Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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unsere Urkunde geknüpften kistoriscken Folgerungen gänzlich
werthlos, da der genannte Gelehrte nicht bemerkt hat, dass die
Fragmente, aus denen unser Papyrus besteht, in einer falschen
Reihenfolge nebeneinander geklebt waren und in Folge dessen in
seiner Copie die domotischen Gruppen wirr durcheinander gehen.
Für Jeden, der mit dem demotischen Urkundenwesen vertraut
ist, besteht kein Zweifel, dass dieses Stück der älteren Zeit angehört.
Die Fassung der Formeln, und die Paläographie weisen auf
das sechste Jahrhundert hin. Die Urkunde gehört sonach zu denjenigen
demotischen Texten, welche, wie wir oben bemerkt
haben, für die Erforschung der Entstehung der demotischen
Schrift aus der hieratischen von grosser Wichtigkeit sind. Was
der blosse Augenschein der Urkunde lehrt, bestätigt der Name
des Königs, unter dem sie ausgestellt wurde; es ist Amasis II.,
| (1, wie deutlich am Anfänge der ersten Zeile
zu lesen ist. Gerade hier hat sich die falsche Klebung der
Papyrusstücke für Lauth als verhängnissvoll erwiesen; so war
es ihm möglich, den Namen Bantut Menautut zu lesen und auf
Alexander den Grossen zu beziehen.
Das Jahr ist unrettbar verloren gegangen, dagegen lässt
sich constatieren, dass die Urkunde aus dem Monat Tybi ist.
Der Uebung der älteren Texte entsprechend fehlt die Tagesangabe.
1 Es lässt sich jedoch vermuthen, dass die Urkunde
in die spätere Zeit des Königs Amasis gehört. Auch antiqirarisch
ist sonach der Text von grossem Interesse, denn so viel mir
bekannt ist, besitzt nur noch das britische Museum einen Contract
aus der Zeit des Königs Amasis II. Aus der Zeit des
Kambyses liegt noch kein Contract vor, zahlreich sind sie
dagegen für die Zeit Dareios I. 2
Es ist ein Kaufcontract, im Verlaufe dessen öfters von
,die Hälfte 1 die Rede ist. Dieses Wort unterscheidet sicli wesentlich
von dem Namen "1 ^ n n, gebildet wie Ta-amun und Ta-dhuti
welcher Name also auch in dieser Urkunde erscheint und auf Gleichzeitigkeit
mit dem Texte von Miramar hinweist. 1 Von dem Miramart exte
unten S. 382 f.
1 Vgl. unten S. 372.
2 Sie sind zusammengestellt von Revillout, Revue dgypt. H, 105.