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Krall.
Die Entzifferung der demotischen Contracte hat die überraschende
Thatsache zu Tage gefördert, dass die in den verschiedenen
Museen Europas zerstreuten Stücke in innigstem
Zusammenhänge stehen, indem sie an bestimmte Familien ankniipfen,
deren Archiv sie darstellen. Sie wurden zusammen
gefunden und erst von den Arabern an verschiedene Reisende
verkauft, welche sie in alle Welt zerstreuten. Aehnliches werden
wir hei den Ptolemäerstelen beobachten, von denen eine grosse
Anzahl, welche sich in Wien, Turin und London befindet, zu
einer und derselben Familie gehörte. Wir haben auf diesem
Wege zwei grosse Complexe von Papyrus scheiden gelernt.
Der eine, thebanischen Ursprungs, knüpft an den Hermiasprocess
an und giebt die Acten dieses merkwürdigen Processes, der
andere, aus Memphis herrührend, bezieht sich auf eine Familie
von memphitischen *, welche Gruppe von Revillout durch
jArchentaphiaste' wohl mit Recht übersetzt wird.
Beide Complexe sind in unserer Sammlung durch je eine
Urkunde vertreten. Ein wichtiges Stück des ersten Complexes
bildet der demotische Papyrus (Nr. 26) mit den griechischen
Beischriften des Graphion und der Trapeza. 2 Die Urkunde
(Nr. 28) welche dem zweiten Complexe zuzuweisen ist,
ist in einem sehr schlechten Zustande; das Stück des Papyrus,
welches den Anfang der Zeilen enthielt, ist weggerissen, die
Schrift ist undeutlich und nachlässig. Dennoch lässt sich bei
aufmerksamem Studium des Fragments der wesentliche Inhalt
desselben erkennen. Das Protocoll und die Erwähnungen vorausgegangener
Actenstücke aus den Jahren XXVIII und XXXIII,
welche sich in unserer Urkunde finden, macht es einfach zweifellos,
dass sie in den letzten Jahren des Königs Ptolemaios Philometor,
und zwar zwischen 149—146 v. d. ehr. Aera ausgestellt
wurde. Den GottEupator finden wir vor den Göttern Philometoren
angeführt, die Götter Epiphanen sind nur aus Versehen in der
Aufzählung ausgelassen worden. Besonders werthvoll ist die Anführung
der Namen der Athlophore der Berenike Euergetes, der
1 Hieher gehört unter den publicierten Texten vor Allem der Papyrus des
Louvre Nr. 2408 (Chrest. S. 336 f.) aus dem achten Jahre des Epiphanes.
2 Publiciert von Revillout, N. Chrest. S. 87 f. Vgl. Wessely in den Wiener
Studien für classische Philologie, III, lf.