Schuchardt. Kreolische Stadien V.
151
Kreolische Studien.
Yon
Hugo Schuchardt,
corr. Mitgliede der kais. Akademie der Wissenschaften.
Y.
Ueber das Melaneso-englische.
In der Südsee sind den Missionären und Colonisten als
Pioniere der europäischen ,Ci v ilisation £ Walfischfänger, Trepangfischer
und Sandelholzschläger vorangegangen. Zwischen diesen,
meistens Engländern und Nordamerikanern, und den Insulanern
entwickelte sich auf englischer Basis eine sehr rohe Verkehrssprache.
Die Walfischfänger waren die Ersten, welche in allerdings
nur oberflächliche Beziehungen zu den Insulanern traten;
aber dass sie so verschiedene und entlegene Küsten berührten
und so lange Zeiten den Stätten der Cultur fern blieben, das
förderte in hohem Grade die Bildung eines Jargons, der denn
auch geradezu als .Walerjargon 1 bezeichnet wird. Zu dem englischen
Grundstock traten Wörter, die von diesen ,beach-combers'
an allen möglichen Orten aufgelesen worden waren. So ist
z. B. an der Tschuktschenküste (besonders an der Ploverbai) das
portugiesische mi savi, mi no savi ebenso bekannt als das hawaiische
pau ,nichts' oder ,es gibt nicht* (eigentlich ,fertig',,zu Ende')
und das kau-kau (oder nach Nordenskiöld lcakau) ,essen', von
dem ich noch reden werde. Diese Ausdrücke sind yon amerikanischen
Walfischfängern eingeführt worden, welche in jeder Saison
eine Anzahl Eingeborener von mehreren Punkten der Küste an
Bord nehmen, um sie beim Walfischfang zu verwenden (s. Ausland
1882, S.904; 1883, S. 20. Z. d. G. f. Erdk. XVIII, 207). Die
Thätigkeit der Trepangfischer und der Sandelholzschläger hielt
sich in engeren und bestimmteren Kreisen; sie kamen in eine
dauerndere Berührung mit den Insulanern und trugen daher zur