152
Scli ii cli ardt.
Fixirung und Erweiterung des Jargons bei. Wenn eine grosse
Menge von Oceaniern freiwillige und unfreiwillige Schiffsgenossen
der Weissen waren, so scheinen sie doch bei solcher Gelegenheit
sich nicht wirklich in der Kenntniss des Englischen vervollkommnet
zu haben,' und wenn anderseits der Abhub der
weissen Gesellschaft, wie entlaufene Matrosen und Sträflinge, sich
unter den Eingeborenen niederliessen, so lernten diese von ihnen
ebensowenig gutes Englisch wie gute Sitten. Da nun aber jene
drei Erwerbszweige mehr und mehr in den Hintergrund getreten
sind 2 und sich an vielen Punkten ein tieferer und reinerer Einfluss
der europäischen Cultur schon geäussert hat oder zu äussern
beginnt, so sollte man meinen, dass der Jargon binnen Kurzem
erlöschen würde. Die Eingeborenen empfangen geregelten Unterricht
in der englischen oder französischen Sprache; die Europäer
bemühen sich, die auf einen hohem Rang emporgehobenen oceanischen
Sprachen sich anzueignen, die ihnen hie und da auch
ein gut Stück Weges entgegenkommen. So scheint das Küstentahitisch
3 dem hier besprochenen Englisch gegenüberzustehen wie
das Yokohamajapanisch dem Pidginenglisch Chinas. Dennoch
gibt es auch in neuester Zeit Umstände, welche nicht nur der
Fortdauer, sondern sogar der Ausbreitung jenes englischen Jargons
günstig sind. Ganz in der Art der Kulis verdingen sich
nämlich Insulaner als Arbeiter nach den europäischen Colonien;
besonders ist dies mit den Bewohnern der Neuen Hebriden der
Fall, wo übrigens auch das Hauptemporium des durch so viele
Gewaltthätigkeiten und Grausamkeiten befleckten Sandelholzhandels
sich befunden hatte (Burkhardt-Grundemann, Kleine
Missionsbibliothek IV, III, 117 f.). Der darauf folgende Arbeiterhandelwaranfangs
nichtviel menschlicher; die Einwohner wurden
1 Vgl. A. v. Chamisso’s Werke 2 II, 279: Viele O-Waihier verstehen etwas
englisch, keiner aber ist der Sprache vollkommen mächtig, selbst die
nicht, die auf amerikanischen Schiffen gereist sind, wie es sehr viele
gethan 1 .
2 Dafür hat der Handel mit Kokosöl einen ungemeinen Aufschwung genommen,
der sich mit der religiösen Mission recht gut zu vertragen
scheint. Das methodistische Bekenntniss wird in Melanesien lohe wai-u ai
,Oelreligion‘ genannt.
3 ,Le Mariage de Loti‘ in der Nouvelle Revue II (1880), 415: ,Depuis
longtemps je pouvais couramment parier le tahitien de la plage qui
est au tahitien pur ce que le petit-n&gre est au franqais.*