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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

Euergetes  nur  kurz  überlebt  bat. 1  Es  unterliegt  für  uns  keinem
Zweifel,  dass  der  in  unserer  Inschrift  genannte  ,Bruder  der
Könige'  eben  des  Euergetes  Bruder  Lysimachos  sei.  Die
,Könige'  sind  sein  leiblicher  Bruder  Ptolemaios  Euergetes  und
die  aSsXo'i)  zai  -fuvr)  aü-rou  Berenike,  wie  sie  in  der  Weihinschrift
des  Tempels  des  Osiris  zu  Kanopos 2  genannt  wird.  Die  Inschrift ­
  ist  vom  Tybi  des  siebenten  Jahres  des  Euergetes,  also
vom  Februar  oder  März  240  v.  d.  ehr.  Aera.  Nun  erklärt  sich  das
Fehlen  der  Cartouche  und  des  Königstitels,  nun  erklärt  sich
die  Auslassung  des  Zusatzes  n  ,der  Selige',  nun  erklärt
sich  der  Zusatz  ,Der  Srtiqos'.  Es  ist  eben  das  griechische
,axpaxxdessen  drei  anlautende  Consonanten  für  die  ägyptische ­
  Zunge  nicht  zu  bewältigen  waren.  Hat  doch  der  Aegypter
aus  ^ra-njp',  welches  ihm  weniger  Schwierigkeiten  darbot,
,c*.Tccpt'  gemacht. 3  Des  Euergetes  Bruder  Lysimachos,  der
bisher  nur  aus  den  bereits  erwähnten  Stellen  griechischer
Autoren  bekannt  war,  tritt  uns  nun  in  einer  demotischen  Inschrift ­
  als  Stratege  von  Koptos  entgegen.  Im  Namen  seines
königlichen  Bruders  Euergetes  amtete  Lysimachos  als  Stratege
an  dem  Orte,  nach  welchem  Arsinoe  I.  von  ihrem  Gemahle
Ptolemaios  Philadelphos  verbannt  worden  war.  Es  ist  mehr
als  wahrscheinlich,  dass  zwischen  diesen  zwei  Thatsachen  ein
innerer  Zusammenhang  besteht;  bei  dem  gänzlichen  Versagen
unserer  Quellen  wird  man  sich  jedoch  bescheiden  müssen,  auf
denselben  hingewiesen  zu  haben.
Für  die  Regierung  des  Ptolemaios  Epiphanes  haben  sich
sowohl  die  hieroglyphischen  als  auch  die  demotischen  Texte
besonders  aufschlussreich  erwiesen.  Von  den  Angaben  der
Inschrift  von  Rosette  abgesehen,  haben  wir  aus  der  hieroglyphischen ­
  Bauurkunde  von  Edfu  und  aus  dem  hieroglyphischdemotischen
  Decret  von  Philae  von  grossen  Unruhen  in  Oberägypten, ­
  welche  mit  dem  Tode  des  Philopator  begonnen  haben
müssen  und  erst  im  neunzehnten  Jahre  des  Epiphanes  unterzai

  KpiitM  p.sv  apruaai  ipövov  Aucipctym,  05  ini>s  ’Apatvrirj;  T7)5  AuaipA/ou
zai  !lroAEua!o'j,  oeut^pu  z.  x.  X.
1  Er  ward  220  v.  d.  ehr.  Ae.  umgebracht.
2  Letronne,  Recueil,  I,  3.
3  Peyron,  Lexicon  linguae  copticae,  S.  218.
            
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