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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Tomaschek.

Indessen  fehlt  es  auch  in  der  Handschrift  II  nicht  an
Flüchtigkeiten  und  Nachlässigkeiten,  auch  nicht  an  offenbaren
Missverständnissen.  In  einigen  nicht  unwesentlichen  Punkten
steht  die  Handschrift  I  dem  Originale  viel  näher,  und  auch  die
deutsche  Uebersetzung,  obwohl  im  Allgemeinen  dem  Texte  der
Handschrift  II  folgend,  scldiesst  sich  hie  und  da  an  jene  an.
III.  Lateinische  Handschrift  zu  Pressburg.
Diese  Handschrift  ist  gegenwärtig  verschollen.  In  der
von  Michnay  und  Lichner  im  Jahre  1845  erschienenen  Ausgabe ­
  des  Ofner  Stadthuches  findet  sich  S.  XIII,  Nota  7  folgende
Bemerkung:  ,l)ass  in  jener  Zeit  (der  Entstehungszeit  des  Stadthuches) ­
  verschiedene  Rechtsbücher  in  Ungarn  zur  Belehrung
und  wohl  auch  zur  gelegentlichen  Rechtsprechung  im  Gebrauch
waren,  lässt  sich  hinlänglich  erweisen.  Selbst  derartige  Handschriften ­
  kommen  hie  und  da  vor.  Herr  von  Gyurikovits  besitzt ­
  einen  sehr  nett  geschriebenen  und  bis  auf  den  Einband
wohlerhaltenen  Rechtscodex  mit  den  Schlussworten:  Hic  legalium
constitutionem  über  anno  Christi  1489  feliciter  consummatus
jure  optimo  veraque  possessione  attinet  honorabili  atque  consulto
  viro  domino  Nycolao  Ebendorffer  suisque  filiis.  Der  Anfang ­
  lautet:  Propter  paternalem  amorem,  quem  etc.“
Airs  diesen  Anfangsworten  geht  die  Identität  dieses  Codex
mit  unserer  Summa  unzweifelhaft  hervor.  Nach  meinen  eingeholten ­
  Erkundigungen  starb  Herr  von  Gyurikovits,  Magistratsrath ­
  in  Pressburg,  schon  im  Jahre  1848  mit  Hinterlassung
vieler  Kinder,  die  in  alle  Welt  zerstreut  und  ganz  herabgekommen ­
  sind.  Seine  Bücher  und  Manuscripte  wurden  an  unbekannte ­
  Leute  verkauft.  Der  Ort,  wo  sich  die  Handschrift
befindet,  lässt  sich  heutzutage  nicht  mehr  eruiren.  Indessen  ist
ihr  Verlust  nach  der  Versicherung  des  gegenwärtig  noch  in
Pressburg  als  professor  emeritus  lebenden  Mitherausgebers  des
Ofner  Stadtbuches  Lichner  nicht  allzusehr  zu  beklagen.  Er
hat  sie  nämlich  seinerzeit  eingehend  mit  der  deutschen  Handschrift ­
  der  Summa  verglichen  und  gefunden,  dass  sie  mit  ihr
in  allen  Einzelnlieiten  auf  das  Genaueste  übereinstimmt  und
sich  diese  an  den  Text  des  lateinischen  Codex  mit  einer  an
Aengstlichkeit  grenzenden  Treue  angeschlossen  hat.  Es  lässt
            
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