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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

lieber  eine  Handschrift  des  Passionais  und  Buches  der  Märtyrer.

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Stelle  kieher  gerathen  sein  mag.  Eine  weitere  Stütze  findet
meine  Annahme  noch  darin,  dass  die  zwischen  102,  80  bis  128,
71  befindliche  Anzahl  von  Versen  auf  die  angesetzte  Einheit
gebracht  werden  kann,  wie  auch  manche  Abschnitte,  die  sich
in  der  Arbeit  des  Schreibers  wahrnehmen  lassen.  Solche  Stellen,
wo  eine  Unterbrechung  stattfand,  sind  an  den  Schriftzügen,
seltener  an  verschiedener  Färbung  der  Tinte  erkenntlich  und
darnach  fallen  sie  häufig  mit  Abschnitten  des  Gedichtes  zusammen, ­
  kommen  aber  nebstbei  in  der  Mitte  derselben  vor,
wie  z.  B.  133,  11  und  49  (Bl.  57  a  b ),  184,  47  und  185,  25
(Bl.  116 b  und  117“j  in  der  Legende  von  St.  Valentin.  Wenn
es  nicht  ungerechtfertigt  ist,  bei  derartigen  Ansätzen  an  den
Beginn  einer  Spalte  in  der  Vorlage  zu  denken,  dann  gelangen
wir  abermals  zum  selben  Ergebniss.  ln  jenem  Theile  der  Hs.,
welchen  das  Buch  der  Märtyrer  einnimmt,  ist  in  dieser  Hinsicht
ein  Versehen  in  der  Legende  von  sand  Tyburtzen  dienlich.  Nach
dem  Verse  Das  wir  mit  frawden  chomen  dahin  (Bl.  194  b )  kam
der  Abschreiber  auf  einen  früheren  sam  es  plumen  soltcn  sein
zurück,  doch  nachdem  er  diesen  und  den  Anfang  des  folgenden
niedergeschrieben  hatte,  erkannte  und  berichtigte  er  seinen  Irrthum. ­
  Gerade  wieder  ein  Abschnitt  von  38  Versen  war  übersprungen ­
  worden,  und  darnach  gewinnt  es  den  Anschein,  als  sei
das  Buch  der  Märtyrer  schon  in  der  Vorlage  von  B  mit  dem
Passional  verschmolzen  gewesen  und  rühre  dies  nicht  erst  vom
Schreiber  der  Hs.  B  her.  Zudem  finden  sich  noch  verschiedene
Einklänge  in  Schreibweise  und  Sprache,  die  einem  tirolischen
Schreiber  um  1400  nicht  zuzutrauen  sind.  Ein  sicherer  Entscheid ­
  ist  übrigens  schwer  und  die  Frage  ziemlich  nebensächlicher ­
  Natur.
Die  Anwendung  von  Abbreviaturen,  welche  auch  B  in
bescheidenem  Masse  gebraucht,  erhellt  aus  manchen  Varianten.
So  mag  der  bekannte  übergesetzte  Strich  vielleicht  die  Lesarten
mit  verschuldet  haben:  arbait  für  arbeiten  3,21;  dem  schiffe  für
den  scliffen  13,  88;  rws  für  ruens  45,  26;  der  für  st  für  der
vursten  46,  92;  muste  53,  15  und  schämte  53,  21  für  musten,
schämten;  ze  gote  für  zu  goten  106,  63;  blaute  für  blauten  107,
88;  nach  meinem  gepot:  vnserm  grossen  got  108,  15;  beseit  für
besiten  109,  56  (vgl.  beseiten  treten  für  besit  getr.  150,  62);  mit
grossen  l.  schall  für  m.  grozem  l.  schallen  129,  25;  ze  vivnich  für
            
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