Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

353

Rouge  genommene  Abschrift,  welche  mit  der  unsrigen  vollkommen ­
  übereinstimmt,  vorlag,  für  PLiladelphos  eine  sechsunddreissigjährige
  Regierung  herausbringen  konnte,  so  war  dies
die  Folge  einer  Reihe  sehr  böser  Schreib-  oder  Rechenfehler 1
und  wird  durch  eine  spätere  Bemerkung  einfach  aufgehoben. 2
Zählen  wir  vom  Regierungsantritte  des  Euergetes  38  Jahre
zurück,  so  fällt  das  erste  Jahr  285—284  v.  d.  ehr.  Aera,  in  eine
Zeit,  in  der  Soter  noch  lebte.  Wir  sehen  sonach,  dass  Philadelphos
  nach  der  zweiten  Art  schon  bei  Lebzeiten  seines  Vaters
eigene  Jahre  zu  zählen  begann.
Nach  der  von  Revillout  vorgetragenen  Ansicht  müssten
wir  gegen  alle  Analogien  annehmen,  dass  unter  dem  an  erster
Stelle  genannten  Ptolemaios,  Ptolemaios  Soter  gemeint  sei,  während ­
  die  gezählten  Jahre  nicht  seine  Regierungsjahre,  sondern
die  seines  an  zweiter  Stelle  angeführten  Sohnes  Philadelphos
darstellen  würden.  Ferner  müssten  wir  annehmen,  dass  Ptolemaios ­
  Soter  als  seinen  Vater  einen  Ptolemaios  und  nicht  den
Lagos  genannt  haben  sollte,  und  nach  Gründen  dieser  auffallenden ­
  Erscheinung  suchen.  Die  dafür  vorgebrachten  Momente ­
  sind,  wie  oben  dargethan,  hinfällig.  Eher  könnte  man  dafür
geltend  machen,  dass,  indem  Ptolemaios  Soter  den  Namen  Ptolemaios ­
  zum  dynastischen  Namen 3  erhob,  er  von  den  ägyptischen

1  Auf  keinen  Fall  kann  man  den  Schluss,  den  Robiou  ziehen  will,  billigen:
,On  voit  par  lä  qu’il  ne  voulut  se  considerer  que  conune  lieutenant  de
son  p&re,  tant  que  vecut  celui-ci.  Cela  fait  houneur  ä  la  memoire  de
Philadelphe. 1  Für  die  Datierungen  gab  es  feste  von  Alters  her  überkommene ­
  Vorschriften  und  Uebungen,  an  welche  Ptolemaios  Philadelphos
sich  zu  halten  hatte.  Ebensowenig  ist  es  zulässig,  aus  den  Beinamen
der  Ptolemäer,  wie  z.  B.  Pliilometor,  Philopator  u.  s.  w.,  irgend  welche
Schlüsse  historischer  Art  ziehen  zu  wollen.  Vgl.  unten  Anm.  3.
2  A.  a.  0.  S.  51.

Aehnlich  wie  der  Name  O  jjj  ["1  ^j.,  Kamses,  es  in  der  Ramessidenzeit
war.  Erst  die  Beinamen,  wie  J  |  ,Fürst  von  Theben 1  oder  J  ,Fürst
von  Heliopolis 1  schieden  die  einzelnen  Könige  von  einander.  Demselben ­
  Zwecke  dienten  auch  die  Beinamen  der  Ptolemäer,  welche
der  mythologischen  Phraseologie  nicht  der  Wirklichkeit  entnommen
wurden.  Ich  erinnere  ferner  an  den  Beinamen  Miamu

<1

der

den  Nachfolgern  der  Ramessiden  bis  auf  Tearko  gemeinsam  ist.  Josephus

23*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.