Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Studien  zur  Gescliiclite  des  alteD  Aegypten.  II.

335

ist.  Die  Gruppe,  welche  das  Thun  enthält,  das  Neferchophtah
  seinen  Figürchen  aufträgt,  wird  wohl  mit  Rücksicht
auf  das  koptische  ucut,  aedificare,  construere,  von  Revillout
und  Maspero  übereinstimmend  ,travaillez  pour  moi‘  übersetzt. ­
  Ich  glaube,  dass  hier  vielmehr  das  Wort  \j  A,  peragrare ­
  (Brugsch,  Suppl.  S.  1268  letzte  Zeile)  vorliegt,  in  der  Schreibung, ­
  welche,  wie  oben  bemerkt,  mit  dem  Zeichen  für  ET
identisch  ist.  Entsprechend  dem  koptischen  rmtc  :  circumhe,
  quaerere,  werden  wir  den  Auftrag,  den  Neferchophtah
seinen  Figürchen  giebt,  zu  übertragen  haben:  ,Geht  für  mich
suchend  herum*  u.  s.  w.  In  derselben  Bedeutung,  aber  in  der
anderen,  dem  hieroglyphischen  (j  auch  paläographisch  entsprechenden ­
  Schreibung  finden  wir  das  Wort  »mtc  :  rco-^  in  der
Fabel  vom  Löwen  und  der  Maus  wieder,  welche  Brugsch
und  Lauth  aus  einem  Leydener  Papyrus  übersetzt  haben.
Brugsch  (Suppl.  S.  1269)  liest:  ef  ubu  1  msa  p  -  kti,  er
sehnte  sich  nach  dem  Schlafe.  Die  Gruppe,  welche  Brugsch

1  Das  Zeiclien  kommt  in  derselben  Fabel  (Papyrus  Nr.  384,  S.  XVIII)
nochmals  vor.  Z.  26  übersetzt  Brugsch  (Aeg.  Z.  1878,  S.  48):  ,Als  nun
die  Nacht  hereinbrach,  da  wünschte  der  Gewaltige,  dass  sich  bewähren
möchten  ihre  Worte 1  u.  s.  w.  Die  Zeichen,  welche  Brugsch  durch
,der  Gewaltige 1  überträgt,  entsprechen  der  hieroglyphischen  Gruppe
welche  sowohl  nach  Maspero  als  auch  nach  Brugsch
(Suppl.  S.  1219)  ,das  Schicksal,  das  Fatum“  bedeutet.  Wir  erhalten  so  die
ganz  passende  Uebersetzung:  ,Da  suchte  das  Schicksal  darnach,  dass  geschehen ­
  möchten  ihre  Worte'.  Auch  in  anderen  Punkten  ist  die  von
Brugsch  (a.  a.  0.)  gegebene  Uebersetzung  richtig  zu  stellen:  [Z.  14]
Wenn  Du  mich  ziehen  lässt,  [Z.  15]  wenn  Du  nicht  meinen  Untergang*
(:  Otoiu,  excruciare,  flagris  caedere)  machst  (d.  h.  wenn  Du  mich  nicht  verzehrst), ­
  wenn  Du  mir  das  Leben  zum  Geschenke  (Brugsch,  Suppl.  S.  1180)
machst,  so  werde  ich  Dir  [Z.  10]  auch  Stern,  §.  256)  Dein
Leben  zum  Geschenke  machen.  Wenn  Du  mich  rettest  in  Deinem
Glücke,  (die  Ergänzung  ist  durch  den  folgenden  Parallelismus  gesichert)
so  werde  ich  Dich  [Z.  17]  freimachen  in  Deinem  Missgeschicke.  (Brugsch:
Und  wenn  Du  mich  laufen  lässt,  so  wirst  Du  doch  keinen  Hunger  nach
mir  haben.  Wenn  Du  mir  jetzt  die  Freiheit  schenkst,  so  werde  ich
Dir  einst  die  Freiheit  schenken  bei  dem,  was  Dir  bevorsteht.  Wenn  Du
mich  loslässt,  so  wird  das  Dein  (eigenes)  Heil  sein,  denn  ich  werde
Dich  erlösen  aus  Deiner  elenden  Lage.)
Sitzungaber.  d.  pliil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  II.  Hft.  22
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.