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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Uel)er  eine  Summa  legura  incerti  auctoris.

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abgefasst  sein  kann,  ergibt  sich  daraus,  dass  die  Handschrift  I
11m  das  Jahr  1400  geschrieben  wurde.  Es  fällt  demnach  die
Niederschreibung  in  das  vierzehnte  Jahrhundert.  Hass  sie
der  ersten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts  angehöre,  dafür
sprechen  folgende  Gründe.  In  dem  auf  Grundlage  einer  Schrift
des  Jacobus  Butrigarius  geschriebenen  c.  II,  74  wird  auch  des
Privilegiums  fori  für  die  Scolaren  gedacht.  Est  beneficium,
quod  competit  scolaribus.  Hann  setzt  unser  Autor  selbstständig
hinzu:  Scolaris  enim,  qui  Bononiae  moratur,  subjectus  est  jure
communi  judici  Bononiensi.  Sed  per  privilegium  potest  declinare
  et  dicere,  quod  velit  coram  suo  judice  conveniri,  et  huic
benehcio  bene  potest  declinare.  (Butrigarius  erwähnt  Bologna
nicht,,  sondern  sagt  bloss:  Item  renunciant  scholares  privilegio
suo,  ut  coram  non  suo  judice  possint  ex  causa  conveniri,  quod
regulariter  heri  non  potest.)  Nun  wurde  dasselbe  Privilegium,
das  den  Scolaren  zu  Bologna  zustand,  sowie  die  Privilegien
von  Bologna  überhaupt,  gleich  bei  ihrer  Gründung  auch  der
im  April  1348  errichteten  Prager  und  der  im  Jahre  1365  gegründeten ­
  Wiener  Universität  verliehen.  (Siehe  Tomek,  Geschichte ­
  der  Prager  Univers.,  S.  4.)  Hie  Prager  Hoctoren,  Magister ­
  und  Studenten  sollen  sich  aller  Freiheiten  erfreuen,  welche
an  den  Studien  zu  Paris  und  Bologna  Geltung  haben,  wozu
(S.  10)  auch  die  Gerichtsbarkeit  des  Rectors  über  alle  Mitglieder ­
  sowohl  in  Hisciplinarsachen,  als  im  Civil-  und  Criminalprocesse
  gehört.  Und  so  auch  in  Wien  (siehe  Kink’s  Gesch.  d.  Un.
Wien),  quodsi  eorum  aliquis  (scolaris)  impeti  seu  in  jus  trahi  non
debet  pro  causa  aliqua,  corpus,  honorem  vel  res  concernente  coram ­
  seculari  judice  sed  dumtaxat  coram  rectore  universitatis  et
studii  memorati,  volentes  eos  esse  exemptos  omnino  tarn  a  dicto
exactionis  genere  tum  etiam  a  strepitu  judicis  secularis.  Es
ist  nun  höchst  unwahrscheinlich,  dass  unser  Summist  ein  für
einen  Mann  von  gelehrter  Bildung  gewiss  so  wichtiges  Ereigniss
wie  die  Gründung  von  Universitäten  in  seiner  Heimat  oder
wenigstens,  da  er  in  Wiener-Neustadt  schrieb,  in  dem  benachbarten ­
  Wien  ganz  ignorirt  und  sich  lieber  auf  das  entfernte
Bologna  bezogen  haben  würde,  hätte  er  zur  Zeit,  als  er  sein
Werk  schrieb,  davon  Kunde  gehabt.  Er  musste  daher  seine
Schrift  vor  der  Gründung  dieser  Universitäten,  also  vor  1348
oder  wenigstens  vor  1365  geschrieben  haben.  Bestärkt  werden  wir
            
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