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Schuchardt.
beschränkte sich diese Provinz bis in die neueste Zeit auf die
Festung selbst, und die Garnison bestand, vor der Emancipation
des spanischen Amerikas, der Hauptmasse nach aus mejicanischen
Indianern und Mestizen, die sich alle mit Tagalinnen
oder Visayerinnen verheirateten.' Die Volksschulen Zamboanga’s
sind alle spanisch. Die geringe Ausbreitung, deren
sich die spanische Sprache in dem ostasiatischen Colonialreich
erfreut, ist hauptsächlich dem starken numerischen Missverhältniss
zwischen Spaniern und Malaien zuzuschrciben, welches
sich im Laufe der Jahrhunderte nur sehr wenig verringert hat,
sodann auch der früheren grundsätzlichen Abneigung der hier
allmächtigen Geistlichkeit, den Eingeborenen die Kenntniss des
Spanischen beizubringen, wozu das bekannte Verfahren der
Jesuiten in Paraguay ein Analogon bildete. Neuerdings hat
sich das gebessert oder vielmehr geändert ; denn in Bezug
auf diesen Punkt geht die Werthschätzung der Spanier selbst
stark auseinander. Während es die Einen aufs Lebhafteste
beklagen, dass das Spanische ausserhalb der Hauptstadt und
deren unmittelbarer Umgebung, nach über dreihundertjähriger
Herrschaft, fast gar keinen Boden gewonnen habe, so scheint
den Andern das von den Holländern auf Java beobachtete
System als Muster vorzuschweben. So sagt Francisco Vila
in seinen ,Escenas filipinas* (Madrid 1882) Vorw. S. 11 f.:
,. . . gracias ä nuestro sistema colonial, que consiste en la absurda
asimilacion de las colonias ä la madre Pätria, por distantes,
por antagönicas que sean a nuestro modo de ser, en las escuelas
se esta ensenando ä los filipinos el castellano, amenazando asi
de un golpe ä la pureza y gallardia de nuestra lengua y a la
existencia de las lenguas filipinas/ Die erstere der beiden
hier angedeuteten Gefahren ist eine unvergleichlich grössere
spanische Sprache schwerlich eine hervorragende Stellung einnehmen.
Ich spreche auch an dieser Stelle Herrn Prof. Blumentritt für die vielfachen
Hilfeleistungen, mit denen er diese Arbeit förderte, meinen lebhaftesten
Dank aus.
1 Ferdinand Blumentritt, Versuch einer Ethnographie der Philippinen
(Petermann’s Mittheilungen, Ergänzungsheft Nr. 67) S. 2. Vgl. Manuel
Scheidnagel, Las Colonias Espanolas de Asia — Isias Filipinas (Madrid 1880)
S. 44: ,La raza de los zamboanguenos es muy espanola por sus sentimientos
y la posee facciones mäs regularos y color mäs claro que se
conoce en Filipinas. 1