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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Ueber  eine  Summa  legum  incerti  auctoris.

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des  Schreibers  zuzuschreiben  sei.  In  der  rubrica  de  matrimonio
wird  im  Eingänge  als  eilfte  zu  beantwortende  Frage  ausdrücklich ­
  die  aufgestellt:  quot  et  quae  sint  bona  matrimonii?  und
doch  fehlt  ihre  Beantwortung,  die  I,  30  die  Olmützer  Handschrift ­
  bringt.  In  der  Rubrik  de  dote  vermisst  man,  während
die  zwei  ersten  Arten  der  dos  profectitia  und  adventitia  ausführlich ­
  erklärt  werden,  die  Erklärung  der  dritten  Art  der  dos
aestimata  (vgl.  Olmützer  Handschr.  II,  38).  Im  dritten  Buche
erscheint  am  Schlüsse  der  rubrica  de  crimine  falsi  et  falsariis
ausdrücklich  die  Hinweisung  auf  angeblich  bereits  früher  Besprochenes. ­
  Qualiter  instrumenta  de  falsitate  dicantur  suspecta,
dictum  est  supra  de  derogatione  instrumentorum.  Das  c.  I,  17
der  Olmützer  Handschrift  quando  derogatur  instrumento  fehlt
aber  ganz  in  der  Handschrift  I.  Einzelne  Capitel  und  Zusätze
mochte  der  Schreiber  der  Wiener  Handschrift  vielleicht  absichtlich ­
  ausgelassen  haben,  sei  es,  dass  sie  ihm  minder  wichtig
oder  sogar  bedenklich  erschienen,  z.  B.  das  Capitel  über  die
Tyrannen,  die  Pflichten  der  Fürsten,  die  Eintheilung  der  Menschen, ­
  den  Ursprung  des  Rechtes  u.  s.  w.  In  den  meisten  Fällen
trug  jedoch  die  Nachlässigkeit  des  Schreibers  der  Handschrift  an
der  Auslassung  Schuld.  Wie  weit  diese  ging,  sehen  wir  z.  B.
daraus,  dass  er  nach  dem  c.  III,  27  auf  einmal  drei  früher  ausgelassene ­
  Capitel  de  pactis  mit  der  Einleitung  nachholt:  Hic  habetur ­
  de  pactis  (Reverte  VIII  folia),  dass  er  die  letzten  Capitel
des  dritten  Buches  de  poenis  (III,  48  und  49)  bereits  vor  die
Capitel  de  proscriptione  und  de  expurgatione  stellt,  wohlweislich ­
  aber  deshalb  die  Einleitung  in  jene  unterdrückt.  Man
kann  daher  mit  gutem  Grunde  annehmen,  dass  die  Zusätze
und  die  in  der  Handschrift  I  fehlenden  Capitel  schon  im  ursprünglichen ­
  Werke  vorhanden  waren,  wozu  noch  bestärkend
hinzutritt,  dass  sie  silmmtlich  auch  in  den  zwei  Pressburger
Handschriften  aufgenommen  sind.
Ausser  grösseren  Zusätzen  und  Veränderungen  finden  wir
in  der  Handschrift  II  sehr  häufig  stylistische  und  formelle  Abweichungen ­
  von  I  und  andere  Ausdrücke  und  Redewendungen,
die  zwar  den  Sinn  nicht  verändern,  ihn  jedoch  in  anderer  Form
wiedergeben.  In  dieser  formellen  Beziehung  bin  ich  jedoch
geneigt,  den  Text  der  Handschrift  I  der  ursprünglichen  Fassung
für  näherstehend  zu  halten  als  den  der  Handschrift  II.
            
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