Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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drückt werden konnten, Kunde erkalten. 1 Aus einer Reihe
demotisclier Texte haben wir die Namen von zwei Königen 2
kennen gelernt, welche Oberägypten während eines grossen
Theiles der Regierung des Epiphanes beherrschten. Damit ist
die Tkatsache zusammenzuhalten, dass in den ersten neunzehn
Jahren der Regierung des Epiphanes abgefasste Contracte
nicht erhalten sind. 3 Ueber die wahre Bedeutung dieser Bewegungen
in Oberägypten geben uns nicht richtig gedeutete
oder übersehene Stellen griechischer Texte Aufschluss.
Auszugehen hat man von der Erklärung des Advocaten
der Choachyten im Hermiasprocesse, Deinon. Dieser sagt: 4 ,Der
Gegner giebt zu, dass sein Vater mit anderen Soldaten aus
Diospolis in die oberen Gegenden gezogen sei, als die Unruhen
unter dem Vater der (nun) regierenden Könige (Euergetes
II. und Kleopatra), dem Gotte Epiphanes, ausbrachenh
Man hat bei den avco totcoc an Gebiete zu denken, welche südlich
von Theben lagen, wie denn auch Aegypten selbst von
demselben Gesichtspunkte aus in eine a'vco und eine zotTW -/wpa
zerfiel. Der Ausdruck, der von Deinon gebraucht wird, ,p.sv^X-9ai‘,
ist so harmlos als nur möglich; keineswegs ist es daher
zulässig, 5 diese Stelle dahin zu deuten, dass die Soldaten
1 Brugseh, Aeg. Z. 1878, S. 43 f.
, Anchmacliis, wie jetzt
Revillout (Revue egypt., II, 145) die Namen liest. Die Jahre, welche
diese Könige zählen, sind, wie das Beispiel von König Pianchi zeigt,
die Regierangsjahre derselben als Könige Aethiopiens, heben nicht etwa
von der Eroberung Oberägyptens an.
3 Ueber den Contract aus dem Jahre VII, Louvre Nr. 2435, vgl. die Ausführungen
Revillout’s, Chrest. S. 389 Note, aus denen folgt, dass wir es
hier mit einer in späterer Zeit ausgestellten Copie zu thun haben. Dass
den Beamten der Ptolemäer die Datierung nach einem äthiopischen Fürsten,
welche das Original der Urkunde zeigt, wenig erwünscht sein
konnte, und sie sich beeilten, sie nachträglich durch die correcte, welche
in Memphis gegolten hatte, zu ersetzen, ist selbstverständlich.
4 Papyr. Taur. I, p. 5 1. 27—29.
5 Wie dies Revillout in der oben S. 354, A. 1 angeführten Arbeit, S. 21 (ils
etaient chasscs) thut, gegen die Autorität des grossen Meisters Letronne
(Oeuvres choisies, I. Serie, II, 305), der in seinem Commentar zur Rosette-Inschrift
auf Grund der ihm vorliegenden Zeugnisse, über die ,nature et
le th^ätre de l’ev&nement“ sich also aussprach: ,L’un (d. li. des temoignages)
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