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Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II. 365
In derselben Lage befinden wir uns einer anderen Urkunde
gegenüber, welche den Uebergang zu der Regierung des
Ptolemaios Euergetes bildet. Auf Grund derselben könnte man
sich veranlasst fühlen, dem Philadelphos nur 37 volle Jahre zu
geben, im Gegensätze zum Kanon, welcher 38 volle Jahre hat.
Die Urkunde ist vom Tybi des Jahres XXXVI des Königs
Ptolemaios Philadelphos. 1 In derselben verpflichtet sich ein
Pastophore aus Theben binnen drei Jahren, gleich sechsunddreissig
Monaten, wie sich die Urkunde, vorsichtig wie immer,
ausdrückt, also Ende Tybi des Jahres XXXIX, einer uns aus
anderen Urkunden wohlbekannten Frau aus Theben fünfzehn
Schekel, die er von ihr zu Leihen bekommen hatte, mit den
gehörigen Zinsen 2 zurückzustellen, widrigenfalls er ihr die Hälfte
seines Hauses und andere Güter, die einzeln angegeben werden,
zu cedieren sich verpflichtete. Nun liegt uns eine Urkunde vom
Phamenoth des zweiten Jahres des Euergetes — Philadelphos
war inzwischen verstorben ■— vor, 3 in welcher unser Pastophore,
der sich, wie wir annehmen müssen, als zahlungsunfähig
erwiesen hatte, alle seine Rechte auf die Hälfte seines Hauses
und auf die übrigen Güter der erwähnten Frau überträgt. In
derselben Urkunde wird zugleich die im Mechir desselben
Jahres ausgestellte ,Schrift wegen Silber' 1 erwähnt. Indem
Revillout das in der Urkunde vom Jahre XXXVI in Aussicht
genommene Jahr XXXIX dem Jahre II des Euergetes gleichsetzt,
kommt er zu dem Ergebnisse, dass das Jahr XXXVII
dem Philadelphos noch ganz, das folgende nur zum Tlieile gehört
hat, und dass darum ,il n’a pu exister de monuments dates
de l’an 39 de Philadelpheh 5 Diese allerdings naheliegende Annahme,
welche die Autorität des Kanons in bedenklicher Weise
erschüttern würde, erledigt sich sofort durch den Hinweis auf
die ohen° besprochenen Stelen unserer ägyptischen Sammlung,
besonders durch die Stele des Teos, welcher unter Philadelphos
gehören war und unter Euergetes starb. Man wird daher an-1
Louvre Nr. 2443, Chrest. S. 246.
2 Im Ganzen 28 Schekel.
3 Louvre Nr. 2438, Chrest. S. 257.
4 Vgl. darüber Revillout, a. a. O. Introduction.
6 Revue %ypt. I, S. 14 und 15, Note 3.
6 S. 352.
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