Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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entschieden hat. Denn Lysimachos war ja der Vater der
ersten Arsinoe, unmöglich konnte er daher als ihr Bruder bezeichnet
werden. Dagegen war er mit der zweiten Arsinoe
vermählt gewesen, der nunmehrigen Gemahlin und Schwester
des regierenden Königs Philadelphos. Durch Uebertragung der
ägyptischen Uebung, wonach die Königin zugleich als Schwester
des Königs 1 bezeichnet wurde, auf thrakische Verhältnisse
könnte die Bezeichnung des Thrakerkönigs Lysimachos als
Bruder des Philadelphos und der Arsinoe zur Noth erklärt
werden. Das Datum ,Jahr VII' würde uns auf den nach unserer
Annahme 2 wahrscheinlichsten Ansatz für die Vermählung
des Ptolemaios und der Arsinoe weisen. Man wird sich jedoch für
eine etwas gezwungene Erklärung nur dann entscheiden können,
wenn gegen dieselbe wesentliche Gründe nicht sprechen, und
keine andere Möglichkeit den fraglichen Text zu deuten vorliegt.
Beides trifft bei unserer Inschrift nicht zu. Nach dem
von Revillout vorgeschlagenen Ansatz bleibt es vor Allem unerklärt,
warum Lysimachos, der Thrakerkönig, nicht König
genannt wird. Zweitens, warum er nicht als ,verstorben'
bezeichnet wird, was er ja im siebenten Jahre des Philadelphos
schon längst war. Endlich, was es mit dem Zusatze ,der
Srtiqos' für ein Bewenden hat. Die ohne jegliche Erklärung
von Revillout gegebene Uebersetzung ,le Sardique' fördert
uns nicht. Man könnte an die Stadt Sardika denken, aber
damit wäre für die Deutung des Zusatzes auch nichts gewonnen.
Wir glauben eine andere Erklärung geben zu können,
die keiner Schwierigkeit unterliegt, und uns einen erwünschten
Beitrag zur' Geschichte der Ptolemäer liefert. Aus der schon
herangezogenen Stelle des Scholiasten 3 zu Theokrit’s Idyll.
XVII, 128 ergiebt sich, dass Philadelphos von der ersten Arsinoe
drei Kinder hatte, nämlich: Ptolemaios, Lysimachos und Berenike.
Aus Polybios erfahren wir Näheres über das Ende des
an zweiter Stelle genannten Lysimachos, 1 der seinen Bruder
1 Letronne, Recueil, I, 3.
2 S. 360.
3 S. 361, Anm. 2.
XV, 25 (III, 911 ed. Hultsck): f, Oxi Scoa^ßioi; 6 t|/su8e7:{Tpo;:o(; IlToXe|j.a(ou
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Sitzungsber. d. phil.-hiat. CI. CV. Bd. II. Hft. 24