Kreolische Studien IV.
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Von tagalischer Phonetik entdecke ich in den mir
vorliegenden Schriftproben des Tagalospanischen sehr wenig
Spuren, das Ohr würde deren gewiss mehr ermitteln.
Wie im Tagalischen, so sollen airch im Tagalospanischen
e und i, o und u miteinander verwechselt werden (vgl. aligantis
Entrala S. 11 = elegantes).
Das unmalaiische f wird im Tagalischen durch p ersetzt
(z. B. sanipa = cenefa); im Tagalospanischen findet häufige
Verwechselung von/und p statt (Pacundo I, 46, pumigd I, 77,
penicado I, 79, taripa I, 85. 89, opicio I, 103, oprece I, 105,
palta I, 112, desconpianza III, 31, palla Entrala S. 21, pisonomia
und feligro Canamaque II, 152), sogar in der Schrift, so
dass man openderla und Isias Pillfinas lesen kann (Canamaque
I, 207. II, 153).
Y für ll, s für c, z, und b für v sind tagalisch und tagalospanisch,
aber auch gemeinspanisch und besonders in den überseeischen
Ländern eingebürgert. Für ll übrigens tritt in einzelnen
Fällen auch l ein; so tagalisch und tagalospanisch castila 1
,Spanier' (der Name des Landes für den Namen des Volkes).
Cli wird im Tagalischen durch s ersetzt (z. B. saquita =
cliaqueta), genauer durch ts, das ich z. B. in Rosalio Serrano’s
Diccionario (Manila 1872) nicht selten finde. Auch tsi scheint
gesprochen zu werden: tsci, tsia - chd ,Thce‘. Doch wird die
Aussprache des cli nicht eigentliche Schwierigkeiten bereiten.
Daher findet sich im Tagalospanischen kein s für cli.
Sehr befremdlich ist, dass die Tagalen, welche ein vom
spanischen j gewiss nicht merklich verschiedenes h besitzen, das
spanische j durch s wiedergeben, so navasa oder labasa, saro
(jarro), sabön, Sudn, sugtÜ (jugar), relös (und dieses letzte auch
im Tagalospanischen). Ich weiss dafür nur die Erklärung, dass
diese Wörter schon ins Tagalische aufgenommen wurden, als j
noch die Aussprache § hatte.
Der Wechsel des anl. r mit d, des inl. und ausl. d mit r,
des inl. und ausl. r mit l scheint sich kaum ins Tagalospanische
1 Auf den Visayerinseln und Mindanao cachila (Blumentritt, Phil. Vocab.),
doch stammt dieser Ausdruck, wie mir Blumentritt mittheilt, aus Ternate,
ebenso wie das gleichfalls auf Mindanao gebräuchliche bichara (Voc.).
Dass Juavcho (Voc.) eine tagalische Form für Juan sei, bezweifle ich 5
eher stammt sie aus Mejico.