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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zingerle.

schon  früher  untergebracht  worden  waren,  weshalb  der  Abschreiber, ­
  als  er  an  das  Buch  der  Märtyrer  kam,  bei  flüchtigem
Ueberblick,  oder  weil  ihn  sein  Gedächtniss  täuschte,  darüber  wegging', ­
  gerade  wie  er  betreffs  St.  Silvesters  glauben  mochte,  das
Stück  schon  aus  dem  Passional  abgeschrieben  zu  haben.  Nr.  13,
14  und  47  mag  vielleicht  in  Hinsicht  auf  das  alte  Passional
im  ersten  Bande  ignorirt  worden  sein.  Wie  dem  auch  sei,
das  kann  man  doch  behaupten,  dass  die  betreffende  Vorlage  an
Reichhaltigkeit  der  Hs.  C  ungefähr  gleichkam.  Von  dieser
kann  sie  aber  schon  darum  nicht  abstammen,  weil  in  ihr  die
Legende  von  St.  Johannes  und  Paulus  stand,  welche  in  C  blos
der  Index  verzeichnet.  Alles,  was  P  gegenüber  C  eigenthümlich
ist,  fehlt  ebenso  B.
Bei  einer  Ausgabe  des  Buches  der  Märtyrer  darf  die
Brixener  Hs.,  welche  neben  C  die  vollständigste  ist,  jedenfalls
nicht  übergangen  werden.  Der  Werth,  welcher  ihr  für  die
Herstellung  eines  kritischen  Textes  zukommt,  speciell  das  Verhältniss,
  in  dem  sie  zu  C  steht,  lässt  sich  noch  nicht  bestimmen,
weil  die  bisherigen  Mittheilungen  hiefür  unzulangend  sind.  Um
Anderen,  die  sich  etwa  künftig  mit  dieser  Legendensammlung
beschäftigen,  eine  Einsicht  zu  gewähren,  gebe  ich  am  Schlüsse
einige  Proben;  eingehender  soll  jedoch  der  erste  Theil  unserer
Hs.  besprochen  werden,  und  daraus  kann  man  sich  auch  ein
allgemeines  Urtheil  über  das  Verfahren  des  Schreibers  schöpfen.
Dass  das  Gedicht  vom  Advent  Christi  schon  in  der  Vorlage ­
  von  B  gestanden  habe,  ist  kaum  zweifelhaft;  dass  diese
äusserlich  von  ähnlicher  Beschaffenheit  wie  die  Hs.  B  gewesen
sei,  lässt  sich  nicht  ohne  Grund  vermuthen.  Zur  Kenntniss  der
eine  Spalte  füllenden  Verszahl  führt  der  Ausfall  von  128,  72  bis
129,  13,  wo  ein  Abirren  des  Auges  nur  leicht  denkbar  ist,
wenn  128,  71  und  129,  13  am  Anfänge  oder  Ende  von  zwei
nebeneinander  befindlichen  Spalten  standen,  und  dann  ergeben
sich  für  die  Spalte  durchschnittlich  38  Zeilen,  einen  Vers  mehr
oder  weniger  nicht  ausgeschlossen.  Wollte  man  die  Ursache
dieser  Lücke  allein  in  der  Aehnlichkeit  der  beiden  Verse  suchen,
so  stellen  sich  dem  die  übereinstimmenden  Resultate  anderer
Beobachtungen  entgegen.  102,  80  ist  nämlich  vor  plint  sint
getilgt,  was  102,  41  auf  Teint  reimt  und  in  Folge  desselben
Versehens,  aus  dem  die  obige  Lücke  entsprang,  an  die  falsche
            
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