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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Tomasche  k.

eine  Florentiner  Handschrift  herausgegeben,  der  er  eine  ausgezeichnete ­
  und  eigentümliche  Stellung  in  der  mittelalterlichen
Literatur  des  römischen  Rechtes  zuweist,  indem  dieser  zwar
nicht  die  systematische,  also  von  der  blossen  Erläuterung  der
Rechtsquellen  sich  emancipirende  Behandlung  des  gesummten
Privatrechtsstoffes,  wohl  aber  die  Darstellung  desselben  nach
einem  eigenen  System  unbekannt  geblieben  sei  (S.  XXIX).  Er
bemüht  sich  nun,  nachzuweisen,  dass  dieses  Werk,  das  er  in
den  Anfang  des  XIII.  Jahrhunderts  setzt,  in  der  That  ein
System  des  gesummten  Privatrechtes  und  insoferne  in  der  Behandlung ­
  und  Anordnung  des  Stoffes  nicht  allein  der  erste,
sondern  auch  auf  Jahrhunderte  hinaus  der  einzige  Versuch ­
  zu  einer  von  dem  System  der  Quellen  sich  emancipirenden
  Darstellung  des  römischen  Rechtes  geblieben  sei.
In  gleichem,  wenn  nicht  vielleicht  in  höherem  Grade  lässt
sich  dies  von  unserer,  in  ihrer  Abfassung  etwa  ein  Jahrhundert
späteren  Summa  legum  behaupten.  Zwar  findet  sich  auch  hier
wie  im  Florentiner  Rechtsbuch  das  System  der  Institutionen  personae,
  res,  actiones  der  Eintheilung  in  drei  Bücher  zu  Grunde
gelegt,  und  es  hat  unverkennbar  dem  Verfasser  auch  hier  die
Reihenfolge  der  Titel  in  jenen  wenigstens  im  Allgemeinen  zum
Vorbild  gedient.  Nirgends  jedoch  bindet  sich  die  Behandlung
des  Stoffes  strenge  an  die  Legalordnung.  Materien,  die  in  den
Rechtsquellen  nicht  behandelt  werden,  finden  hier  eine  ausführliche, ­
  mit  dem  dem  Verfasser  vorschwebenden  Plane  im  organischen ­
  Zusammenhänge  stehende  Behandlung.  Andere  in  den
Quellen  vorkommende  Titel  werden  ganz  übergangen  oder  an
anderen  Orten  dem  Plane  gemäss  behandelt.  An  vielen  Orten
ist  der  Verfasser  bemüht,  den  äusseren  Zusammenhang  der  behandelten ­
  Materien  durch  Nach  Weisung  ihrer  inneren  Verbindung ­
  zu  rechtfertigen.
Nachstehende  Uebersicht  möge  dazu  dienen,  den  Inhalt
des  Werkes,  die  Reihenfolge  der  Materien,  sowie  auch  das  System
des  Verfassers  zur  Anschauung  zu  bringen,  indem  die  im  Werke
selbst  hervortretenden  Verbindungsfäden  der  einzelnen  Materien
besonders  hervorgehoben  werden.  Das  ganze  Werk  ist  in  drei
Bücher  eingetheilt,  in  welchen  die  einzelnen  Abschnitte  ursprünglich ­
  nur  durch  kurze  Ueberschriften  (rubricae)  bezeichnet,
später  jedoch  durch  fortlaufend  gezählte  Capitel  unterschieden
            
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