Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

350

Krall.

tung  Lumbroso’s 1  zu  verbleiben  haben,  wonach  die  Uebersetzung
  des  hebräischen  Wortes  für  den  Hasen 2  durch  äacuTroü?
und  nicht  durch  Aayug  einer  zarten  Rücksichtnahme  auf  das
regierende  Herrscherhaus  zuzuschreiben  wäre.  Durch  unliebsame ­
  Reminiscenzen  konnte  ohnedies  die  Andacht  nur  gestört
werden.  Die  Fabel  späten  Ursprungs,  welche  wir  bei  Pausanias
I,  6,  2  und  Curtius  IX,  9,  22  finden,  und  die  ähnliche  Ziele
verfolgt  wie  der  Alexanderroman, 3  in  welchem  Alexander  als
der  Sohn  des  letzten  einheimischen  ägyptischen  Königs  Nectanebos
  hingestellt  wird,  hat  v.  Gutsclimid  durch  den  Hinweis
darauf,  dass  nach  makedonischem  Staatsrechte  auch  die  unehelichen ­
  Kinder  successionsfähig  waren,  als  solche  erwiesen/ 1
Ferner  finden  wir  die  Art  der  Datierung,  wie  sie  sich
aus  den  Darlegungen  Revillout’s  ergeben  würde,  höchst  auffällig. ­
  Wir  wissen,  dass  Ptolemaios  Soter  am  Ausgange  seiner
Regierung  seinen  Sohn  Philadelphos  zum  Mitregenten  angenommen ­
  hat.  Die  erhaltenen  Urkunden  nöthigen  uns,  wegen
der  Verschiedenheit  in  der  Datierung  und  Fassung  der  Protocolle,
  zwei  Arten  von  Mitregentschaft  anzunehmen.  Ptolemaios
Soter  konnte  mit  Philadelphos  entweder  so  Vorgehen,  wie  es
später  Philopator  mit  Epiphanes  oder  Philometor  mit  Eupator
gethan  haben.  Er  konnte  seine  Jahre  einfach  weiter  zählen
und  daneben  in  den  Protocollen  seinen  Sohn  erwähnen,  nach
der  Formel:  ,1m.  Jahre  XXI,  Mesori,  des  Königs  Ptolemaios
und  des  Ptolemaios,  seines  Sohnes'.  Das  war  die  eine  Art,  auf

1  Recherches  sur  l’economie  politique  de  l’Egypte  sous  les  Lagides,  S.  XIX,
,pour  ne  pas  offenser  un  Lagide'.
2  8  Moses  11,  6.
3  Vgl.  A.  Bauer,  Die  Kyros-Sage  und  Verwandtes  (Sitzungsberichte  der
phil.-hist.  Classe  der  kais.  Akademie  der  Wissenschaften,  Band  100)
S.  80  [572].  Zu  den  von  Bauer  in  der  genannten  Abhandlung  zusammengestellten ­
  Aussetzungssagen  von  Reichsgründern  ist  nachzutragen,  dass
nach  der  Sage  Lagos  den  von  Philipps  Geliebter  gebornen  Knaben,  den
späteren  Ptolemaios  Soter,  als  unecht  auf  einem  ehernen  Schilde  aussetzen ­
  liess;  ein  vom  Himmel  herabsclnvebender  Adler  soll  mit  seinen
Fittigen  das  Kind  vor  Sonne  und  Regen  geschirmt  und  mit  dem  Blute
von  zerrissenen  Vügeln  ernährt  haben.  Vgl.  Parthey’s  Vortrag  ,Ptolemaios ­
  Lagi,  der  Gründer  der  32.  Dynastie'  (Abhandlungen  der  Berliner
Akademie  der  Wissenschaften,  1860).
4  In  der  Geschichte  Aegyptens  von  Sharpe,  Band  I,  S.  150  A.  1.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.