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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

lieber  eine  Summa  legum  incerti  auctoris.

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sonarum  jure  exordium  sumere  ...  et  secundum  hoc  praesens
opusculum  tripartiri  dignum  dnxi.  Aehnlich,  wie  die  Summa
I,  20  übereinstimmend  mit  den  Institutionen  12.  J.  (1,  3)  sagt:
Omne  jus,  quo  nos  utimur,  vel  ad  personas  pertinet,  vel  ad  res
vel  ad  actiones.  Sed  quia  parum  est  jus  personarum  nosse,
si  ipsae  personae  ignorentur,  quarum  causa  statuitur,  igitur
de  personis  est  videndum.  Es  scheint  jedoch,  dass  er  diese
Eintheilung  nicht  den  Institutionen,  sondern  der  Summa  entnommen ­
  habe,  nachdem  eine  unmittelbare  Benützung  jener  in
dem  Werke  nur  äusserst  spärlich  nachzuweisen  ist.  Diese
seine  Arbeit  legte  er  dem  König  Wladislaus  in  einer  eigenen
Dedicationsschrift  vor,  von  dem  sie  auch  im  Jahre  1514  auf
Anrathen  der  Stände  seines  Reiches  approbirt  wurde.
Schon  die  Zueignung  weist  Anklänge  an  die  Summa  auf,
z.  B.  mit  I,  9:  Qui  primus  leges  condiderit  —  quarum  quidem
quisnam  primus  fuerit  inventor,  non  satis  constat.  Hebrei  sane
liunc  Moysen  fuisse  volunt,  Athenienses  Cecropem  et  Solonem,
Argivi  Phoroneum,  Cretenses  Minoa  et  Radamanthum,  Lacedaemonii
  Lycurgum,  Aegyptii  Trismegistum,  Persae  vero  Zoraidem
(vgl.  S.  269).
In  der  Vorrede  zu  dem  von  ihm  veranstalteten  Drucke
spricht  er  gleichfalls  von  der  Mühe,  die  ihm  seine  Arbeit  gemacht ­
  habe:  hoc  opus  tanto  Studio,  tantisque  vigiliis  elaboratum
  —  pro  ingenioli  tenuitate  longis  diuturnisque  laboribus.
Auch  er  will  sein  Werk  dilucido,  aperto  ac  unicuique  facile
exposito  stilo  perscribere.  Und  in  der  That  war  die  Brauchbarkeit ­
  und  der  praktische  Werth  des  Buches,  obwohl  des
ersten  Versuches  einer  G-esammtaufzeichnung  des  einheimischen
Rechtes,  so  gross,  dass  es  mit  Leichtigkeit  Eingang  in  den  Gerichten ­
  des  Landes  erlangte,  dass  in  Ungarn  Jahrhunderte  lang
Recht  darnach  gesprochen  wurde,  und  dass  es  noch  heutzutage,
abgesehen  von  einigen  in  neuester  Zeit  codificirten  Gebieten
des  Rechtes,  namentlich  des  Strafrechtes,  Civilprocesses,
Handels-  und  Wechselrechtes,  eine  Plauptgrundlage  des  in  Ungarn ­
  geltenden  Rechtes  bildet,  so  sehr  sich  auch  hier  das
Bedürfniss  nach  einer  Codification  des  Privatrechtes,  besonders
nach  Beseitigung  des  a.  b.  Gesetzbuches  geltend  gemacht  hat.
Es  ist  hier  nicht  der  Ort,  die  Quellen,  aus  denen  der  Verfasser, ­
  den  die  Ungarn  mit  Vorliebe  den  ungarischen  Tribonian
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  II.  Hft.  21  -
            
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