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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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entschieden  hat.  Denn  Lysimachos  war  ja  der  Vater  der
ersten  Arsinoe,  unmöglich  konnte  er  daher  als  ihr  Bruder  bezeichnet ­
  werden.  Dagegen  war  er  mit  der  zweiten  Arsinoe
vermählt  gewesen,  der  nunmehrigen  Gemahlin  und  Schwester
des  regierenden  Königs  Philadelphos.  Durch  Uebertragung  der
ägyptischen  Uebung,  wonach  die  Königin  zugleich  als  Schwester ­
  des  Königs  1  bezeichnet  wurde,  auf  thrakische  Verhältnisse
könnte  die  Bezeichnung  des  Thrakerkönigs  Lysimachos  als
Bruder  des  Philadelphos  und  der  Arsinoe  zur  Noth  erklärt
werden.  Das  Datum  ,Jahr  VII'  würde  uns  auf  den  nach  unserer ­
  Annahme  2  wahrscheinlichsten  Ansatz  für  die  Vermählung
des  Ptolemaios  und  der  Arsinoe  weisen.  Man  wird  sich  jedoch  für
eine  etwas  gezwungene  Erklärung  nur  dann  entscheiden  können,
wenn  gegen  dieselbe  wesentliche  Gründe  nicht  sprechen,  und
keine  andere  Möglichkeit  den  fraglichen  Text  zu  deuten  vorliegt. ­
  Beides  trifft  bei  unserer  Inschrift  nicht  zu.  Nach  dem
von  Revillout  vorgeschlagenen  Ansatz  bleibt  es  vor  Allem  unerklärt, ­
  warum  Lysimachos,  der  Thrakerkönig,  nicht  König
genannt  wird.  Zweitens,  warum  er  nicht  als  ,verstorben'
bezeichnet  wird,  was  er  ja  im  siebenten  Jahre  des  Philadelphos ­
  schon  längst  war.  Endlich,  was  es  mit  dem  Zusatze  ,der
Srtiqos'  für  ein  Bewenden  hat.  Die  ohne  jegliche  Erklärung
von  Revillout  gegebene  Uebersetzung  ,le  Sardique'  fördert
uns  nicht.  Man  könnte  an  die  Stadt  Sardika  denken,  aber
damit  wäre  für  die  Deutung  des  Zusatzes  auch  nichts  gewonnen.
Wir  glauben  eine  andere  Erklärung  geben  zu  können,
die  keiner  Schwierigkeit  unterliegt,  und  uns  einen  erwünschten
Beitrag  zur'  Geschichte  der  Ptolemäer  liefert.  Aus  der  schon
herangezogenen  Stelle  des  Scholiasten 3  zu  Theokrit’s  Idyll.
XVII,  128  ergiebt  sich,  dass  Philadelphos  von  der  ersten  Arsinoe
drei  Kinder  hatte,  nämlich:  Ptolemaios,  Lysimachos  und  Berenike.
  Aus  Polybios  erfahren  wir  Näheres  über  das  Ende  des
an  zweiter  Stelle  genannten  Lysimachos, 1  der  seinen  Bruder

1  Letronne,  Recueil,  I,  3.
2  S.  360.
3  S.  361,  Anm.  2.
XV,  25  (III,  911  ed.  Hultsck):  f, Oxi  Scoa^ßioi;  6  t|/su8e7:{Tpo;:o(;  IlToXe|j.a(ou
eöoxet  yeyov^vou  a/.euoi;  ay/ivouv  xoci  rcoXu^povtov  £n  8's  xaxorcoiov  iv  ßaaiXs(a
Sitzungsber.  d.  phil.-hiat.  CI.  CV.  Bd.  II.  Hft.  24
            
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