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Tomasckck.
Inhaltes geschöpft hat. Und doch steht es ihnen an innerem
Gehalte nicht nach, lässt sie aber an praktischer Brauchbarkeit
weit zurück. Wenn der Verfasser in seinem verhältnissmässig
viel kürzeren Werke dasselbe erreicht, ohne denselben Anspruch
auf die Erschöpfung des Stoffes zu machen wie diese,
so ist dies vorzüglich zwei Momenten zuzuschreiben: 1. Der
Ausscheidung der unendlichen, weitschweifigen und zu häufig
geschmacklosen Controversen, die einen grossen Theil jener
literarischen Producte ausfüllen. Nicht als ob er nicht hie und
da controverse Fragen aufwürfe. Doch beschränkt er sich
darauf, die entgegengesetzten Meinungen kurz zu präcisiren
und ihnen gegenüber seine eigene, zuweilen originelle Ansicht
mit wenigen Worten zu begründen. Ego autem dico, mihi
videtur salvo judicio meliorum u. s. w. 2. Hält er sich frei
von jener massenhaften Anhäufung von Citaten aus den Rechtsquellen,
von denen die Werke der Glossatoren und Summisten
des XII. und XIII. Jahrhunderts strotzen, und begnügt sich
mit der allgemeinen Hinweisung auf die 1 eges und canones.
Eine ausdrückliche Verweisung auf bestimmte Stellen der römischen
und kanonischen Rechtsbücher findet sich nur selten.
In dieser Beziehung nähert sicli unsere Schrift in ihrem Charakter
wieder den Brachylogus und den anderen noch vor dem
Auftreten der Glossatorenschule erhaltenen Schriften über das
römische Recht. Man findet in ihr dieselben einförmig wiederkehrenden
Gedanken und Lehren, die gleiche Knappheit, Klarheit
und Schärfe des Ausdruckes, die nämliche Gewandtheit
und Liebe des Definirens, dieselbe vorwiegende systematische
Richtung und Sparsamkeit mit Quellencitaten wie in der vorbolognesischen
Literatur. (Siehe Herrn. Fitting: Jur. Schriften
des früheren Mittelalters, S. 112.)
Was der Verfasser zunächst bezweckte, ist eine kurze
und klare Uebersieht über das römische Recht seiner Zeit.
Die äussere Form der Darstellung steht mit dieser Absicht
in genauem Einklänge. Seinem Versprechen: unaui summain
brevem, levem et utilem, stilo clarissimo componere, bleibt er im
ganzen Umfange seiner Darstellung treu. Ueberall geht er der
Versuchung sorgfältig ans dem Wege, seine unstreitig tiefere
Kenntniss, seine erworbene gelehrte Bildung hervortreten zu
lassen. Seine Darstellung ist überall schlicht, klar, knapp und