lieber eine Summa legum incerti auctoris.
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Daraus ergibt sich denn als Resultat, dass die Entstehungszeit
der Summa in das XIV. Jahrhundert und höchst wahrscheinlich
noch in die erste Hälfte desselben zwischen die Jahre
1340 und 1360 oder mit Rücksicht auf die Gründung der Prager
Universität zwischen 1340 und 1348 fällt. Bekräftigt wird diese
Annahme dadurch, dass die Prager Synodalartikel vom Jahre 1349
erst später zu dieser Summa geschrieben und mit der Bulle
Gregors XI. vom Jahre 1374 zu einem vierten Buche in der
Handschrift II verarbeitet erscheinen, sie also schon vor 1349
in Böhmen oder Mähren Verbreitung erlangt haben musste.
Person des Verfassers.
Der Verfasser der Summa nennt sich nirgends, und wir
sind auf den Inhalt der Schrift angewiesen, um aus ihr einige
Anhaltspunkte für seine Persönlichkeit zu gewinnen. Dass er
kein Italiener sondern ein Deutscher war, geht aus seiner umfangreichen
Kenntniss deutscher Rechtssätze und Rechtsgewohnheiten
und aus den hie und da vorkommenden deutschen Ausdrücken
hervor. Dass er sein Buch zu Wiener-Neustadt geschrieben
habe und daselbst lebte, glaube ich unzweifelhaft dargethan zu
haben. Ob er übrigens dieser Stadt von Geburt angehörte, ist
zweifelhaft. Vielmehr deutet seine Bekanntschaft mit den Rechtsgewohnheiten
vieler Orte, die er häufig neben einander stellt,
auf einen wechselnden Aufenthalt in deutschen Orten hin. Auch
in Venedig scheint er gewesen zu sein, da er das daselbst übliche
Gantverfahren kennt. Er schrieb sein Werk, wie aus der
Einleitung hervorgeht, zum Nutzen seiner Sühne, um sie zu
städtischen Aemtern zu befähigen, somit schon in vorgerückten
Jahren. Trotz seiner Kenntniss des kanonischen Rechtes, und obwohl
er auch die des römischen Rechtes grösstentheils der Schrift
eines Decretisten verdankt, gehört er daher nicht dem geistlichen
Stande an. Seine nicht gewöhnliche tiefere Kenntniss des römischen
und kanonischen Rechtes konnte er sich übrigens nicht
in Deutschland, sondern nur an einer italienischen Universität
erworben haben. Dies beweist auch die Wahl italienisch-lateinischer
Worte selbst an solchen Stellen, wo er sich nicht an
andere italienische Vorbilder anlehnt, z. B. fatiga, pardonare,