Studien zur Geschichte des alten Aegypten. II.
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kommen. Sigel linden wir für «.mm, und, für die Artikel, die
Pronomina. Für iwq, sein, schrieb man /,; um veq, ihre, auszudrücken
setzte man einfach den weiblichen Artikel ^ vor
das Sigel für neq. Da das Zeichen für den Artikel 1 in der
Mehrzahl auch £ war, so ward zwischen u e q und Teq kein
Unterschied gemacht; an dem nach dem Namen folgenden oder
fehlenden Pluralstrich (= j) erkannte der Aegypter. sofort, ob er
oder Teq zu lesen habe. Um so merkwürdiger, wenn man
das so entstandene Zeichen für ueq auch das Wort niqi 2 vertreten
liess.
Ferner darf man bei dem Demotischen wie bei dem
Hieroglyphischen nicht vergessen, dass wir es mit einer Bilderschrift
zu thun haben. Die Hieroglyphen sollen in erster Linie
in uns eine Vorstellung, ein Bild kervorrufen, nicht den Laut
wiedergeben. Dass im Laufe der Zeiten die Aussprache der
betreffenden Gruppen sich geändert hatte, das störte den Hieroglyphenzeickner
nicht. Er zeichnete und schrieb stets
unbekümmert darum, dass aus suer allmälig co> geworden war.
Ebenso steht es mit den Formen. Die grossen Wandlungen,
welche das Aegyptische im Laufe der Jahrtausende durchgemacht
hatte, haben nur hie und da und in ungleichem Maasse
Eingang in das Schriftsystem gefunden. Dass die Zahl der
von Stern (§. 308) sogenannten Nominalverba in der demotischen
Periode viel grösser war als in der koptischen, ist
natürlich, ebenso dass die Anknüpfung der Pronominalsuffixe
an den Nominalstamm (Stern, §. 195) häufiger und die Zahl
der annexionsfähigen Adjectiva (Stern, §. 194) grösser war.
Die demotische Schrift verweigert uns zur näheren Feststellung
dieser Erscheinungen jegliche Auskunft; sie folgt, mit
1
2
Auch der demotische Papyrus von Bulaq Nr. ö verwendet für den unbestimmten
Artikel zwei Zeichen, das eine tritt vor die Nomina männlichen,
das andere vor die weiblichen Geschlechts (vgl. Brugsch, Gramm, dem.,
§• 168). Das erste e T 7 ■) ist vom hierogl. * abgeleitet, das andere
U) wird von Maspero ^ transscribiert. Icli glaube, dass das demotische
Zeichen einem hierogl. ^ entspricht.
Vgl. oben S. 333.
22*