Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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Rouge genommene Abschrift, welche mit der unsrigen vollkommen
übereinstimmt, vorlag, für PLiladelphos eine sechsunddreissigjährige
Regierung herausbringen konnte, so war dies
die Folge einer Reihe sehr böser Schreib- oder Rechenfehler 1
und wird durch eine spätere Bemerkung einfach aufgehoben. 2
Zählen wir vom Regierungsantritte des Euergetes 38 Jahre
zurück, so fällt das erste Jahr 285—284 v. d. ehr. Aera, in eine
Zeit, in der Soter noch lebte. Wir sehen sonach, dass Philadelphos
nach der zweiten Art schon bei Lebzeiten seines Vaters
eigene Jahre zu zählen begann.
Nach der von Revillout vorgetragenen Ansicht müssten
wir gegen alle Analogien annehmen, dass unter dem an erster
Stelle genannten Ptolemaios, Ptolemaios Soter gemeint sei, während
die gezählten Jahre nicht seine Regierungsjahre, sondern
die seines an zweiter Stelle angeführten Sohnes Philadelphos
darstellen würden. Ferner müssten wir annehmen, dass Ptolemaios
Soter als seinen Vater einen Ptolemaios und nicht den
Lagos genannt haben sollte, und nach Gründen dieser auffallenden
Erscheinung suchen. Die dafür vorgebrachten Momente
sind, wie oben dargethan, hinfällig. Eher könnte man dafür
geltend machen, dass, indem Ptolemaios Soter den Namen Ptolemaios
zum dynastischen Namen 3 erhob, er von den ägyptischen
1 Auf keinen Fall kann man den Schluss, den Robiou ziehen will, billigen:
,On voit par lä qu’il ne voulut se considerer que conune lieutenant de
son p&re, tant que vecut celui-ci. Cela fait houneur ä la memoire de
Philadelphe. 1 Für die Datierungen gab es feste von Alters her überkommene
Vorschriften und Uebungen, an welche Ptolemaios Philadelphos
sich zu halten hatte. Ebensowenig ist es zulässig, aus den Beinamen
der Ptolemäer, wie z. B. Pliilometor, Philopator u. s. w., irgend welche
Schlüsse historischer Art ziehen zu wollen. Vgl. unten Anm. 3.
2 A. a. 0. S. 51.
Aehnlich wie der Name O jjj ["1 ^j., Kamses, es in der Ramessidenzeit
war. Erst die Beinamen, wie J | ,Fürst von Theben 1 oder J ,Fürst
von Heliopolis 1 schieden die einzelnen Könige von einander. Demselben
Zwecke dienten auch die Beinamen der Ptolemäer, welche
der mythologischen Phraseologie nicht der Wirklichkeit entnommen
wurden. Ich erinnere ferner an den Beinamen Miamu
<1
der
den Nachfolgern der Ramessiden bis auf Tearko gemeinsam ist. Josephus
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