Kreolische Studien IV.
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Mey (may) entspricht span, tiene (bat) und liay (es gibt),
z. B. si Pedro, y, mey pälay ,Peter bat Reis'; mey dining pdlay,
,es gibt (es ist) Reis liier.' Daher im Tagalospanischen einerseits,
und das ist wohl das Gewöhnliche, tiene für liay oder
doch in ähnlichem impersonalen Sinne: no tiene mäs ropa I, 51;
senor, tiene castila (Herr, es ist ein Spanier da) Montero y
Vidal S. 86; tiene ya dos semancis III, 11 1 ; anderseits liay für
tiene: el que hay la culpa III, 5; los borracho no liay que ....
III, 7. Scheidnage] S. 165 sagt: ,Tiene. Tengo. Hay. Dicen los
indios: Tiene, senor, pero no liay. 0 sease: Existe lo que Yd.
busca, pero yo no lo encuentro.'
Auf diesem Wege sind jene uns in allen kreolischen Mundarten
begegnenden Vereinfachungen in der Grammatik entstanden.
Das Tagalische kennt keinen Genusunterschied und
hat siyd für el und ella, ang für el und la, mabuti für hello
und bella u. s. w.; daher, weil das Masculinum das Häufigere
ist, tagalospanisch aquel pobre (von einer Frau), ya quedd yo
ronco (sagt eine Frau), ed mujer, un palabra, chinelas bordado
u. s. w. Consequent steht in IV das Masculinum des Pronomens,
Artikels und Adjectivs für'das Femininum. Die neutralen
Formen hatten noch weniger Aussicht sich zu erhalten:
el que (lo que), por ese que u. s. w. Es ist nicht zu verwundern,
wenn die Endungen -a und -o auch sonst verwechselt
werden, z. B. cualtas für cuartos ,Geld'.
Das Tagalische kennt keine Numeruscongruenz; daher,
weil der Singular das Häufigere ist, tagalospanisch todo el
chinelas, su pilladas, — cristiano yo, espanol eilos (sie sind
Spanier); gelegentlich auch erhält nicht das Substantiv, sondern
der Artikel das Pluralzeichen: los borraclio III, 7.
Der Gebrauch der Demonstrativpronomina ist, wenn ich
mich nicht täusche, im Tagalischen ein viel häufigerer als im
Spanischen, und es erklärt sich dies wohl zum Tlieil daraus,
dass dort ein bestimmter Artikel nur für den Nominativ besteht
(in nahe verwandten Sprachen tritt er auch zum präpositionalen
Casus). Vielleicht wird ang sogar mehr als Ausdruck
des Nominativs, denn des bestimmten Artikels gefühlt (wie
Beides zusammenhängt, ist oben berührt worden), wozu eine
1 Hier würde tagalisch nicht may angewandt werden: dal and nang Hugo na.
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