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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Ueber  eine  Summa  legum  incerti  auctoris.

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secl  solum  propter  justitiam.  Quinto  requiritur  auctoritas  scilicet
ecclesiae,  si  pugnatur  pro  fiele,  vel  auctoritas  principis  terrae
requiritur,  si  pugnatur  pro  clefensione  patriae.
In  der  Hervorhebung'  von  Einzelnheiten  aus  dem  reichen
Inhalte  legt  mir  die  Rücksicht  auf  den  dieser  Abhandlung  gegönnten ­
  Raum  die  äusserste  Sparsamkeit  auf;  doch  möge  hier
die  Stellung  eles  Werkes  zum  römischen  Rechte  und  insbesondere ­
  zum  einheimischen  durch  einige  Citate  und  durch  an  sie
geknüpfte  Bemerkungen  charakterisirt  werden.
Im  engen  Anschlüsse  an  die  Institutionen  §.  3.  I.  de  jure
nat.  gentium  1.  2.  sagt  der  Verfasser  in  I,  5:  Constat  autem
jus  nostrum,  quo  utimur,  aut  ex  scripto  aut  ex  non  scripto.
Scriptum  jus  est  lex,  plebiscita,  senatus  consulta  et  principum
placita.  In  I,  10  Qui  primus  leges  condiderit  heisst  es:  Moises
pi'imus  fuit,  qui  Ebreis  divinas  leges  explicavit,  Forroneus  rex
Graecorum  Graecis  primus  leges  judiciaque  constituit,  Mercurius
Egyptiis,  Lycurgus  Lacaedemoniis,  Numa  Pompilius  Romanis
leges  condebant,  Carolus  Suevis,  Julius  omnibus  imperio  suhjectis.
Dass  dem  Verfasser  hier  das  seit  dem  Beginne  des  XVII.  Jahrhunderts ­
  allgemein  unter  dem  Namen  Schwabenspiegel  bekannte,
in  einzelnen  Handschriften  als  Königs  oder  Kaisers  Carl  Rechtsbuch ­
  benannte,  im  Volksmunde  schon  während  des  XIV.  und
XV.  Jahrhunderts  hie  und  da  als  ,svevisch  recht'  oder  ,landesrecht'
  zu  Schwaben  bezeichnete  kaiserliche  Land-  und  Lehensrecht ­
  vorschwebe,  ist  offenbar.
Der  Schwabenspiegel  war  in  Oesterreich  in  zahlreichen
Exemplaren  verbreitet.  Auch  in  Wiener-Neustädter  Handschriften ­
  kommt  er  einige  Male  vor.  (Vgl.  Winter,  Das  Wiener-Reustädter
  Stadtrecht  aus  dem  XIII.  Jahrhundert,  S.  11,  13,
16,  17.)  Gewiss  war  er  dem  Verfasser  bekannt;  ob  er  ihn  auch
in  seinem  Werke  benützt  habe,  ist  trotz  der  Gleichheit  mancher
Reehtssätze  zweifelhaft.  Nicht  unbeachtenswerth  ist  hiezu  auch
die  Erwähnung  Julius’  in  der  zu  dem  in  der  Mitte  des  XIV.  Jahrhunderts ­
  gefälschten  Privilegium  majus  für  Oesterreich  gehörigen
Bestätigung  der  wörtlich  eingerückten  Privilegien  der  Kaiser
Julius  und  Nero  durch  Heinrich  IV.  angeblich  vom  Jahre  1058.
I;  11  Qui  nostns  temporibus  leges  condere  possit.  Prinn
 P es  nostri  temporis  primo  possunt  leges  condere,  secundo  consules,
  tertio  populäres.  Das  Gesetzgebungsrecht  wird  also  für
            
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