lieber eine Handschrift des Passionais und Buches der Märtyrer.
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Stelle kieher gerathen sein mag. Eine weitere Stütze findet
meine Annahme noch darin, dass die zwischen 102, 80 bis 128,
71 befindliche Anzahl von Versen auf die angesetzte Einheit
gebracht werden kann, wie auch manche Abschnitte, die sich
in der Arbeit des Schreibers wahrnehmen lassen. Solche Stellen,
wo eine Unterbrechung stattfand, sind an den Schriftzügen,
seltener an verschiedener Färbung der Tinte erkenntlich und
darnach fallen sie häufig mit Abschnitten des Gedichtes zusammen,
kommen aber nebstbei in der Mitte derselben vor,
wie z. B. 133, 11 und 49 (Bl. 57 a b ), 184, 47 und 185, 25
(Bl. 116 b und 117“j in der Legende von St. Valentin. Wenn
es nicht ungerechtfertigt ist, bei derartigen Ansätzen an den
Beginn einer Spalte in der Vorlage zu denken, dann gelangen
wir abermals zum selben Ergebniss. ln jenem Theile der Hs.,
welchen das Buch der Märtyrer einnimmt, ist in dieser Hinsicht
ein Versehen in der Legende von sand Tyburtzen dienlich. Nach
dem Verse Das wir mit frawden chomen dahin (Bl. 194 b ) kam
der Abschreiber auf einen früheren sam es plumen soltcn sein
zurück, doch nachdem er diesen und den Anfang des folgenden
niedergeschrieben hatte, erkannte und berichtigte er seinen Irrthum.
Gerade wieder ein Abschnitt von 38 Versen war übersprungen
worden, und darnach gewinnt es den Anschein, als sei
das Buch der Märtyrer schon in der Vorlage von B mit dem
Passional verschmolzen gewesen und rühre dies nicht erst vom
Schreiber der Hs. B her. Zudem finden sich noch verschiedene
Einklänge in Schreibweise und Sprache, die einem tirolischen
Schreiber um 1400 nicht zuzutrauen sind. Ein sicherer Entscheid
ist übrigens schwer und die Frage ziemlich nebensächlicher
Natur.
Die Anwendung von Abbreviaturen, welche auch B in
bescheidenem Masse gebraucht, erhellt aus manchen Varianten.
So mag der bekannte übergesetzte Strich vielleicht die Lesarten
mit verschuldet haben: arbait für arbeiten 3,21; dem schiffe für
den scliffen 13, 88; rws für ruens 45, 26; der für st für der
vursten 46, 92; muste 53, 15 und schämte 53, 21 für musten,
schämten; ze gote für zu goten 106, 63; blaute für blauten 107,
88; nach meinem gepot: vnserm grossen got 108, 15; beseit für
besiten 109, 56 (vgl. beseiten treten für besit getr. 150, 62); mit
grossen l. schall für m. grozem l. schallen 129, 25; ze vivnich für