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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Geschichte  des  alten  Aegypten.  II.

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kommen.  Sigel  linden  wir  für  «.mm,  und,  für  die  Artikel,  die
Pronomina.  Für  iwq,  sein,  schrieb  man  /,;  um  veq,  ihre,  auszudrücken ­
  setzte  man  einfach  den  weiblichen  Artikel  ^  vor
das  Sigel  für  neq.  Da  das  Zeichen  für  den  Artikel 1  in  der
Mehrzahl  auch  £  war,  so  ward  zwischen  u e q  und  Teq  kein
Unterschied  gemacht;  an  dem  nach  dem  Namen  folgenden  oder
fehlenden  Pluralstrich  (=  j)  erkannte  der  Aegypter.  sofort,  ob  er
oder  Teq  zu  lesen  habe.  Um  so  merkwürdiger,  wenn  man
das  so  entstandene  Zeichen  für  ueq  auch  das  Wort  niqi  2  vertreten ­
  liess.
Ferner  darf  man  bei  dem  Demotischen  wie  bei  dem
Hieroglyphischen  nicht  vergessen,  dass  wir  es  mit  einer  Bilderschrift ­
  zu  thun  haben.  Die  Hieroglyphen  sollen  in  erster  Linie
in  uns  eine  Vorstellung,  ein  Bild  kervorrufen,  nicht  den  Laut
wiedergeben.  Dass  im  Laufe  der  Zeiten  die  Aussprache  der
betreffenden  Gruppen  sich  geändert  hatte,  das  störte  den  Hieroglyphenzeickner
  nicht.  Er  zeichnete  und  schrieb  stets
unbekümmert  darum,  dass  aus  suer  allmälig  co>  geworden  war.
Ebenso  steht  es  mit  den  Formen.  Die  grossen  Wandlungen,
welche  das  Aegyptische  im  Laufe  der  Jahrtausende  durchgemacht ­
  hatte,  haben  nur  hie  und  da  und  in  ungleichem  Maasse
Eingang  in  das  Schriftsystem  gefunden.  Dass  die  Zahl  der
von  Stern  (§.  308)  sogenannten  Nominalverba  in  der  demotischen ­
  Periode  viel  grösser  war  als  in  der  koptischen,  ist
natürlich,  ebenso  dass  die  Anknüpfung  der  Pronominalsuffixe
an  den  Nominalstamm  (Stern,  §.  195)  häufiger  und  die  Zahl
der  annexionsfähigen  Adjectiva  (Stern,  §.  194)  grösser  war.
Die  demotische  Schrift  verweigert  uns  zur  näheren  Feststellung ­
  dieser  Erscheinungen  jegliche  Auskunft;  sie  folgt,  mit

1

2

Auch  der  demotische  Papyrus  von  Bulaq  Nr.  ö  verwendet  für  den  unbestimmten ­
  Artikel  zwei  Zeichen,  das  eine  tritt  vor  die  Nomina  männlichen,
das  andere  vor  die  weiblichen  Geschlechts  (vgl.  Brugsch,  Gramm,  dem.,

§•  168).  Das  erste  e  T 7  ■)  ist  vom  hierogl.  *  abgeleitet,  das  andere
U)  wird  von  Maspero  ^  transscribiert.  Icli  glaube,  dass  das  demotische ­
  Zeichen  einem  hierogl.  ^  entspricht.
Vgl.  oben  S.  333.

22*
            
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