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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Scliuchar  d  t.

fortgepflanzt  zu  haben  (doch  nol  I,  75.  IV  ö.),  das  auch  keine  Empfindlichkeit ­
  gegen  mehrfache  Consonanz  im  Silbenanlaut  zeigt.
Es  ist  nun  im  Tagalospanischen,  abgesehen  vom  Tagalischen,
  die  Wirkung  noch  anderer  Factoren  zu  constatiren.
Es  weist  vor  Allem  Erscheinungen  auf,  welche  die  Aneignung
einer  jeden  fremden  Sprache  begleiten.  Natürlich  meine  ich
nicht  jene  negativen,  von  denen  ich  schon  oben  gesprochen  habe,
den  Mangel  der  Copula,  der  Numeruscongruenz,  der  Motion,
der  Personalendungen;  in  wie  weitem  Umfang  dieselben  auch
auftreten  mögen,  ich  erkenne  hier  überall  den  Hintergrund
einer  bestimmten  Sprache.  Es  ist  etwas  Anderes  ob  ein  Deutscher
sagt  questo  non  bono  oder  ein  Tagale  no  hueno  ose;  dort  wird
die  Copula  beim  zweiten  Dutzend  Vocabeln  sich  einstellen,  hier
wird  sie  selbst  in  geläufigster  Rede  noch  fehlen.  Aber  wo
eine  Sprache  im  lebendigen  Umgang  erlernt  wird,  zeigen  sich,
ohne  irgendwelche  Mitbestimmung  durch  die  eigene  Sprache,
gewisse  Elemente  von  geringerer,  andere  von  grösserer  Wichtigkeit ­
  für  das  Verständniss.  Man  wird  leicht  versucht  sein,
bei  der  Reproduction  jene  zu  unterdrücken,  diese  hervorzuheben.
So  pflegen  in  den  negereuropäischen  Sprachen  die  enklitischen
und  proklitischen  Wörter  zu  schwinden.  Das  Tagalospanische
bietet  davon  ganz  vereinzelte  Beispiele  so:  g  cosa  ^  que
cosa?  I,  15.  23.  37.  83.  II,  1.  15.  III,  38;  ^parci  cosa?  I,  26.
79.  Auch  das  Italienische  hat  cosa?  -  che  cosa?  Vielleicht  begünstigt ­
  das  zweifache  k  die  Zusammenziehung  der  drei  Silben
in  zwei.  Oder  ist  das  Tagalische,  welches  and  und  ang  anö  hat,
mit  im  Spiele?  Von  de-escribi  für  ha-de-escribi  (denn  wir  haben
uns  hier  die  Verschmelzung  zu  einem  Worte  zu  denken)  habe
ich  schon  geredet.  Aus  der  Beseitigung  des  tonlosen  reflexiven
se  erfolgt  im  romanischen  Kreolisch  der  vielfache  intransitive
und  passive  Gebrauch  transitiver  Verba;  so  tagalospan.  que  ta
lee  ,was  man  liest',  nisos  lengua  ta  llamä  ,unsere  Sprache  heisst',
ya  conservä  este  lengua,  ,es  hat  sich  diese  Sprache  gehalten'
IV,  8.  15.  18.  Anderseits  wird  das  Bedeutende,  wo  nothwendig,
äusserlich  gefestigt,  vor  Allem  aber  das  an  sich  Unbedeutende,
was  nur  bedeutend  genug  erscheint,  um  überhaupt  gehalten
zu  werden.  Man  kann  sagen,  dass  die  Tendenz  der  kreolischen
Idiome  vielfach  auf  eine  Alternative  geht,  z.  B.  die  Präposition ­
  a  und  den  Artikel  entweder  ganz  fallen  zu  lassen  oder
            
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