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362 Krall.
hatte, was er besass) unterzeichnen (zum Zeichen der Verzichtleistung),
damit sie nicht gegen meine (d. h. des Chamois und
der Tabubu) Kinder wegen Deiner Güter Streit erheben'. Aber
nicht zufrieden damit erbittet und erwirkt sie, um ihrer Sache
ganz sicher zu sein, von Chamois die Tödtung seiner Kinder,
auf dass sie gegen ihre Kinder wegen. Chamois’ Güter keinen
Streit erheben. 1 Unwillkürlich drängt sich uns die Vermuthung
auf, dass unserem Autor, der allem Anscheine nach ein Zeitgenosse
der Ereignisse 2 war, die uns hier beschäftigen, bei
Ausführung dieser Scene die Vorgänge, welche am Hofe zwischen
Philadelphos, Arsinoe II. und den Kindern der ersten
Arsinoe sich abgespielt hatten, vorschwebten.
Der Erklärungsversuch, wonach unter dem in unseren Urkunden
erwähnten Sohne und Mitregenten des Philadelphos,
der spätere König Aegyptens, Ptolemaios Euergetes zu verstehen
wäre, scheint mir durch die voranstehenden Ausführungen
allseitig erschüttert zu sein. Ich glaube, dass aus denselben
klar hervorgeht, dass die allgemeinen Verhältnisse
und die Sitten in Aegypten — man erinnere sich an die Formeln
der Ehecontracte, 3 in welchen der Mann, ohne Rücksicht auf
die Kinder aus einer früheren Ehe, seiner zweiten Frau erklärt:
,Dein (und mein) Sohn wird der Herr der Gesammtheit von
dem sein, das ich habe und das ich (noch) erwerben werde'
— gerade das Gegentheil von dem erwarten lassen, was Wiedemann
zur Erklärung der Urkunden behauptet. Es wäre daher
gar nicht auffallend, wenn der fragliche Ptolemaios ein Sohn
des Philadelphos und der zweiten Arsinoe wäre, dessen Name
zu einer Zeit, wo er noch unmündig war, auf die Urkunden
gerade darum gesetzt wurde, damit nicht — um die Worte
1 V, 24—28.
2 Vgl. Revillout in der Revue archeologique, 1879, Band 38, S. 17, dem sich
Maspero, Contes, S. 45 (,le type de l’ecriture et les partieularitäs de la
langue me font peneher pour le premier — d. h. für Philadelphos
de ces deux princes) ansehliesst. Die im Texte gegebene Combination
scheint mir diese Ansetzung der Abfassung unserer Erzählung erheblich
zu stützen.
3 Revillout hat deren eine grosse Menge bekannt gemacht. Seine erste
Arbeit über diese Frage ist seine ,Lettre ä M. Chabas sur les contrats
de mariage 4gyptiens‘ (Journal asiatique, 1877).