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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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unsere  Urkunde  geknüpften  kistoriscken  Folgerungen  gänzlich
werthlos,  da  der  genannte  Gelehrte  nicht  bemerkt  hat,  dass  die
Fragmente,  aus  denen  unser  Papyrus  besteht,  in  einer  falschen
Reihenfolge  nebeneinander  geklebt  waren  und  in  Folge  dessen  in
seiner  Copie  die  domotischen  Gruppen  wirr  durcheinander  gehen.
Für  Jeden,  der  mit  dem  demotischen  Urkundenwesen  vertraut
ist,  besteht  kein  Zweifel,  dass  dieses  Stück  der  älteren  Zeit  angehört. ­
  Die  Fassung  der  Formeln,  und  die  Paläographie  weisen  auf
das  sechste  Jahrhundert  hin.  Die  Urkunde  gehört  sonach  zu  denjenigen ­
  demotischen  Texten,  welche,  wie  wir  oben  bemerkt
haben,  für  die  Erforschung  der  Entstehung  der  demotischen
Schrift  aus  der  hieratischen  von  grosser  Wichtigkeit  sind.  Was
der  blosse  Augenschein  der  Urkunde  lehrt,  bestätigt  der  Name
des  Königs,  unter  dem  sie  ausgestellt  wurde;  es  ist  Amasis  II.,

|  (1,  wie  deutlich  am  Anfänge  der  ersten  Zeile

zu  lesen  ist.  Gerade  hier  hat  sich  die  falsche  Klebung  der

Papyrusstücke  für  Lauth  als  verhängnissvoll  erwiesen;  so  war
es  ihm  möglich,  den  Namen  Bantut  Menautut  zu  lesen  und  auf
Alexander  den  Grossen  zu  beziehen.
Das  Jahr  ist  unrettbar  verloren  gegangen,  dagegen  lässt
sich  constatieren,  dass  die  Urkunde  aus  dem  Monat  Tybi  ist.
Der  Uebung  der  älteren  Texte  entsprechend  fehlt  die  Tagesangabe. ­
 1  Es  lässt  sich  jedoch  vermuthen,  dass  die  Urkunde
in  die  spätere  Zeit  des  Königs  Amasis  gehört.  Auch  antiqirarisch
  ist  sonach  der  Text  von  grossem  Interesse,  denn  so  viel  mir
bekannt  ist,  besitzt  nur  noch  das  britische  Museum  einen  Contract
  aus  der  Zeit  des  Königs  Amasis  II.  Aus  der  Zeit  des
Kambyses  liegt  noch  kein  Contract  vor,  zahlreich  sind  sie
dagegen  für  die  Zeit  Dareios  I. 2

Es  ist  ein  Kaufcontract,  im  Verlaufe  dessen  öfters  von

,die  Hälfte 1  die  Rede  ist.  Dieses  Wort  unterscheidet  sicli  wesentlich

von  dem  Namen  "1  ^  n  n,  gebildet  wie  Ta-amun  und  Ta-dhuti

welcher  Name  also  auch  in  dieser  Urkunde  erscheint  und  auf  Gleichzeitigkeit ­
  mit  dem  Texte  von  Miramar  hinweist. 1  Von  dem  Miramart  exte
unten  S.  382  f.
1  Vgl.  unten  S.  372.
2  Sie  sind  zusammengestellt  von  Revillout,  Revue  dgypt.  H,  105.
            
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