dass  die  Soldaten

1  Brugseh,  Aeg.  Z.  1878,  S.  43  f.

,  Anchmacliis,  wie  jetzt

Revillout  (Revue  egypt.,  II,  145)  die  Namen  liest.  Die  Jahre,  welche
diese  Könige  zählen,  sind,  wie  das  Beispiel  von  König  Pianchi  zeigt,
die  Regierangsjahre  derselben  als  Könige  Aethiopiens,  heben  nicht  etwa
von  der  Eroberung  Oberägyptens  an.
3  Ueber  den  Contract  aus  dem  Jahre  VII,  Louvre  Nr.  2435,  vgl.  die  Ausführungen ­
  Revillout’s,  Chrest.  S.  389  Note,  aus  denen  folgt,  dass  wir  es
hier  mit  einer  in  späterer  Zeit  ausgestellten  Copie  zu  thun  haben.  Dass
den  Beamten  der  Ptolemäer  die  Datierung  nach  einem  äthiopischen  Fürsten, ­
  welche  das  Original  der  Urkunde  zeigt,  wenig  erwünscht  sein
konnte,  und  sie  sich  beeilten,  sie  nachträglich  durch  die  correcte,  welche
in  Memphis  gegolten  hatte,  zu  ersetzen,  ist  selbstverständlich.
4  Papyr.  Taur.  I,  p.  5  1.  27—29.
5  Wie  dies  Revillout  in  der  oben  S.  354,  A.  1  angeführten  Arbeit,  S.  21  (ils
etaient  chasscs)  thut,  gegen  die  Autorität  des  grossen  Meisters  Letronne
(Oeuvres  choisies,  I.  Serie,  II,  305),  der  in  seinem  Commentar  zur  Rosette-Inschrift
  auf  Grund  der  ihm  vorliegenden  Zeugnisse,  über  die  ,nature  et
le  th^ätre  de  l’ev&nement“  sich  also  aussprach:  ,L’un  (d.  li.  des  temoignages)

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