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Zingerle.
schon früher untergebracht worden waren, weshalb der Abschreiber,
als er an das Buch der Märtyrer kam, bei flüchtigem
Ueberblick, oder weil ihn sein Gedächtniss täuschte, darüber wegging',
gerade wie er betreffs St. Silvesters glauben mochte, das
Stück schon aus dem Passional abgeschrieben zu haben. Nr. 13,
14 und 47 mag vielleicht in Hinsicht auf das alte Passional
im ersten Bande ignorirt worden sein. Wie dem auch sei,
das kann man doch behaupten, dass die betreffende Vorlage an
Reichhaltigkeit der Hs. C ungefähr gleichkam. Von dieser
kann sie aber schon darum nicht abstammen, weil in ihr die
Legende von St. Johannes und Paulus stand, welche in C blos
der Index verzeichnet. Alles, was P gegenüber C eigenthümlich
ist, fehlt ebenso B.
Bei einer Ausgabe des Buches der Märtyrer darf die
Brixener Hs., welche neben C die vollständigste ist, jedenfalls
nicht übergangen werden. Der Werth, welcher ihr für die
Herstellung eines kritischen Textes zukommt, speciell das Verhältniss,
in dem sie zu C steht, lässt sich noch nicht bestimmen,
weil die bisherigen Mittheilungen hiefür unzulangend sind. Um
Anderen, die sich etwa künftig mit dieser Legendensammlung
beschäftigen, eine Einsicht zu gewähren, gebe ich am Schlüsse
einige Proben; eingehender soll jedoch der erste Theil unserer
Hs. besprochen werden, und daraus kann man sich auch ein
allgemeines Urtheil über das Verfahren des Schreibers schöpfen.
Dass das Gedicht vom Advent Christi schon in der Vorlage
von B gestanden habe, ist kaum zweifelhaft; dass diese
äusserlich von ähnlicher Beschaffenheit wie die Hs. B gewesen
sei, lässt sich nicht ohne Grund vermuthen. Zur Kenntniss der
eine Spalte füllenden Verszahl führt der Ausfall von 128, 72 bis
129, 13, wo ein Abirren des Auges nur leicht denkbar ist,
wenn 128, 71 und 129, 13 am Anfänge oder Ende von zwei
nebeneinander befindlichen Spalten standen, und dann ergeben
sich für die Spalte durchschnittlich 38 Zeilen, einen Vers mehr
oder weniger nicht ausgeschlossen. Wollte man die Ursache
dieser Lücke allein in der Aehnlichkeit der beiden Verse suchen,
so stellen sich dem die übereinstimmenden Resultate anderer
Beobachtungen entgegen. 102, 80 ist nämlich vor plint sint
getilgt, was 102, 41 auf Teint reimt und in Folge desselben
Versehens, aus dem die obige Lücke entsprang, an die falsche