Kreolische Studien V.
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• ,essen*, mark, kai-ka Währung'), welches aber auch in Melanesien
bekannt ist (Sikayana kai-kai ,Nahrung*, Witi kakana
,Essen*). Im Pidginenglischen entspricht ihm chow-chow, welches
ich nicht, wie das gewöhnlich geschieht, für ein chinesisches
Wort halte, sondern für das englische chaiv (vgl. romanisch manducare
für edere); dieses Wort erscheint, von den Chinesen eingeführt,
nicht nur auf den Philippinen (chau-chau ,eine tagalische
Speise' Blumentritt, Phil. Voc.), sondern auch auf Cuba (chauchau
J. I. de Annas, Orijenes del lengnaje criollo 2 S. 92), wo,
beiläufig gesagt, auch fufü (Pichardo) = jamaik. foo-foo (d. i.
food-food) im Sinne einer besonderen vegetabilischen Speise vorkommt.
Es fragt sich nun, ob das dem Walerjargon angehörige
und zu den Tschuktschen verpflanzte kau-kau (oder ka-kau)
,essen* (s. oben S. 151), welches auf Hawaii, nach F. Birgham
(Ausland 1883, S. 20), zwischen Eingeborenen und Fremden,
wenn auch selten, auf Essen und Trinken angewandt wird, aus
kai-lud oder aus chow-chow zu erklären ist. Ich vermuthe das
Letztere; auch Chamisso (Werke 2 II, 71) 1 identificirt das auf
Hawaii gebräuchliche kau-kau mit dem von ihm ebenfalls für
chinesisch gehaltenen tschau-tschau (er führt als chinesisches auf
Hawaii eingeführtes Wort noch pane-pane ,Begattung* an). Und
in der That kann nur im Hawaiischen, welches kein t, s und
s besitzt, ts zu k werden. Gehört hierher etwa auch kukau,
das Nationalgericht der Palau-Insulaner (gedämpfte Arumknollen;
s. K. Semper, Die Palau-Inseln, L. 1873, S. 55)? Anekdotenhaften
Ursprung hat bullamacow. Man erzählt, einer der früheren
Seefahrer (ich glaube, Cook) habe einen Stier und eine Kuh,
a bull and a cow, auf einem der Eilande gelassen; diese Wörter
seien zu einem verwachsen mit der Bedeutung ,Rindvieh, Rindfleisch*.
Herr Layard hörte sogar für ,Schöpsenfleisch*: small
fellow bullamacow. Im Beche-le-mar-englischen, wie im Pidginenglischen
haben viele Wörter eine ausserordentliche Begriffs-1
An dieser Stelle wird als hawaiisches Fremdwort auch angeführt ,piJcenene,
spanisch pzqueno, für kaea, klein. Wir wundern uns nicht nur, auf
Neu-Seeland (Nicolas) dasselbe Wort wieder zu linden, sondern auch
unter den angeblich grönländischen, die Bernard d’Oreilly mittheilt. 4
Dieses Wort, das portugiesische pequenino, wird nicht von Westen, sondern
von Osten in den Walerjargon eingedrungen sein; im englischen Amerika
ist pickaninny sehr verbreitet.