Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

lieber  eine  Summa  legum  incerti  auctoris.

249

daselbst  S.  486,  IV  die  confirmatio  actorum  concilii  Posoniensis
findet).  Prag  hatte  bisher  zur  Kirchenprovinz  Mainz  gehört,
war  aber  auf  den  Wunsch  Karls  IV.  und  seines  Vaters  Johann ­
  von  Böhmen  am  30.  April  1344  von  Clemens  VI.  zur
Metropole  erhoben  und  ihr  die  Bisthümer  Olmtitz  und  Leitomischl ­
  untergeordnet  worden.
Unsere  Summa,  die,  wie  man  daraus  schliessen  kann,  auch
in  Böhmen  und  Mähren  Verbreitung  erlangt  hatte,  mochte  nun
ungefähr  um  diese  Zeit  in  die  Hände  eines  vielleicht  der  01-mützer
  Diöcese  angehörigen  Klerikers  gefallen  sein,  der  diese
Constitutionen  am  Schlüsse  der  Summa  einfach  hinzuschrieb,
ohne  dass  noch  ihre  Redaction  zu  einem  vierten  Buche  von
ihm  ausgegangen  wäre,  wie  sich  aus  Nachfolgendem  ergibt.
Das  letzte  diesen  Constitutionen  nicht  ungehörige  Capitel
des  vierten  Buches  handelt  nämlich  de  reprobatione  articulorum
de  speculo  Saxonum.
Diesem  Capitel  geht  folgende  Einleitung  voran:
Reprobatio  per  Gregorium  nonum  (sic).  Amen.
Gregorius  episcopus,  servus  servorum  Dei  venerabilibus
fratribus  archiepiscopo  Gnesnensi  ejusque  suffraganeis  salutem
et  apostolicam  benedictionem  ad  reverentiam  Dei.  Ad  exstirpationem
  errorum  etc.  (sonst  übereinstimmend  mit  dem  Begleitschreiben ­
  der  Bulle  an  andere  Erzbischöfe)  .  .  .  quorum  tenor
talis  est.  Sequitur  capitulum  etc.  Hierauf  folgt  die  bekannte
Bulle  des  Papstes  Gregor  XI.,  die  mit  den  Worten  beginnt:
Salvator  liumani  generis  über  die  Reprobation  einiger  Artikel
des  Sachsenspiegels.
Auffallend  ist  vor  Allem  die  Mittheilung  dieser  Bulle  an
den  Erzbischof  von  Gnesen.  Dass  Gregor  XI.  die  Bulle  den  Erzbischöfen ­
  von  Mainz,  Cöln,  Bremen  Magdeburg,  Prag  und  Riga
zugesandt  habe,  ist  bekannt  (Iiomeyer:  Kienkok,  S.  401  —  403).
Gregor  XI.  erwähnt  auch  hier  in  dem  dieser  Bulle  nachfolgenden ­
  Aufforderungsschreiben  an  Karl  IV.  für  ihre  Befolgung
Sorge  zu  tragen,  blos  diese  sechs  Erzbischöfe,  denen  er  diese
Bulle  mitgetheilt  habe.  Der  von  Riga  wird  unter  ihnen  ausdrücklich ­
  genannt.  Datirt  ist  jenes  Schreiben  Avenione  Idus
Octobris  (nicht  Aprilis)  pontificatus  in  anno  quarto  (nicht
tertio,  wie  Goldast  hat).  Die  Bulle  selbst  ist  hingegen  nicht
datirt.  Als  Aussteller  finden  wir  irrthümlich  wie  in  der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.