Studien zur Gescliiclite des alteD Aegypten. II.
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ist. Die Gruppe, welche das Thun enthält, das Neferchophtah
seinen Figürchen aufträgt, wird wohl mit Rücksicht
auf das koptische ucut, aedificare, construere, von Revillout
und Maspero übereinstimmend ,travaillez pour moi‘ übersetzt.
Ich glaube, dass hier vielmehr das Wort \j A, peragrare
(Brugsch, Suppl. S. 1268 letzte Zeile) vorliegt, in der Schreibung,
welche, wie oben bemerkt, mit dem Zeichen für ET
identisch ist. Entsprechend dem koptischen rmtc : circumhe,
quaerere, werden wir den Auftrag, den Neferchophtah
seinen Figürchen giebt, zu übertragen haben: ,Geht für mich
suchend herum* u. s. w. In derselben Bedeutung, aber in der
anderen, dem hieroglyphischen (j auch paläographisch entsprechenden
Schreibung finden wir das Wort »mtc : rco-^ in der
Fabel vom Löwen und der Maus wieder, welche Brugsch
und Lauth aus einem Leydener Papyrus übersetzt haben.
Brugsch (Suppl. S. 1269) liest: ef ubu 1 msa p - kti, er
sehnte sich nach dem Schlafe. Die Gruppe, welche Brugsch
1 Das Zeiclien kommt in derselben Fabel (Papyrus Nr. 384, S. XVIII)
nochmals vor. Z. 26 übersetzt Brugsch (Aeg. Z. 1878, S. 48): ,Als nun
die Nacht hereinbrach, da wünschte der Gewaltige, dass sich bewähren
möchten ihre Worte 1 u. s. w. Die Zeichen, welche Brugsch durch
,der Gewaltige 1 überträgt, entsprechen der hieroglyphischen Gruppe
welche sowohl nach Maspero als auch nach Brugsch
(Suppl. S. 1219) ,das Schicksal, das Fatum“ bedeutet. Wir erhalten so die
ganz passende Uebersetzung: ,Da suchte das Schicksal darnach, dass geschehen
möchten ihre Worte'. Auch in anderen Punkten ist die von
Brugsch (a. a. 0.) gegebene Uebersetzung richtig zu stellen: [Z. 14]
Wenn Du mich ziehen lässt, [Z. 15] wenn Du nicht meinen Untergang*
(: Otoiu, excruciare, flagris caedere) machst (d. h. wenn Du mich nicht verzehrst),
wenn Du mir das Leben zum Geschenke (Brugsch, Suppl. S. 1180)
machst, so werde ich Dir [Z. 10] auch Stern, §. 256) Dein
Leben zum Geschenke machen. Wenn Du mich rettest in Deinem
Glücke, (die Ergänzung ist durch den folgenden Parallelismus gesichert)
so werde ich Dich [Z. 17] freimachen in Deinem Missgeschicke. (Brugsch:
Und wenn Du mich laufen lässt, so wirst Du doch keinen Hunger nach
mir haben. Wenn Du mir jetzt die Freiheit schenkst, so werde ich
Dir einst die Freiheit schenken bei dem, was Dir bevorsteht. Wenn Du
mich loslässt, so wird das Dein (eigenes) Heil sein, denn ich werde
Dich erlösen aus Deiner elenden Lage.)
Sitzungaber. d. pliil.-hist. CI. CV. Bd. II. Hft. 22