Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

296

Tomaschek.

6.  Nach  c.  33,  II  ist  zur  Acquisitivverjährung  (praescriptio)
  einer  beweglichen  Sache  ein  Jahr  als  tempus  a  lege
definitum  nothwendig  (Handschr.  II  und  IV  drei  Jahre),  einer
unbeweglichen  Sache  jure  civili  (d.  h.  nach  Burgrecht)
unter  Anwesenden  ein  Jahr,  unter  Abwesenden  dröissig  Jahre,
eines  Lehen  zwölf  Jahre  (Handschr.  H  und  IV  zehn  Jahre),
eines  Eigen  (jure  proprietatis)  dreissig  Jahre  —  amplius  eam
quiete  habebit  —  praescribit.
Diese  Verjährungsfristen  linden  sich  nun  ausdrücklich  in
österreichischen  Rechtsquellen  bestätigt.
Für  Immobilien  besteht  namentlich  in  den  Stadtrechten
von  Oesterreich  ob  und  unter  der  Enns  ganz  allgemein  eine
dreissigjährige  Verjährungsfrist.  Nirgends  genügt  die  Verjährung ­
  von  Jahr  und  Tag,  wie  anderwärts.  (Vgl.  Hasenöhrl,
Oesterr.  Landesrecht  S.  120  ff.)  Schon  das'  alte  österreichische
Landrecht  sagt  a.  27:  Wer  ain  aigen  in  nucz  und  in  gewer
hat  unversprochen  dreissig  iar  und  ain  tac  .  .  .  der  sol  das  fürbas ­
  wol  gertibet  haben.  (Vgl.  über  diese  Frist  die  übrigen
von  Hasenöhrl  S.  121  angegebenen  Stellen.)
Ebenso  stimmt  auch  die  Frist  für  Lehen  mit  dem  österreichischen ­
  Landrecht  überein  a.  37:  Wer  ain  recht  lehen  in
stiller  gewer  hat  unversprochen  zwelif  iar  und  ainen  tag  .  .  .  das
sol  er  fürbas  berübet  haben  an  alle  ansprach.  So  auch  die  Frist
für  ein  Burgrecht.  Urk.  für  Bruck  a.  d.  Mur  anno  1396  (Gengier,
Stadtrechte  58):  Wer  in  derselben  vnnserer  Stat  vnnd  in  Irern
Purckhfriedt  aines  Purckhrechts  Jahr  vnnd  tag  unversprochen  an
Nutz  vnnd  Gwer  sitzet,  das  der  auch  on  all  Zuespruch  vnnd  Irrung
fürbas  dabey  beieiben  soll,  als  das  von  Alter  ist  heerkhumben.
Ebenso  im  steirischen  Landrecht  a.  83:  ist  ez  ain
aigen  dreissig  jar  vnd  ain  tag,  ist  es  ain  lehen  zwelf  jar  vnd
ain  tag,  ist  es  ain  purchrecht  ain  jar  vnd  ain  tag.  Vergleiche
auch  a.  96  rücksichtlich  der  Frist  von  zwölf  Jahren  für  einen
,lantman‘,  der  eben  kein  Eigen,  sondern  nur  ein  rechtes  Lehen
hat,  und  a.  130:  Hat  ain  man  ain  lehen  zwelf  jar  vnd  ain  tag
vnuersprochcn  in  nucz  vnd  in  gewer,  ain  aigen  dreissig  jar
vnd  ain  tag  .  .  .  ain  purkchrecht  .  .  .  jar  vnd  tag  ...  u.  s.  w.,
ob  en  die  darnach  chlagen,  die  weil  ynner  landes  gewesen  sind,
ferner  die  Anmerkungen  Bischoff’s  zu  diesen  Artikeln  und  die
daselbst  für  Graz,  St.  Veit  in  Kärnten,  Klagenfurt,  das  Kärntner
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.