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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Krall.

Die  Entzifferung  der  demotischen  Contracte  hat  die  überraschende ­
  Thatsache  zu  Tage  gefördert,  dass  die  in  den  verschiedenen ­
  Museen  Europas  zerstreuten  Stücke  in  innigstem
Zusammenhänge  stehen,  indem  sie  an  bestimmte  Familien  ankniipfen,
  deren  Archiv  sie  darstellen.  Sie  wurden  zusammen
gefunden  und  erst  von  den  Arabern  an  verschiedene  Reisende
verkauft,  welche  sie  in  alle  Welt  zerstreuten.  Aehnliches  werden
wir  hei  den  Ptolemäerstelen  beobachten,  von  denen  eine  grosse
Anzahl,  welche  sich  in  Wien,  Turin  und  London  befindet,  zu
einer  und  derselben  Familie  gehörte.  Wir  haben  auf  diesem
Wege  zwei  grosse  Complexe  von  Papyrus  scheiden  gelernt.
Der  eine,  thebanischen  Ursprungs,  knüpft  an  den  Hermiasprocess
  an  und  giebt  die  Acten  dieses  merkwürdigen  Processes,  der
andere,  aus  Memphis  herrührend,  bezieht  sich  auf  eine  Familie
von  memphitischen  *,  welche  Gruppe  von  Revillout  durch
jArchentaphiaste'  wohl  mit  Recht  übersetzt  wird.
Beide  Complexe  sind  in  unserer  Sammlung  durch  je  eine
Urkunde  vertreten.  Ein  wichtiges  Stück  des  ersten  Complexes
  bildet  der  demotische  Papyrus  (Nr.  26)  mit  den  griechischen ­
  Beischriften  des  Graphion  und  der  Trapeza. 2  Die  Urkunde ­
  (Nr.  28)  welche  dem  zweiten  Complexe  zuzuweisen  ist,
ist  in  einem  sehr  schlechten  Zustande;  das  Stück  des  Papyrus,
welches  den  Anfang  der  Zeilen  enthielt,  ist  weggerissen,  die
Schrift  ist  undeutlich  und  nachlässig.  Dennoch  lässt  sich  bei
aufmerksamem  Studium  des  Fragments  der  wesentliche  Inhalt
desselben  erkennen.  Das  Protocoll  und  die  Erwähnungen  vorausgegangener ­
  Actenstücke  aus  den  Jahren  XXVIII  und  XXXIII,
welche  sich  in  unserer  Urkunde  finden,  macht  es  einfach  zweifellos, ­
  dass  sie  in  den  letzten  Jahren  des  Königs  Ptolemaios  Philometor, ­
  und  zwar  zwischen  149—146  v.  d.  ehr.  Aera  ausgestellt
wurde.  Den  GottEupator  finden  wir  vor  den  Göttern  Philometoren
angeführt,  die  Götter  Epiphanen  sind  nur  aus  Versehen  in  der
Aufzählung  ausgelassen  worden.  Besonders  werthvoll  ist  die  Anführung ­
  der  Namen  der  Athlophore  der  Berenike  Euergetes,  der
1  Hieher  gehört  unter  den  publicierten  Texten  vor  Allem  der  Papyrus  des
Louvre  Nr.  2408  (Chrest.  S.  336  f.)  aus  dem  achten  Jahre  des  Epiphanes.
2  Publiciert  von  Revillout,  N.  Chrest.  S.  87  f.  Vgl.  Wessely  in  den  Wiener
Studien  für  classische  Philologie,  III,  lf.
            
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