Kreolische Studien V.
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mit Gewalt oder mit List liinweggeschleppt. 1 Neuerdings hat sich
das gebessert. So findet man denn Neuhebridianer in grosser
Anzahl in Queensland, auf Neucaledonien und auf Witi, wo die
Pflanzungen fremder Hände bedürftig sind. Was das Sprachliche
anlangt, so habe ich mir aus Queensland keine Nachrichten
verschaffen können; aus Witi wird mir von mehreren Seiten die
Existenz eines englischen Jargons entschieden in Abrede gestellt
(vielleicht indem man nur an die Einheimischen, nicht an die
fremden Arbeiter gedacht hat); aus Neucaledonien ist aber dieselbe
ebenso entschieden bezeugt. Allerdings ist letzteres eine
französische Colonie; doch ist das englische Element dort stark
vertreten. 2 Viele von den Neuhebridianern bleiben, nachdem
die Zeit ihres Dienstes auf den Pflanzungen abgelaufen, in Neucaledonien,
besonders in Noumea, als Arbeiter, Hausdiener u. s. w.
K. Andree, Geographie des Welthandels, L. 1872, II, 488 erwähnt,
dass sich auf Neucaledonien ebenso wie auf manchen anderen Inseln
der Südsee im Umgänge zwischen Eingeborenen und Fremden
eine besondere Verkehrssprache herausgebildet habe; sie sei ein
Gemisch von neucaledonischen, chinesischen, englischen und
französischen Wörtern, z. B. tayos lookout balong faya ,Freunde,
gebt Acht auf das Feuer', hon jour, tayo ,guten Tag, Freund'.
1 Burkhardt-Grundemann IV, III, 193: ,Welche Dimensionen übrigens dieser
Handel angenommen hatte, zeigt die kaum glaubliche Angabe, dass in
einem Jahre 12.000 Personen von den melanesischen Inseln weggefiihrt
wurden/
2 C. E. Meinicke, Die Inseln des Stillen Oceans, L. 1875, I, 235: ,Von den
freien Colonisten ist der überwiegende Tlieil aus Australien eingewandert;
englische Sprache und Sitte sind daher weit verbreitet. An vielen Punkten
der Küsten haben sich ausserdem einzelne Engländer unter den Eingeborenen
niedergelassen, um Trepang und Kokosöl zu bereiten oder einzutauschen.
Erwägt man nun, dass der Verkehr der Colonie sich fast
ganz auf Sidney beschränkt, so begreift man, einen wie mächtigen Einfluss
die blühende englische Nachbarcolonie auf diese noch im Werden
begriffene Niederlassung ausübt/ Freilich etwas anders lautet Vivien de
Saint-Martin, Nouveau Dictionnaire de geographie universelle, P. 1879
I, 574 b : ,Presque tous ces Blancs [15.559] sont des Frantjais. On compte
cependant un certain nombre d’Anglais venus pour la plupart de Sidney:
les uns font du commerce ä Noumea; les autres recherchent ou exploitent
les mines d’or et de nickel. Tout nous prouve que cette ile ne tardera
pas ä etre la colonie fran^aise qui renfermera le plus de Fran^ais de
pur sang/