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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Stiulien  TV.

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Wo  wie  liier  nur  die  begriffliche  Identität  der  Formen,  nicht
mehr  und  noch  nicht  wieder  die  (Korrespondenz  ihrer  Structur
erfasst  wird,  da  wird  man  zur  Neubildung  schreiten  müssen.
So  ersetzte  der  Tagale  sungmülat  in  Gedanken  durch  na
sumülat 1 ,  welches  zufälliger  Weise  wirklich  die  Grundform  von
ersterem  ist  (indem  das  Infix  -ng-  aus  dem  Präfix  na-  entstand),
und  gab  dies  durch  spanisches  ya  escribi(r)  wieder.  Vermuthlich
  wird  der  Spanier,  ehe  er  sich  die  tagalische  Conjugation
angeeignet  hat,  ganz  ebenso  für  tagalisch  sungmütat  sagen  na
sumülat  (oder  auch  na  sülat)  ==  ya  escribi(r).  Hier  hätten  wir
jenes  vollständige  Zusammentreffen,  gleichsam  auf  einem  tieferen
Niveau,  zwischen  Hispanotagalisch  und  Tagalospanisch,  das  ich
eben  andeutete.  Im  Präsens  und  Futurum  wurde  ebenfalls  die
reine  Conjugationsform  (der  Infinitiv)  ausgelöst;  die  charakteristischen ­
  Zeichen  aber  bot  das  Spanische  selbst  dar,  welches
ja  umschreibende  Darstellungen  jener  Tempora  besitzt,  allerdings ­
  mit  besonderer  Bedeutung,  die  jedoch  im  fremden  Sprachbewusstsein ­
  verallgemeinert  wurde  :  estd  escribiendo  ist  das  durative ­
  Präsens;  ha  de  escribir  das  gerundische  Futurum  (ei  scribendum
  est).  An  Stelle  des  ersteren,  das  aber  ebenfalls  gebraucht
wird  (ta  mandando  =  manda  III,  13),  tritt  im  Tagalospanischen
ta  escribi(r),  wie  im  Indoportugiesischen  (s.  Kreolische  Studienil,
18.  III,  16),  im  (Kapverdischen,  im  Curazoleöischen;  da  letzteres
schon  den  Infinitiv  enthält,  so  bedarf  es  keiner  Veränderung
(vgl.  indoportugiesisch  von  Diu  und  Timor  had(e)  .  .  .  .,  capverdisch
  dl  ..  .  .),  doch  schwindet  nach  Pardo  de  Tavera  das  lia,
welches  überflüssig  und,  da  hoher  fast  vollständig  durch  tener
verdrängt  ist,  bedeutungslos  erscheint.  Andere  schreiben  ha
de,  so  ha  de  querer  I,  19,  ha  de  enfadar  I,  38,  ha  de  ensend
IV,  22;  bei  Montero  y  Vidal  S.  127  sagt  ein  Indier,  wegen
eines  starken  Windes  zur  See  beruhigend:  ,no  hay  euidado,
senor;  ha  de  yiasar  sienrjjreJ.  In  allen  kreolischen  Mundarten  nun
pflegen  gewisse  Zeitwörter,  besonders  ,haben',  ,wollen',  ,können',
,wissen',  im  Präsens  eines  Vorzeichens  zu  entrathen,  ja  sogar  in
der  Gestalt  der  3.  P.  S.  Ind.  und  nicht  in  der  des  Infinitivs  auf-1

  Ich  finde  allerdings  cumain  na  ac6  ,yo  ya  com{‘  (Abella,  Vademecum  fil.
S.  77);  aber  den  Gebrauch  des  Imperativs  für  das  Perfect  kennt  Totanes
§.  123.  124-  nur  in  Nebensätzen.
            
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