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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Ueber  eine  Summa  legum  incerti  auctoris.

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und  den  übrigen  Handschriften  ergibt,  ausserdem  viele  Schreibfehler ­
  und  offenbare  Missverständnisse  des  Textes,  die  auf  der
mangelhaften  juristischen  Bildung  und  der  unvollkommenen
Kenntniss  der  lateinischen  Sprache  des  Abschreibers  beruhen.
Im  Ganzen  steht  diese  Handschrift,  obwohl  aus  einer  früheren
Zeit  stammend,  an  Vollständigkeit  und  Genauigkeit  der  Olmützer
und,  wie  es  scheint,  auch  der  lateinischen  Pressburger  nach,
so  dass  sich  der  vollständige  Text  des  Originales  nur  durch
Ergänzung  aus  den  anderen  Handschriften  gewinnen  lässt.
Dessenungeachtet  ist  sie  auch  zu  diesem  Zwecke  nicht  werthlos. ­
  Die  Vergleichung  der  Stellen,  wo  die  Institutionen,  die
Summa  des  Johannes  Andreae  und  andere  Quellen  benützt
sind,  zeigt,  dass  sich  dieser  Text  näher  an  die  unmittelbaren ­
  Vorlagen,  die  der  Autor  vor  sich  hatte,  anschliesst,
während  die  anderen  Texte  uns  bereits  abweichende  Varianten
und  Ausdrücke  überliefern.  Gerade  in  einigen  wichtigeren
Punkten  ist  die  Lesart  dieser  Handschrift  der  der  übrigen  entschieden ­
  vorzuziehen.  Ebenso  zeigt  auch  die  Eintheilung  in
nichtnummerirte  Abschnitte  mit  Ueberschriften  (rubricae)  gegenüber ­
  der  Capiteleintheilung  der  anderen  Handschriften,  wie  sich
erstere  auch  in  der  in  reichem  Masse  vom  Verfasser  benützten
Summa  Hostiensis  findet,  dass  dieser  Teyt  dem  ursprünglichen
Originale  noch  näher  steht  als  der  der  anderen  Handschriften,
in  denen  sich  bereits  hie  und  da  der  verändernde  Einfluss
späterer  Benutzer  und  Abschreiber  in  der  Wahl  anderer  Worte
und  Ausdrücke  bemerkbar  macht.  Eine  vollständige  Ausgabe
müsste  daher  auf  den  Text  dieser  Handschrift,  so  häufig  er
auch  aus  den  anderen  Handschriften  ergänzt  werden  muss,  zur
Rectificirung  der  ursprünglichen  Gestaltung  der  Originalabfassung
nicht  selten  Rücksicht  nehmen.
II.  Lateinische  Handschrift  der  Olmützer  Universitätsbibliothek. ­

Die  nähere  Beschreibung  dieses  Codex  mit  der  Signatur
II.  20,  saec.  XV,  der  verschiedene  Stücke  neben  dieser  Summa
in  sich  vereinigt,  findet  sich  im  Archive  für  ältere  Geschichtskunde ­
  von  Pertz,  Bd.  VI,  S.  671  bei  Wattenbach:  Reise  in
Oesterreich.  (In  dem  von  W.  dazu  angelegten  Register  ist  bei
            
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