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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II

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Kanephore  der  Arsinoe  Philadelphe,  und  der  Priesterin  der  Arsinoe ­
  Philopator;  dagegen  fehlt  wohl,  wieder  aus  Nachlässigkeit,  der
Name  des  Priesters  des  Alexander  und  der  übrigen  Ptolemäer.
Auch  hierin  zeigt  sich  der  memphitische  Ursprung  der  Urkunde.
Die  thebanischen  führen  nur  die  Titel  an  und  ersetzen  die
Namen,  welche  jedenfalls  in  Theben  erst  spät  bekannt  wurden,
durch  die  Formel  ,wie  es  eingesetzt  ist  in  Rakoti'  d.  h.  in
Alexandria.
In  dieser  Urkunde  überträgt  der  Horos,  Sohn  des
Pasi  und  der  Schemti-äriseiner  Tochter,  deren  Namen  auf
dem  verlorenen  Stück  unseres  Papyrus  stand,  das  Anrecht  auf
die  Hälfte  seiner  Habe,  die  er  schon  besass  und  derjenigen,  die
er  noch  erwerben  würde  an  ,Haus,  Hof,  juXo-torcot,  Gold,  Silber,
Erz,  Einnahmen'.  Diese  Hälfte  hatte  er  früher  einer  anderen
Tochter  (,meiner  Tochter,  deiner  Schwester',  drückt  sich  der
Papyrus  aus)  Schemti-äri  (Tochter  des  Horos  und  der  Taisis)
zugesichert.  Die  Verzichturkunde  derselben  zu  Gunsten  der
ungenannten  Schwester  wird  in  unseren  Texten  erwähnt.  Die
Formeln,  die  in  unserer  Urkunde  Vorkommen,  sind  aus  anderen,
besser  erhaltenen  hinlänglich  bekannt.
Wie  unsere  Urkunde  zum  Bestände  des  Archives  der
Familie  gehörte,  deren  Chronik  uns  Revillout  auf  Grund
des  reichen,  ihm  zur  Verfügung  stehenden  Materials  in  Aussicht
gestellt  hat, 2  so  gehört  auch  der  Amasis-Papyrus,  zu  dem  wir
nach  einer  kleinen  Abschweifung  zurückkehren,  dem  Bestände
des  Archives  einer  Choachytenfamilie  an, 3  deren  einzelne  An-'

  .An  der  Richtigkeit  der  Lesung  des  ersten  Bestandtheiles  des  Namens
lässt  sich  zweifeln,  da  man  zur  Noth  die  Zeichen  auch  ,Schati‘  lesen
kann;  dagegen  ist  der  zweite  Bestandtheil  des  Namens  unzweifelhaft,
und  die  von  Revillout,  Chrest.  S.  327,  aufgestellte  Lesung  Chemeti  .  .  .
dementsprechend  zu  ergänzen.  Das  Determinativum,  welches  die  zweite
Gruppe  begleitet  und  ziemlich  unleserlich  ist,  kann  entweder  dasjenige

der  Vögel  oder  der  Gewächse  sein.  Man  hat  wohl  an
zu  denken,  welches  von  Brugsch,  Suppl.  S.  259,
mit  ,Stengel,  Halm,  Zweig“  übersetzt  wird.  Vgl.  auch  Baillet  in  der
Aeg.  Z.  1878,  S.  107.
2  Revue  egypt.  II,  105.
3  Ueber  diese  Familie  vgl.  Revue  egypt.  II,  130.
            
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