Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Aufklärungen  über  die  Sprache  der  Kolosclien.

189

dargestellt  wird,  so  schien  es  besser,  in  der  Umschreibung  den
Buchstaben  g  beizubehalten.
Dass  ju  (io)  nach  einem  Consonanten  wie  o  lauten  muss,
ist,  wie  schon  früher  angegeben  worden,  in  dem  russischen
Lautsystem  begründet.
Um  die  obigen  Wörterverzeichnisse  und  die  späteren  Ergänzungen ­
  derselben  auf  ihren  wahren  Werth  zurückführen  zu
können,  folgt  hier,  hauptsächlich  auf  die  Ausführungen  Weniaminow’s
  gestützt,  eine  Darlegung  der  Grundzüge  der  koloschischen
  Grammatik.
Nach  Weniaminow  theilen  sich  die  Sprachen  Neu-Russlands,
was  den  inneren  Bau  betrifft,  in  zwei  gänzlich  von  einander  verschiedene ­
  Hauptsprachen,  nämlich  in  die  Unalaschldsche  und  in
die  Koloschische.  Ihre  sie  unterscheidenden  Eigenthümlichkeiten
  seien:
1.  In  dem  Unalaschkischen  Sprachstamme  gebe  es  drei
Zahlen:  die  einfache,  zweifache  und  vielfache.  In  dem  Koloschischen
  Sprachstamme  gebe  es  gewöhnlich  zwei  Zahlen:  die
einfache  und  die  vielfache.
2.  Die  Beugefälle  in  den  Sprachen  der  ersten  Art  theilen
sich  in  unbestimmte  und  besitzanzeigende,  und  deswegen  seien
alle  Beugefälle  oder  Endungen  mehr  als  sechsunddreissig.  In
den  Sprachen  der  letzteren  Art  gebe  es  jedoch  nicht  mehr  als
drei  Beugefälle  oder  Endungen.
3.  Die  Zeitwörter  verändern  sich  in  den  Sprachen  der
ersteren  Art  nach  Zahlen  und  Personen  gewöhnlich  am  Ende
des  Wortes,  in  den  Sprachen  der  letzteren  Art  verändern  sie
sich  in  der  Mitte  oder  im  Anfänge  des  Wortes.
4.  In  den  Sprächen  der  ersteren  Art  haben  die  Vorwörter
und  Nebenwörter  Zahlen  und  sind  daher  veränderliche  Redetheile,
  doch  bei  den  Sprachen  der  letzteren  Art  sei  dieses
durchaus  nicht  der  Fall.
Diese  Sprachen  hätten  indessen  mit  einander  gemein,  dass,
sie  die  Unterschiede  des  Geschlechtes  nicht  haben,  sondern  dass
es  bei  allen  nur  ein  einziges  Geschlecht  -—  ein  gemeinschaftliches ­
  gebe.
Zu  den  Sprachen  ersterer  Art  gehören  die  eigentlich  sogenannte ­
  Unalaschkische  und  die  Kadjakische  Sprache,  zu  den
Sprachen  der  letzteren  Art  alle  übrigen  oder  wenigstens  alle
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.