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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  V.

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•  ,essen*,  mark,  kai-ka  Währung'),  welches  aber  auch  in  Melanesien ­
  bekannt  ist  (Sikayana  kai-kai  ,Nahrung*,  Witi  kakana
,Essen*).  Im  Pidginenglischen  entspricht  ihm  chow-chow,  welches
ich  nicht,  wie  das  gewöhnlich  geschieht,  für  ein  chinesisches
Wort  halte,  sondern  für  das  englische  chaiv  (vgl.  romanisch  manducare
  für  edere);  dieses  Wort  erscheint,  von  den  Chinesen  eingeführt, ­
  nicht  nur  auf  den  Philippinen  (chau-chau  ,eine  tagalische
Speise'  Blumentritt,  Phil.  Voc.),  sondern  auch  auf  Cuba  (chauchau
  J.  I.  de  Annas,  Orijenes  del  lengnaje  criollo  2 S.  92),  wo,
beiläufig  gesagt,  auch  fufü  (Pichardo)  =  jamaik.  foo-foo  (d.  i.
food-food)  im  Sinne  einer  besonderen  vegetabilischen  Speise  vorkommt. ­
  Es  fragt  sich  nun,  ob  das  dem  Walerjargon  angehörige
und  zu  den  Tschuktschen  verpflanzte  kau-kau  (oder  ka-kau)
,essen*  (s.  oben  S.  151),  welches  auf  Hawaii,  nach  F.  Birgham
(Ausland  1883,  S.  20),  zwischen  Eingeborenen  und  Fremden,
wenn  auch  selten,  auf  Essen  und  Trinken  angewandt  wird,  aus
kai-lud  oder  aus  chow-chow  zu  erklären  ist.  Ich  vermuthe  das
Letztere;  auch  Chamisso  (Werke  2 II,  71) 1  identificirt  das  auf
Hawaii  gebräuchliche  kau-kau  mit  dem  von  ihm  ebenfalls  für
chinesisch  gehaltenen  tschau-tschau  (er  führt  als  chinesisches  auf
Hawaii  eingeführtes  Wort  noch  pane-pane  ,Begattung*  an).  Und
in  der  That  kann  nur  im  Hawaiischen,  welches  kein  t,  s  und
s  besitzt,  ts  zu  k  werden.  Gehört  hierher  etwa  auch  kukau,
das  Nationalgericht  der  Palau-Insulaner  (gedämpfte  Arumknollen;
s.  K.  Semper,  Die  Palau-Inseln,  L.  1873,  S.  55)?  Anekdotenhaften ­
  Ursprung  hat  bullamacow.  Man  erzählt,  einer  der  früheren
Seefahrer  (ich  glaube,  Cook)  habe  einen  Stier  und  eine  Kuh,
a  bull  and  a  cow,  auf  einem  der  Eilande  gelassen;  diese  Wörter
seien  zu  einem  verwachsen  mit  der  Bedeutung  ,Rindvieh,  Rindfleisch*. ­
  Herr  Layard  hörte  sogar  für  ,Schöpsenfleisch*:  small
fellow  bullamacow.  Im  Beche-le-mar-englischen,  wie  im  Pidginenglischen ­
  haben  viele  Wörter  eine  ausserordentliche  Begriffs-1

  An  dieser  Stelle  wird  als  hawaiisches  Fremdwort  auch  angeführt  ,piJcenene,
  spanisch  pzqueno,  für  kaea,  klein.  Wir  wundern  uns  nicht  nur,  auf
Neu-Seeland  (Nicolas)  dasselbe  Wort  wieder  zu  linden,  sondern  auch
unter  den  angeblich  grönländischen,  die  Bernard  d’Oreilly  mittheilt. 4
Dieses  Wort,  das  portugiesische  pequenino,  wird  nicht  von  Westen,  sondern
von  Osten  in  den  Walerjargon  eingedrungen  sein;  im  englischen  Amerika
ist  pickaninny  sehr  verbreitet.
            
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