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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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P  f  i  7,  m  a  i  e  r.

übrigen  Sprachen  von  nicht  Unalaschkischem  inneren  Bau.
Aber  bemerkt  wird,  dass  die  Zählung  in  der  Unalaschkischen
und  in  der  Kadjakischen  Sprache  auf  einer  ganz  verschiedenen
und  mit  der  Zählung  in  der  Koloschischen  Sprache  gleichen
Grundlage  beruhe.  Bei  den  Unalaschken  habe  die  Zählung  gewöhnlich ­
  zur  Grundlage  die  Zahl  Zehn  und  gehe  regelmässig  bis
zehntausend  und  noch  höher.  Bei  den  Kadjaken  und  Koloschen
erstrecke  sich  die  Zählung  nur  bis  zweihundert  und  habe  eine  ganz
andere  Grundlage,  was  besonders  bei  den  Zehnen  bemerkbar  sei.
In  der  Koloschisch-Sitchischen  Sprache  könne  man  mehr
als  dreissig  Buchstaben  finden,  wenn  man  jeden  Laut  mit  einem
besonderen  Buchstaben  bezeichnen  wolle.  Denn  viele  Buchstaben ­
  würd  en  auf  verschiedene  Weise  ausgesprochen,  in  welchem
Falle  dann  dem  Worte  eine  verschiedene  Bedeutung  zukommt,
z.  B.  huch’  ,Knecht',  kliuch  ,Blei'.  Ferner  kh’ukh’  ,Schwefel',  kuk
der  Kasten.  Um  diese  Wörter  genau  so  zu  schreiben,  wie  die
Koloschen  sie  aussprechen,  müsse  man  den  Buchstaben  k  in  drei,
den  Buchstaben  ch  in  zwei  Theile  theilen,  wenn  man  nicht  neue
Buchstaben  hinzufügen  will.  Wenn  man  aber,  wie  es  bei  der
Aleutischen  Sprache  geschehen,  durch  Hauchzeichen,  in  der
Gestalt  von  Apostrophen,  unterscheide,  bedürfe  man  für  die
Koloschische  Sprache  nicht  mehr  als  siebzehn  Buchstaben,  nämlich ­
  a,  g,  e,  i,  k,  kh,  l,  n,  s,  t,  u,  ch,  ts,  c,  S,  ju,  ja.
Eedetheile  könne  man  im  Koloschischen  so  viele  als  in
den  gewöhnlichen  übrigen  Sprachen  finden,  z.  B.  tVinkit  Mensch.
Tl’its’in  stark.  Öatlenach  eins.  Chat  ich.  Jetacham  ich  tliue,  jeututs’im
  gethan.  Geklie  gut,  als  Adverbium.  Citdch  von.  US  wenn.
’A!  ein  Ausrufungswort.
Im  Koloschischen  finden  sich  sehr  viele  aus  zwei,  drei  und
noch  mehr,  grösstentheils  einsylbigen  Wörtern  zusammengesetzte
Wörter,  z.  B.
Khacin  Hand.  Aus  kha  ,Mannsperson'  und  ein  im  Allgemeinen ­
  ,Pfote,  Hand,  Flosse  der  Amphibien'  zusammengesetzt.
Tukatgat’d  schwanger.  Aus  tu  ,sein'  oder  ,ihr',  hat  ,Bauch',
gdt  ,Kind‘  und  ’d  ,es  ist'  zusammengesetzt.
Eine  Absonderlichkeit  ist,  dass  die  Koloschen  allen  Theilen
des  Körpers  das  Wort  kha  ,Mannsperson'  vorsetzen,  wodurch
bezeichnet  wird,  dass  es  Theile  des  menschlichen  Körpers  sind.
Wenn  man  den  Kürpertheil  eines  Thieres  meint,  so  ersetzt  man
            
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