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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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der  älteren  Forscher,  welche  die  Vermählung  um  277  v.  d.  ehr.
Aera  setzten, 1  werden  sich  von  der  Wahrheit  kaum  weit  entfernen. ­
  Bemerkenswerth  ist  ferner,  dass  die  ägyptischen  Monumente, ­
  welche  übrigens  bisher  nur  für  die  untere  Zeitgrenze
aufschlussreich  sieh  erwiesen  haben,  die  Neueren  doch  genöthigt
haben,  von  den  sechziger  Jahren  in  die  siebziger  Jahre  des
dritten  Jahrhunderts  zurückzugehen.  Den  äusseren  Anlass  zu  der
Verstossung  der  ersten  Arsinoe  gab  eine  von  ihr  gegen  Philadelphos
  angezettelte  Verschwörung, 2  zu  der  sie  wohl  durch  die
Intriguen  der  zweiten  Arsinoe,  welche  sie  und  ihre  Kinder  aus
ihrer  Stellung,  verdrängen  wollte,  getrieben  worden  sein  wird.
Schwerlich  kann  es  sich  um  etwas  Anderes  gehandelt  haben  als
um  die  Behauptung  der  Ansprüche  des  Erstgeborenen  der  Arsinoe
auf  den  Thron  Aegyptens  durch  Vereitelung  der  Machinationen
der  zweiten  Arsinoe,  eventuell  durch  Beseitigung  des  Philadelphos
  selbst.  Und  nun  versetze  man  sich  in  die  Situation,
welche  aus  der  Annahme  der  Hypothese  Wiedemanns  sich  ergeben ­
  würde.  Ptolemaios  vermählt  sich  mit  seiner  Schwester
Arsinoe,  nimmt  aber  zugleich  den  Sohn  ihrer  verstossenen
Nebenbuhlerin  zum  Mitregenten  an,  um  die  Hintansetzung  der
Rechte  desselben  auf  den  Thron  Aegyptens  zu  Gunsten  etwa
aus  der  neuen  Ehe  entsprossender  Söhne  zu  verhindern.  Täglich ­
  musste  durch  jede  Inschrift  und  jede  Urkunde,  die  ihr  zu
Gesichte  kam,  Arsinoe  daran  erinnert  werden.  Und  man  vergesse ­
  nur  nicht,  dass  Philadelphos  gerade  einer  solchen  Hintansetzung ­
  die  Krone  verdankte.  Ein  Autor  der  ersten  Ptolemäerzeit,
  der  Verfasser  der  Erzählung  von  Chamois  und  Neferchophtah,
  der  die  ägyptischen  Verhältnisse  gevdss  besser  als
wir  kannte,  hätte  die  Sachlage  ganz  anders  aufgefasst.  Er
lässt  Tabubu  zum  Prinzen  Chamois  sagen:  ,Lass  Deine  Kinder
die  mir  ausgestellte  Urkunde  (in  der  Chamois  ihr  alles  geschenkt
1  Champollion-Figeac,  Annales  des  Lagides,  II,  20,  nimmt  das  Jahr  277  an.
Scholiast  zn  Theokrit,  Idyll.  XVII,  128:  IlToX£|j.odü)  tco  OtXaodXcptiJ  auvw-Tzpovepov
  ’Apaivdr]  r\  Auaip.ayou,  a<p’  f\;  zai  zobq  7:atoa?  iy^vvyjaev,  IItoXe-[j-aiov
  zai  Auatp-a^ov  zai  B£peW/7]v  •  STuißouXsuouaav  8s  Tauxrjv  s&pcbv  zai  abv  aui7)
Ap.uviav  zai  Xpt$at7t7:ov  rov  'PoStov  Zaxpov,  toutou<;  jj.'ev  avsfXEv,  aui^v  oe
s^7CE(j.<j>£v  ei;  Kottcov  ^  Et?  T07cov  07)ßatoo^  zai  T7)V  ofcefav  aOEXcp7)v  ’Apuivorjv
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