Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  V.

153

mit  Gewalt  oder  mit  List  liinweggeschleppt. 1  Neuerdings  hat  sich
das  gebessert.  So  findet  man  denn  Neuhebridianer  in  grosser
Anzahl  in  Queensland,  auf  Neucaledonien  und  auf  Witi,  wo  die
Pflanzungen  fremder  Hände  bedürftig  sind.  Was  das  Sprachliche
anlangt,  so  habe  ich  mir  aus  Queensland  keine  Nachrichten
verschaffen  können;  aus  Witi  wird  mir  von  mehreren  Seiten  die
Existenz  eines  englischen  Jargons  entschieden  in  Abrede  gestellt
(vielleicht  indem  man  nur  an  die  Einheimischen,  nicht  an  die
fremden  Arbeiter  gedacht  hat);  aus  Neucaledonien  ist  aber  dieselbe ­
  ebenso  entschieden  bezeugt.  Allerdings  ist  letzteres  eine
französische  Colonie;  doch  ist  das  englische  Element  dort  stark
vertreten. 2  Viele  von  den  Neuhebridianern  bleiben,  nachdem
die  Zeit  ihres  Dienstes  auf  den  Pflanzungen  abgelaufen,  in  Neucaledonien, ­
  besonders  in  Noumea,  als  Arbeiter,  Hausdiener  u.  s.  w.
K.  Andree,  Geographie  des  Welthandels,  L.  1872,  II,  488  erwähnt,
dass  sich  auf  Neucaledonien  ebenso  wie  auf  manchen  anderen  Inseln ­
  der  Südsee  im  Umgänge  zwischen  Eingeborenen  und  Fremden
eine  besondere  Verkehrssprache  herausgebildet  habe;  sie  sei  ein
Gemisch  von  neucaledonischen,  chinesischen,  englischen  und
französischen  Wörtern,  z.  B.  tayos  lookout  balong  faya  ,Freunde,
gebt  Acht  auf  das  Feuer',  hon  jour,  tayo  ,guten  Tag,  Freund'.

1  Burkhardt-Grundemann  IV,  III,  193:  ,Welche  Dimensionen  übrigens  dieser
Handel  angenommen  hatte,  zeigt  die  kaum  glaubliche  Angabe,  dass  in
einem  Jahre  12.000  Personen  von  den  melanesischen  Inseln  weggefiihrt
wurden/
2  C.  E.  Meinicke,  Die  Inseln  des  Stillen  Oceans,  L.  1875,  I,  235:  ,Von  den
freien  Colonisten  ist  der  überwiegende  Tlieil  aus  Australien  eingewandert;
englische  Sprache  und  Sitte  sind  daher  weit  verbreitet.  An  vielen  Punkten
der  Küsten  haben  sich  ausserdem  einzelne  Engländer  unter  den  Eingeborenen ­
  niedergelassen,  um  Trepang  und  Kokosöl  zu  bereiten  oder  einzutauschen. ­
  Erwägt  man  nun,  dass  der  Verkehr  der  Colonie  sich  fast
ganz  auf  Sidney  beschränkt,  so  begreift  man,  einen  wie  mächtigen  Einfluss ­
  die  blühende  englische  Nachbarcolonie  auf  diese  noch  im  Werden
begriffene  Niederlassung  ausübt/  Freilich  etwas  anders  lautet  Vivien  de
Saint-Martin,  Nouveau  Dictionnaire  de  geographie  universelle,  P.  1879
I,  574 b :  ,Presque  tous  ces  Blancs  [15.559]  sont  des  Frantjais.  On  compte
cependant  un  certain  nombre  d’Anglais  venus  pour  la  plupart  de  Sidney:
les  uns  font  du  commerce  ä  Noumea;  les  autres  recherchent  ou  exploitent
les  mines  d’or  et  de  nickel.  Tout  nous  prouve  que  cette  ile  ne  tardera
pas  ä  etre  la  colonie  fran^aise  qui  renfermera  le  plus  de  Fran^ais  de
pur  sang/
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.