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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  IV.

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Mey  (may)  entspricht  span,  tiene  (bat)  und  liay  (es  gibt),
z.  B.  si  Pedro,  y,  mey  pälay  ,Peter  bat  Reis';  mey  dining  pdlay,
,es  gibt  (es  ist)  Reis  liier.'  Daher  im  Tagalospanischen  einerseits, ­
  und  das  ist  wohl  das  Gewöhnliche,  tiene  für  liay  oder
doch  in  ähnlichem  impersonalen  Sinne:  no  tiene  mäs  ropa  I,  51;
senor,  tiene  castila  (Herr,  es  ist  ein  Spanier  da)  Montero  y
Vidal  S.  86;  tiene  ya  dos  semancis  III,  11  1 ;  anderseits  liay  für
tiene:  el  que  hay  la  culpa  III,  5;  los  borracho  no  liay  que  ....
III,  7.  Scheidnage]  S.  165  sagt:  ,Tiene.  Tengo.  Hay.  Dicen  los
indios:  Tiene,  senor,  pero  no  liay.  0  sease:  Existe  lo  que  Yd.
busca,  pero  yo  no  lo  encuentro.'
Auf  diesem  Wege  sind  jene  uns  in  allen  kreolischen  Mundarten ­
  begegnenden  Vereinfachungen  in  der  Grammatik  entstanden. ­
  Das  Tagalische  kennt  keinen  Genusunterschied  und
hat  siyd  für  el  und  ella,  ang  für  el  und  la,  mabuti  für  hello
und  bella  u.  s.  w.;  daher,  weil  das  Masculinum  das  Häufigere
ist,  tagalospanisch  aquel  pobre  (von  einer  Frau),  ya  quedd  yo
ronco  (sagt  eine  Frau),  ed  mujer,  un  palabra,  chinelas  bordado
u.  s.  w.  Consequent  steht  in  IV  das  Masculinum  des  Pronomens, ­
  Artikels  und  Adjectivs  für'das  Femininum.  Die  neutralen ­
  Formen  hatten  noch  weniger  Aussicht  sich  zu  erhalten:
el  que  (lo  que),  por  ese  que  u.  s.  w.  Es  ist  nicht  zu  verwundern, ­
  wenn  die  Endungen  -a  und  -o  auch  sonst  verwechselt
werden,  z.  B.  cualtas  für  cuartos  ,Geld'.
Das  Tagalische  kennt  keine  Numeruscongruenz;  daher,
weil  der  Singular  das  Häufigere  ist,  tagalospanisch  todo  el
chinelas,  su  pilladas,  —  cristiano  yo,  espanol  eilos  (sie  sind
Spanier);  gelegentlich  auch  erhält  nicht  das  Substantiv,  sondern ­
  der  Artikel  das  Pluralzeichen:  los  borraclio  III,  7.
Der  Gebrauch  der  Demonstrativpronomina  ist,  wenn  ich
mich  nicht  täusche,  im  Tagalischen  ein  viel  häufigerer  als  im
Spanischen,  und  es  erklärt  sich  dies  wohl  zum  Tlieil  daraus,
dass  dort  ein  bestimmter  Artikel  nur  für  den  Nominativ  besteht ­
  (in  nahe  verwandten  Sprachen  tritt  er  auch  zum  präpositionalen
  Casus).  Vielleicht  wird  ang  sogar  mehr  als  Ausdruck
des  Nominativs,  denn  des  bestimmten  Artikels  gefühlt  (wie
Beides  zusammenhängt,  ist  oben  berührt  worden),  wozu  eine

1  Hier  würde  tagalisch  nicht  may  angewandt  werden:  dal  and  nang  Hugo  na.
9*’
            
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