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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  IV.

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Von  tagalischer  Phonetik  entdecke  ich  in  den  mir
vorliegenden  Schriftproben  des  Tagalospanischen  sehr  wenig
Spuren,  das  Ohr  würde  deren  gewiss  mehr  ermitteln.
Wie  im  Tagalischen,  so  sollen  airch  im  Tagalospanischen
e  und  i,  o  und  u  miteinander  verwechselt  werden  (vgl.  aligantis
Entrala  S.  11  =  elegantes).
Das  unmalaiische  f  wird  im  Tagalischen  durch  p  ersetzt
(z.  B.  sanipa  =  cenefa);  im  Tagalospanischen  findet  häufige
Verwechselung  von/und  p  statt  (Pacundo  I,  46,  pumigd  I,  77,
penicado  I,  79,  taripa  I,  85.  89,  opicio  I,  103,  oprece  I,  105,
palta  I,  112,  desconpianza  III,  31,  palla  Entrala  S.  21,  pisonomia
  und  feligro  Canamaque  II,  152),  sogar  in  der  Schrift,  so
dass  man  openderla  und  Isias  Pillfinas  lesen  kann  (Canamaque ­
  I,  207.  II,  153).
Y  für  ll,  s  für  c,  z,  und  b  für  v  sind  tagalisch  und  tagalospanisch,
  aber  auch  gemeinspanisch  und  besonders  in  den  überseeischen ­
  Ländern  eingebürgert.  Für  ll  übrigens  tritt  in  einzelnen ­
  Fällen  auch  l  ein;  so  tagalisch  und  tagalospanisch  castila  1
,Spanier'  (der  Name  des  Landes  für  den  Namen  des  Volkes).
Cli  wird  im  Tagalischen  durch  s  ersetzt  (z.  B.  saquita  =
cliaqueta),  genauer  durch  ts,  das  ich  z.  B.  in  Rosalio  Serrano’s
Diccionario  (Manila  1872)  nicht  selten  finde.  Auch  tsi  scheint
gesprochen  zu  werden:  tsci,  tsia  -  chd  ,Thce‘.  Doch  wird  die
Aussprache  des  cli  nicht  eigentliche  Schwierigkeiten  bereiten.
Daher  findet  sich  im  Tagalospanischen  kein  s  für  cli.
Sehr  befremdlich  ist,  dass  die  Tagalen,  welche  ein  vom
spanischen  j  gewiss  nicht  merklich  verschiedenes  h  besitzen,  das
spanische  j  durch  s  wiedergeben,  so  navasa  oder  labasa,  saro
(jarro),  sabön,  Sudn,  sugtÜ  (jugar),  relös  (und  dieses  letzte  auch
im  Tagalospanischen).  Ich  weiss  dafür  nur  die  Erklärung,  dass
diese  Wörter  schon  ins  Tagalische  aufgenommen  wurden,  als  j
noch  die  Aussprache  §  hatte.
Der  Wechsel  des  anl.  r  mit  d,  des  inl.  und  ausl.  d  mit  r,
des  inl.  und  ausl.  r  mit  l  scheint  sich  kaum  ins  Tagalospanische
1  Auf  den  Visayerinseln  und  Mindanao  cachila  (Blumentritt,  Phil.  Vocab.),
doch  stammt  dieser  Ausdruck,  wie  mir  Blumentritt  mittheilt,  aus  Ternate,
ebenso  wie  das  gleichfalls  auf  Mindanao  gebräuchliche  bichara  (Voc.).
Dass  Juavcho  (Voc.)  eine  tagalische  Form  für  Juan  sei,  bezweifle  ich  5
eher  stammt  sie  aus  Mejico.
            
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