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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

Kreolische  Studien  IV.

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als  die  andere.  Es  wird  nämlich  allgemein  bestätigt,  dass  das
Spanische  der  farbigen  Bevölkerung  ein  sehr  verderbtes  ist,  und
zwar  nicht  sogar,  sondern  vornehmlich  in  der  Hauptstadt,  wo
ja  ein  stärkerer  Anlass  zum  Gebrauch  des  europäischen  Idioms
vorhegt  und  doch  bei  dem  geringen  Einfluss  derer,  welche  das
Spanische  zur  Muttersprache  haben,  die  Verderbniss  sich  leichter
festsetzt  und  fortpflanzt.  Dieses  espanol  de  cocina  nun  ■—
wie  es  meistens  genannt  wird  —  oder  espanol  de  tienda,
del  Pari  an',  de  trapo  —  welche  Ausdrücke  wenigstens  zu
Manila  gebräuchlich  sind  —  besitzt  für  den  Sprachforscher
ein  hohes  Interesse. 2  Es  ist  kein  fertiges  Patois,  wie  das  Portugiesische ­
  von  Macao  oder  Malacca,  es  existirt.  in  den  mannigfachsten ­
  Abstufungen,  mit  grösserer  oder  geringerer  Annäherung
an  die  spanische  Grammatik,  mit  grösserer  oder  geringerer
Verwendung  malaiischer  Wörter;  aber  es  ist  doch  kein  immer
wiederholtes  individuelles  Radebrechen  mehr,  es  ist  ein  geläufig
gesprochener  Jargon,  der  zwischen  vielen  Indiern,  mit  Hintansetzung ­
  der  angestammten  Sprache,  das  regelmässige  Unterhaltungsmittel ­
  bildet 3 ;  es  besteht  eine  Art  Ueberlieferung,  es
macht  sich  ein  breiter  Durchschnitt  bemerkbar;  die  Spanier
1  Paridn  heisst  tagalisch  .Markt 1 ,  ,Bazar 1 ;  in  der  obigen  Verbindung  handelt
es  sich  um  einen  bestimmten  Stadttheil  von  Manila.
2  Auf  den  Marianen  existirt  das  ,Küchenspanische 1  nicht,  wie  ich  von  einem
Spanier  erfahre,  der  zehn  Jahre  in  Agana  gelebt  hat.  Von  dem  einheimischen ­
  Chamorro  abgesehen,  wird  dort  neben  dem  Spanischen  auch
vielfach  das  Englische  gesprochen.
3  In  der  ,Oceania  Espanola*  vom  22.  Juli  1883  findet  sich,  auf  Anlass
eines  dort  abgedruckten  Briefes,  den  ich  au  den  Redacteur  dieser  Zeitung ­
  gerichtet  hatte,  folgende  Mittheilung:  ,Nos  ha  hecho  recordar  que,
estando  en  el  pueblo  de  San  Roque  (Cavite),  donde  todos  los  habitantes
hablan  el  lenguaje  llamado  aqui  de  tienda,  y  de  donde  procedia  la
colonia  del  barrio  de  San  Nicohls  en  Binondo,  cuyos  habitantes,  carpinteros ­
  de  ribera,  calafates,  veleros,  etc.  tambien  hablan  asi  entre  eilos  y
no  en  tagalog,  estando  en  aquel  pueblo,  decimos,  nos  ocurriö  hacer
varias  preguntas  ä  una  mujer,  que  parecia  de  clase  acomodada,  y  lä
cual  nos  contestaba  en  muy  correcto  Castellano;  mas  otras  personas  indigenas
  que  estaban  presentes,  y  tomaron  parte  en  la  conversacion,  y
en  dicho  lenguaje  casi  ininteligible,  dieron  motivo  a  que  nuestra  interlocutora,
  para  entenderse  con  eilas,  dejase  el  castellano  correcto  y  emplease
  con  grau  volubilidad  aquella  jerga  compuesta  de  una  eadena  sin
tin  de  solecismos.  en  cuya  estructura,  creimos  ver  algun  arte,  reglas  de  uso
ö  convenidas,  y  desde  luego  una  sintaxis  muy  distinta  de  la  castellana. 1
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  CV.  Bd.  I.  Hft.  8
            
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