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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Tomaschck.

in  dieser  Annahme,  wenn  wir  sehen,  dass  die  in  Ungarn  gemachte ­
  Uebersetzung  dieser  Summa  anstatt  Bologna  hier  ausdrücklich ­
  Ofen  substituirt.
Ferner  erliess  Herzog  Rudolf  IV.  im  Jahre  1360,  20.  August ­
  eine  im  Wesentlichen  mit  der  desselben  Herzogs  für
Wien  vom  2.  August  (W.  G.-Qu.  LXII)  gleichlautende  Verordnung ­
  (siehe  Winter  S.  108,  n.  39),  wonach  alle  Immobilien
betreffenden  Rechtsgeschäfte  fernerhin  nicht  mehr  wie  früher
bei  Strafe  einer  Mark  Goldes  zu  Gunsten  der  Stadt  von  den
weltlichen  oder  geistlichen  Grundherren  mit  ihrer  baut,  gunst,
briefen  oder  insigeln,  sondern  nur  vor  dem  Bürgermeister  und
Rathe  der  Stadt  abgeschlossen  und  gefertigt  werden  sollten.
Dies  ist  aber  in  offenbarem  Widerspruch  mit  der  Lehre  der
Summa  I,  28  de  vigore  sigillorum,  nach  der  alle  Rechtsgeschäfte
über  unbewegliche  Sachen  -nur  dann  Kraft  haben,  wenn  sie
cum  manu  et  sigillo  domini  fundi  und  dem  eigenen  Siegel  oder
in  Ermangelung  eines  solchen  mit  dem  Siegel  duorum  proborum
virorum  bekräftigt  oder  wenigstens  in  dem  Buche  des  dominus
fundi  eingetragen  worden  sind.  Letztere  Bestimmung  ist  übrigens
im  Einklänge  mit  dem  Stadtrechte  Herzog  Albrechts  II.  für
Wien  vom  24.  Juli  1340,  a.  76:  Wir  setzen  auch  und  wellen
und  gebieten  diesen  satz  ewichleich  und  vestichleichen  zu  behalten: ­
  Swelich  man  nicht  aigen  insigel  hat,  wes  sich  der
under  zwair  oder  menigerr  erben-  manne  insigel  verbint,  die
der  zeugnusse  teert  sint,  daz  sol  stet  beleihen,  als  daz  urchund
under  den  insigeln  sait.  Wer  dawider  tuet,  daz  sol  nicht
chraft  haben,  und  sol  darzu  dem  richter  pessern  nach  des
rates  rat.
Auf  die  Bekanntschaft  mit  diesem  Stadtrechte  von  1340
deutet  noch  eine  andere  Stelle  der  Summa  hin,  III,  46,  nach
welcher  die  in  einer  Stadt  ausgesprochene  Acht  secundum  statuta
principum  non  vadit  extra  districtum  illius  judicis,  qui  primus
eum  proscripsit.  Est  enim  sat  gravis  poena,  quod  oportet  proscriptum
  in  tali  judicio  relinquere  uxorem  et  cunctos  amicos,  nec
non  omnia  bona  sua.  Nun  heisst  es  in  a.  10  des  Stadtrechtes
von  1340  wörtlich:  Swer  in  der  stat  aecht  churnt,  daz  sol  chain
furban  sein,  und  sol  fürbaz  chain  ander  aecht  nicht  leiden,  wan
er  schaden  genug  hat,  daz  er  sein  haus,  sein  weih  und  seineu
ckind  lazzen  muez  und  die  stat  muez  raeumen.
            
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