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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Schuchardt.

beschränkte  sich  diese  Provinz  bis  in  die  neueste  Zeit  auf  die
Festung  selbst,  und  die  Garnison  bestand,  vor  der  Emancipation
des  spanischen  Amerikas,  der  Hauptmasse  nach  aus  mejicanischen
  Indianern  und  Mestizen,  die  sich  alle  mit  Tagalinnen
oder  Visayerinnen  verheirateten.'  Die  Volksschulen  Zamboanga’s
  sind  alle  spanisch.  Die  geringe  Ausbreitung,  deren
sich  die  spanische  Sprache  in  dem  ostasiatischen  Colonialreich
erfreut,  ist  hauptsächlich  dem  starken  numerischen  Missverhältniss
  zwischen  Spaniern  und  Malaien  zuzuschrciben,  welches
sich  im  Laufe  der  Jahrhunderte  nur  sehr  wenig  verringert  hat,
sodann  auch  der  früheren  grundsätzlichen  Abneigung  der  hier
allmächtigen  Geistlichkeit,  den  Eingeborenen  die  Kenntniss  des
Spanischen  beizubringen,  wozu  das  bekannte  Verfahren  der
Jesuiten  in  Paraguay  ein  Analogon  bildete.  Neuerdings  hat
sich  das  gebessert  oder  vielmehr  geändert  ;  denn  in  Bezug
auf  diesen  Punkt  geht  die  Werthschätzung  der  Spanier  selbst
stark  auseinander.  Während  es  die  Einen  aufs  Lebhafteste
beklagen,  dass  das  Spanische  ausserhalb  der  Hauptstadt  und
deren  unmittelbarer  Umgebung,  nach  über  dreihundertjähriger
Herrschaft,  fast  gar  keinen  Boden  gewonnen  habe,  so  scheint
den  Andern  das  von  den  Holländern  auf  Java  beobachtete
System  als  Muster  vorzuschweben.  So  sagt  Francisco  Vila
in  seinen  ,Escenas  filipinas*  (Madrid  1882)  Vorw.  S.  11  f.:
,.  .  .  gracias  ä  nuestro  sistema  colonial,  que  consiste  en  la  absurda
asimilacion  de  las  colonias  ä  la  madre  Pätria,  por  distantes,
por  antagönicas  que  sean  a  nuestro  modo  de  ser,  en  las  escuelas
se  esta  ensenando  ä  los  filipinos  el  castellano,  amenazando  asi
de  un  golpe  ä  la  pureza  y  gallardia  de  nuestra  lengua  y  a  la
existencia  de  las  lenguas  filipinas/  Die  erstere  der  beiden
hier  angedeuteten  Gefahren  ist  eine  unvergleichlich  grössere
spanische  Sprache  schwerlich  eine  hervorragende  Stellung  einnehmen.
Ich  spreche  auch  an  dieser  Stelle  Herrn  Prof.  Blumentritt  für  die  vielfachen ­
  Hilfeleistungen,  mit  denen  er  diese  Arbeit  förderte,  meinen  lebhaftesten ­
  Dank  aus.
1  Ferdinand  Blumentritt,  Versuch  einer  Ethnographie  der  Philippinen
(Petermann’s  Mittheilungen,  Ergänzungsheft  Nr.  67)  S.  2.  Vgl.  Manuel
Scheidnagel,  Las  Colonias  Espanolas  de  Asia  —  Isias  Filipinas  (Madrid  1880)
S.  44:  ,La  raza  de  los  zamboanguenos  es  muy  espanola  por  sus  sentimientos
  y  la  posee  facciones  mäs  regularos  y  color  mäs  claro  que  se
conoce  en  Filipinas. 1
            
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