Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II
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Kanephore der Arsinoe Philadelphe, und der Priesterin der Arsinoe
Philopator; dagegen fehlt wohl, wieder aus Nachlässigkeit, der
Name des Priesters des Alexander und der übrigen Ptolemäer.
Auch hierin zeigt sich der memphitische Ursprung der Urkunde.
Die thebanischen führen nur die Titel an und ersetzen die
Namen, welche jedenfalls in Theben erst spät bekannt wurden,
durch die Formel ,wie es eingesetzt ist in Rakoti' d. h. in
Alexandria.
In dieser Urkunde überträgt der Horos, Sohn des
Pasi und der Schemti-äriseiner Tochter, deren Namen auf
dem verlorenen Stück unseres Papyrus stand, das Anrecht auf
die Hälfte seiner Habe, die er schon besass und derjenigen, die
er noch erwerben würde an ,Haus, Hof, juXo-torcot, Gold, Silber,
Erz, Einnahmen'. Diese Hälfte hatte er früher einer anderen
Tochter (,meiner Tochter, deiner Schwester', drückt sich der
Papyrus aus) Schemti-äri (Tochter des Horos und der Taisis)
zugesichert. Die Verzichturkunde derselben zu Gunsten der
ungenannten Schwester wird in unseren Texten erwähnt. Die
Formeln, die in unserer Urkunde Vorkommen, sind aus anderen,
besser erhaltenen hinlänglich bekannt.
Wie unsere Urkunde zum Bestände des Archives der
Familie gehörte, deren Chronik uns Revillout auf Grund
des reichen, ihm zur Verfügung stehenden Materials in Aussicht
gestellt hat, 2 so gehört auch der Amasis-Papyrus, zu dem wir
nach einer kleinen Abschweifung zurückkehren, dem Bestände
des Archives einer Choachytenfamilie an, 3 deren einzelne An-'
.An der Richtigkeit der Lesung des ersten Bestandtheiles des Namens
lässt sich zweifeln, da man zur Noth die Zeichen auch ,Schati‘ lesen
kann; dagegen ist der zweite Bestandtheil des Namens unzweifelhaft,
und die von Revillout, Chrest. S. 327, aufgestellte Lesung Chemeti . . .
dementsprechend zu ergänzen. Das Determinativum, welches die zweite
Gruppe begleitet und ziemlich unleserlich ist, kann entweder dasjenige
der Vögel oder der Gewächse sein. Man hat wohl an
zu denken, welches von Brugsch, Suppl. S. 259,
mit ,Stengel, Halm, Zweig“ übersetzt wird. Vgl. auch Baillet in der
Aeg. Z. 1878, S. 107.
2 Revue egypt. II, 105.
3 Ueber diese Familie vgl. Revue egypt. II, 130.