Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
349
4. in dem x ten Jahre des K. Ptolemaios, Sohnes des Ptolemaios
des Gottes, oder des Gottes, welcher rettet (= Soter). 1
Es fragt sich nun: Wie sind diese Urkunden auf die beiden
ersten Ptolemäer zu vertheilen, und vor Allem, wie ist die merkwürdige
unter 3. angeführte Angabe zu erklären? Sie findet
sich in einem Papyrus des Louvre: ,Jahr XIX, Athyr des
K. Ptolemaios, Sohnes des Ptolemaios und des Ptolemaios, seines
Sohnes, seiend Aristomacha die Tochter des Aristomachos, Goldkanephore
vor Arsinoe Philadelplie*, und in einem Papyrus des
britischen Museums aus dem Athyr des Jahres XXI vor.
Der Erklärungsversuch Revillout’s ist wesentlich von
Pinder’s nun bereits antiquierten Aufstellungen 2 beeinflusst. Er
weist die Urkunden mit ,K. Ptolemaios, Sohn des Ptolemaios 1
ebenso wie diejenigen, in denen ,K. Ptolemaios* ohne jeden
Zusatz vorkommt, Ptolemaios Soter zu, indem er unter Hinweis
auf die bekannte Geschichte bei Pausanias I, 6, 2 und Curtius IX,
9, 22 den Namen Lagos für einen Spitznamen und Ptolemaios
für den wahren Namen des Vaters des Soter hält. Die Urkunden
aus den Jahren 19 und 21 des ,K. Ptolemaios, Sohnes
des Ptolemaios und des Ptolemaios seines Sohnes* weist er dagegen
dem Philadelphos zu und meint, ,qu’au moins jusqu’ä
Tan 21 de Philadelphe son pere etait represente comme encore
vivant dans les protocoles de ce prince*. . . . ,Ce fut seulement*,
fährt er fort, ,entre l’an 21 et l’an 29 de son regne que Philadelphe
cessa d’etre un roi associe pour devenir, Ptolemee, fils
de Ptolemee le dieu.* 3
Gegen diesen Erklärungsversuch sprechen gewichtige Umstände.
Es ist vor Allem unmöglich anzunehmen, Aayw? sei ein
Spitzname gewesen, gegenüber der Thatsache, dass Theokrit, der
Hofdichter, in seinem ’Ey/.orj.iov ei? riioXeij.alsv 4 von dem AayelSag
HroXegaw? spricht. Man wird sonach bei der ersten Beobach-1
Leyden Nr. 379 vom Jalire XXIX, Tybi, Louvre Nr. 2433 vom Jahre
XXXIII, Choiak, Louvre Nr. 2443 vom Jahre XXXVI, Mecliir.
2 Pinder und Friedländer, Beiträge zur älteren Münzkunde.
3 Revue egypt. II, 212 A. Ebenso äussert er sich Revue dgypt. III, 8:
,Notons du reste que cette association-lä etait tellement fietive qu’elle
continua ä durer quand Soter etait mort depuis 20 ans £ .
4 Idyll. XVII, 14.